Unterkunft
SunriseSunset
MoonriseMoonset
Ja, die Sky-Bar hat man ein wenig gehört, aber nichts was störend gewesen wäre. Dann lieber den tollen Ausblick aus dem Zimmer genießen.
Frühstück im EGON, alles bestens.
Heute hat es absolut keine Eile, die kürzeste Strecke dieses Jahr überhaupt. Und das Wetter war dergestalt, das mit keiner Verzögerung deswegen zu rechnen war. Es war frisch bei der Abfahrt, -19°C. So viele kalte Tage hatte ich glaube ich noch nie während meiner Reisen.
Bei der guten Straßenlage konnte ich auch bedenkenlos die eher kniffligen Straßen nehmen. Also recht früh von der [E6] runter auf die [250] in Richtung Dokka. Ich erinnere mich dunkel, dass ich dort schon mal gefahren bin, bei deutlich schwierigeren Bedingungen. Aber heute die wahre Pracht, auf den Bäumen liegt in den höheren Lagen jede Menge Schnee, einige biegen sich schwer unter der Last.
Aber wo anhalten, das ist alles andere als einfach, die Beschilderungen sind rar, die Einfahrten nicht sehr breit, wenn noch jemand dicht hinter einem dran ist, kann man auch nicht einfach unvermittelt in die Eisen steigen. Dann erscheint ein kleiner zugefrorener See und davor hat es einen vom Schnee befreiten Platz. Ob das nun ein speziell ausgewiesener Parkplatz war konnte ich so zweifelsfrei gar nicht klären, aber es stand auch nichts da, dass man da nicht parken oder halten darf.
Den bom veg habe ich explizit nicht gewählt, auch wenn der Weg gut befahrbar schien, er war nur einspurig, was weiß ich wo man da unter welchen Bedingungen wenden könnte. Davon mal abgesehen, dass mir das mit der Bezahlung per Banküberweisung nun wirklich zu aufwendig schien. Die angegebene Nummer sah mir auch gar nicht aus wie eine IBAN-Nummer.
Nun denn, gut ausgerüstet marschiere ich los. Die Sonne steht noch relativ flach. Der Weg führt mitten durch den Wald, ab und zu erhascht man einen Blick auf höher gelegene Waldstücke. Da und dort stehen Hütten. Der Weg schlängelt sich mal links, mal rechts, ich habe keine Ahnung wo er mich hinführt. Was wird wohl hinter der nächsten Wegbiegung zu sehen sein? Eine große Lichtung die einmalige Blicke auf weit entfernte Berge frei gibt?
Plötzlich rauscht ein Auto von hinten an. Aha, also irgendwas Spannendes scheint es ja irgendwo des Weges zu geben. Wann umdrehen? Dann erscheinen ein paar Hütten am Wegesrand, sie liegen an einer Lichtung. Aber alles ist verlassen, hier wohnt niemand.
Dann öffnet sich doch noch der Blick für mehr bzw. für deutlich weiter liegende Berge die heftig von der Sonne beschienen werden. Meine ganze Jacke um den Kopf ist voll von Reif, der sich durch den Atem gebildet hat. Ich beschließe die Tour hiermit erfolgreich zum Abschluss gekommen zu sein und drehe um. Da mein ömmeliger GPS-Logger mich ja immer noch im Stich lässt versuche ich Wegmarken zu fotografiere, um evtl. später noch herausfinden zu können bis wohin ich überhaupt gekommen war.
Da ja nun auf der ersten Strecke alles „Abfotografiert“ war geht es zurück etwas flotter. Aber ganz geht der Plan nicht auf, nun sieht man plötzlich noch mal ganz andere Perspektiven oder Details. Wie lange ich nun unterwegs war kann ich zum Zeitpunkt wo ich das Schreibe noch gar nicht sagen, aber es könnten wohl 1,5 Stunden oder sogar mehr gewesen sein.
Zu Beginn der Tour war mir nicht gerade super warm, so lange war ich vorher nicht unterwegs, dass die Heizung schon hätte viel ausrichten können. Aber nun gegen Ende ist mir wirklich sehr gut warm, beide paar Handschuhe habe ich ausgezogen, bei -15°C, das kommt nicht häufig vor.
Und weiter geht es. Wieder Ausschau halten nach einem guten Platz, aber das ist schwierig. Zwischendurch hat es nichts desto trotz grandiose Ausblicke wie ich sie so selten gesehen habe. Mir fällt es nun gerade mal ein Tag später schwer mich genau zu erinnern was noch alles passierte. Ah, ja, dann hatte ich noch mal einen Platz gefunden das Auto zu parkieren wo nicht explizit zu lesen war, dass es verboten sei. Erst beim Losgehen war dann zu sehen, dass es hier im Wald jede Menge kleine Häuser gab, das waren schon keine Hütten mehr. Und einige waren wohl sogar belegt, es standen Autos davor. In der Nähe war ein Campingplatz. Auf Schildern stand „Vasetdansen“, der Fluss der hier vorbei läuft war komplett eisfrei. Das hatte ich aber erst hinterher auf der Flugaufnahme gesehen.
