Unterkunft
SunriseSunset
Heute hat es bereits ein Konzert für das ich keine Tickets mehr bekommen habe. Wobei man hier sagen muss, dass die Anzahl der Sitzplätze in der „Svalbard Bryggeri“ schon sehr begrenzt ist. In 2023 war ich einmal dort, ich kannte die Location ja schon von einer früheren Brauerei-Besichtigung.
Magnus Grønneberg
Svalbard Bryggeri
Kl. 16:00
KC’s Club Arctica
Barentz Gastropub
Kl. 17:00
Hilde Louise Asbjørnsen
Kulturhuset
Kl. 18:30
Henning Kvitnes
Kl. 20:00
Gatsby Party med Swing´it
Huset
Kl. 22:00 – …
Sehen wir es mal positiv. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für andere Aktivitäten. Womit wir aber auch wieder bei der Frage sind, welche Aktivitäten kommen denn überhaupt in Frage. Es startet eine intensive Recherche.
[Einige Stunden später…]
Die Qual der Wahl. Der „Northern Lights Evening“ ist sicherlich eine sehr nette Sache und es wäre eine gute Gelegenheit Nordlichter zu sehen. Alleine deshalb weil man lange aus Longyearbyen weg ist und man an einem Ort verweilt. Auf der anderen Seite harmoniert es gar nicht mit meinem Zeitplan auf dem Festival. Dann rücken die drei Snowmobile Touren in den Blick. Alle führen deutlich weiter als meine bisher einzige Tour die ich schon mal gemacht habe. Zeitlich gehen sie sich alle gut aus. Die Tour „Snowmobile Safari to the Wild Fjords“ endet um 15:30 Uhr, sie würde sich also sogar für heute eignen, denn für mich das erste Konzert beginnt erst um 17:00 Uhr. Der Schwierigkeitsgrad von „2“ ist sicherlich auch nicht verkehrt und 6 Stunden auch eher mäßig.
Oh nein, „Snowmobile Safari to the Wild Fjords“ wird ausgerechnet am 02.02.2024 nicht angeboten. <gnarf> Wie sieht es denn nun bei „Snowmobile Safari to Tempelfjorden“ aus, ja, das findet am 02.02.2023 statt, alle 8 angebotenen Plätze sind noch frei. Da kommt natürlich gleich die Erinnerung an meine geplante Tour in 2023 die dann nicht statt fand, weil sich nicht genug Teilnehmer fanden, außer mir nämlich sonst niemand. Tja, was tun, sprach Zeus. Noch sind fast 8 Wochen Zeit, da brennt erst Mal nichts an.
Gebucht ist nun „Snowmobile Safari to Tempelfjorden“. Start ist um 08:30 Uhr.
Was mich etwas irritierte heute früh (kurz vor 6 Uhr) das man so gar keine startenden Flugzeuge hörte, war da schon wieder schlechtes Wetter im Gange? Erst mal weiter schlafen.
Einschub: Also heute habe ich meine gute Tat schon vollbracht. Die junge Frau die neben mir im Gate saß brach zum Boarding auf, ich schaue zufällig nach rechts auf ihren Sitz, da liegt noch ihre Handtasche, schnell hinterher gehüpft. Dankbare Reaktion. ;-) Einschub Ende.
Der Blick aus dem Hotelfenster zeigt eine gute Lage, es schneit ganz leicht, aber die Sicht insgesamt ist ohne Beeinträchtigung. Wie wohl später mein Auto so aussieht? Eingeschneit bis zum Dach, man wird sehen. Erst mal in Ruhe frühstücken. Es herrscht ein ziemliches Gewusel am Frühstücksbuffet.
Einschub: Ich sitze am Gate, noch nicht am letztgültigen, das ist noch nicht offen, davor liegt ja noch der Zoll. Also setze ich mich in das Gate neben dran. Von meinem Sitzplatz kann ich die Abflugs- und Ankunftsmonitore sehen. Es sind mehrere Flüge im Abflug verspätet, einige auch gecancelt. Mein Flug liegt (noch) im Plan, es sind noch 1,5 Stunden bis zum Abflug. Allerdings hat meine Maschine - die aus Olso kommt - schon gehörig Verspätung, sie soll erst 12:30 Uhr landen, statt 11:15 Uhr. Die Hauptsache sie landet überhaupt hier. Was mich nur wundert, welche KI wäre hier nötig, um die Abflugzeit jetzt schon anzupassen? Spoiler, dazu braucht es gar keine KI, das lässt sich nun wirklich leicht berechnen. Einschub Ende.
Ich packe mein Zeugs und gehe zum Auto, draußen ist es windig aber es schneit gerade nicht. Gestern hatte ich mein Auto schon mit Bedacht geparkt, so dass ich im Notfall einfach nur rückwärts rollen oder schlittern muss um aus der Parklücke zu kommen, aber keinen Falls irgendwie bergauf und sei es auch nur ein My. Die Fahrertür ist nicht nur verschneit sondern auch leicht eingefroren. Etwas beherzt daran rupfen hilft, erst mal alle Scheiben von Schnee und Eis befreien, da wird einem auch gleich warm ums Herz.