An der Grenze der beiden fylke „Buskerud“ und „Innlandet“ konnte man kurz ranfahren, aber der Blick auf der einen Seite war durch Häuser und Bäume eingeschränkt, sonst hätte man von hier einen grandiosen 360° Blick gehabt. Dann nehmen wir halt die 180°-Variante.
Ich erinnerte mich diese Strecke schon mal unter deutlich schlechteren Bedingungen gefahren zu sein, mit einem Schneesturm der zumindest für mich schon recht grenzwertig war. Zum Glück konnte ich damals die Tour dann in Geilo beenden. Genau zur richtigen Zeit fiel mir ein, dass ich ja heute noch tanken muss, damit ich morgen keine wertvolle Zeit dafür verliere. In Geilo habe ich dann auch noch die „beauftragten“ Artikel erstanden. Hölle was war in dem Supermarkt los.
Jetzt aber keine Zeit mehr verlieren, die Sonne stand schon nahe am Horizont, bis zur Unterkunft sind es ja noch ein paar Kilometer zu fahren. Letztlich gilt es drei Steigungen zu überwinden. Fast am Ende der Dritten liegt dann das Hotel „Torsetlia“. Ja was ist denn hier los, fast der gesamte Parkplatz ist mit Fahrzeugen belegt. An einer Stelle steht ein uralter Saab auf einem Anhänger. Wird wohl ein Ausflug eines Saab-Clubs sein.
Ich komme ins Hotel rein und es herrscht ein ohrenbetäubender Lärm, eine ganze Gruppe Kinder wuselt herum und hat hier offensichtlich eine Menge Spaß. Der ältere Herr der auch letztes Jahr an der Rezeption war saß wieder hier. Ob ich am Abend auch was essen wollte, ja, will ich. Es gäbe zwei Gruppen, eine um 18 Uhr und eine um 19 Uhr. Da nehme ich lieber die spätere. Ok das organisatorische wäre schon mal geklärt. Jetzt aber nicht mehr lange rumtrödeln, die Sonne wartet nicht, sie ist eh schon hinter den Bergen verschwunden.
Ich erinnere mich nicht mehr genau wie kalt es bei der Ankunft war, irgendwas um die -17° C müssten es gewesen sein, also auf jeden Fall nicht an den Klamotten sparen. Equipment einpacken und los geht es. Über der Straße beginnt eine Loipe. Diese ist in diesem Jahr deutlich besser präpariert. Es sind durchaus noch Leute unterwegs.
Auch hier wieder ein fantastischer Blick in die Ferne. Am Horizont entstehen schon spannende Farbspiele, es mischt sich ein Rotton rein der ins lila geht. Panoramen werden angefertigt. Das wird dieses Mal wirklich keine kleine Aufgabe die alle zusammen zu stellen.
Und eine letzte Flugaufnahme steht noch aus. Diese Mal gehe ich noch etwas weiter, über die kleine Brücke hinweg.
Noch ist es gut hell, aber genug ist genug, Zeit langsam umzudrehen. Es bleibt nicht viel Zeit sich zum Abendessen zu präparieren. Im oberen Gastraum scheint sich die Saab-Truppe versammelt zu haben und ordert fleißig Getränke. Ich gehe vorbei in den Keller, schon von oben hört man ein mannigfaltiges Stimmengewirr. Da sitzen an jede Menge Tischen die Familien mit Kindern. Wie es aussieht ist ihre Essens-Session fast beendet. Ich werde an einem einzelnen Tisch platziert. Es ist eine weitere ellenlange Tischtafel zusammen gestellt mit Platz sicherlich für mehr als 30 Leute.
Ich ordere auch wie beim letzten Mal das Drei-Gänge-Menü. Als Vorspeise gibt es geräucherten Lachs mit Eiern und einer weißen Sauce, fachmännischer kann ich es leider nicht beschreiben. Aber lecker war es, das ist die Hauptsache. Dann kommt der Hauptgang, Rentierfleisch, Brokkoli, Blumenkohl und Kartoffelspalten, ich meine das war dem ähnlich was ich vor zwei Jahren auch hatte. Und zum Abschluss ein Nachtisch, den kann ich nun gar nicht beschreiben, außer das oben Sahne drauf war. Flankiert wurde das Ganze von einem „Nore Ellen Ale, 4,7%“ Numedals Stasjons Bryggeri (NSB).
Morgen soll es zeitig los gehen, ich vereinbare wieder ein mat pakke mitnehmen zu wollen. Draußen auf dem Zimmerflug geht es zu wie in einem Tollhaus, nähere Schilderungen spare ich mir.
14.02.2026 Lillehammer – Dagali