Den Kofferraum öffne ich erst mal nicht, alles wandert auf den Beifahrersitz. Reinsetzen, Startknöpfle drücken, der Motor startet, die Außentemperatur sagt -3 °C, ja wirklich kalt ist es nicht. Eigentlich wollte ich zurücksetzen und dann vorwärts den leichten Berg hoch, bleibe aber im Schwung und fahre komplett rückwärts vom Hotelparkplatz runter. Das klappt wunderbar. Dann biegt der Weg in eine andere Straße ein, ich trete auf die Bremse, ui, da kommt aber wenig bis nix. Egal. Dann merke ich, dass die Scheibe der Fahrertür nicht ganz oben ist, heidernei ist die jetzt so eingefroren, dass der Mechanismus der sie nach dem Schließen der Tür noch mal sanft anhebt, defekt ist?
Es ist kurz vor 9 Uhr, also ist genügend Zeit. Ich fahre einfach ein paar Kilometer, vllt. genügt das schon, dass der Mechanismus wieder in Gang kommt. An einer Tankstelle halte ich an, befreie die Tür an allen Ecken und Enden von Schnee und Eis. Aber die Scheibe schließt nicht. Ich sehe mich schon den Schlitz, ca. 5mm hoch, mit irgendwas abdichten, damit mir die Karre die nächsten Tage auf dem Außenparkplatz des Flughafens nicht innen zuschneit. Dann betätige ich einfach mal den Scheibenheber. And magic happens, die Scheibe schließt wie wenn nix gewesen wäre.
Einschub: Auf der Homepage des Flughafens ist meine Maschine immer noch ohne Verspätung zu sehen. Einschub Ende.
Ein Bediensteter des Flughafens fordert die Passagiere die im Gate sitzen auf es zu verlassen und sich vor das (noch geschlossene) Tor des Zolls zu begeben. Da kommt doch schnell eine ganz stattliche Menge an Leuten zusammen. Das Rolltor öffnet sich, die Kontrolle am Zoll ist kurz, man landet dann wieder im gleichen Gate in dem man vorher schon mal saß. Die Anzeige für meinen Flug ist immer noch ohne Änderungsvermerk. Der ankommende Flieger hat immer noch eine Verspätung von gut einer Stunde. Die Wettervorhersage für Longyearbyen ist sehr gut, Sonnenschein und -10 °C, helt fantastisk.
Eigentlich sollte jetzt das Boarding für meinen Flug schon starten, es ist 11:30 Uhr, aber ohne Flieger ist das schlechterdings nicht möglich. Harren wir der Dinge die da kommen. Und schon kommt das Update für meinen Flug, neue Abflugzeit 13:15 Uhr. Nun gut, so lange es dabei bleibt. Draußen schneit es wieder etwas, aber die Sicht ist noch gut.
12:40 Uhr, der Flieger trifft pünktlich verspätet ein. Im Prinzip müssen jetzt alle Passagiere den Flieger verlassen, auch die die nach LYR weiter fliegen. Da ist die neue Abflugzeit eigentlich nicht einzuhalten. Alle müssten ihr Gepäck einsammeln, durch den Zoll und dann wieder zum Gate. Oder die Leute die nach LYR wollen sind schon in Oslo durch den Zoll. Man wird es sehen. Immerhin steht der Flieger am Gebäude, man kann also über die Passagierbrücke aus- und einsteigen.
10 Minuten sind vergangen, es ist noch kein einziger Passagier ausgestiegen. Kriegen die die Türe nicht auf? Gepäck wird derweil schon fleißig ausgeladen. Ahh, der Balg der sich über das Flugzeug legt, damit Wind und Wetter draußen bleiben, funktioniert wohl nicht richtig, er senkt sich nun noch mal runter. Dann steigen auch die Passagiere aus, stehen aber wieder vor einer Tür das ins Terminalgebäude führt. Gut Ding will Weile haben.
Noch mal 10 Minuten später, die Passagiere können immer noch nicht ins Gebäude.
Jetzt öffnet sich die Tür. Da steigen viele Leute aus, sieht aus als ob es der ganze Flieger ist. Also in einer Viertelstunde werden wir ganz bestimmt nicht abheben, auch nicht vom Finger ablegen.
Da sind Leute dabei die mutmaßlich Musikinstrumente auf dem Rücken geschultert haben.
Dann ging doch irgendwie alles recht flott, das Boarding startet in Gruppen, alles geht seinen Gang. Ich sitze im hinteren Bereich des Fliegers und soll die Treppe am Heck benutzen, also geht es kurz nach draußen. Meine Jacke hatte ich schon in meinem Rucksack verstaut, aber es war freundlich, kein Schnee, kein Sturm. Und siehe da, der Flieger füllt sich schnell, um 13:15 Uhr ist er schon gut belegt, aber bis alle drin sind dauert es noch etwas. Dann noch mal Pause, es rührt sich nix. Pushback und wir hoppeln los zur Enteisung. Langsam weiter zur Startbahn, auch hier wieder warten. Eine kleine Maschine kommt noch rein. Aufstellung zum Start, Schub, wir heben ab, in Richtung Süden, nach kurzer Strecke geht es in einer 180°-Kurve nach rechts. Wir steigen weiter, kommen durch die Wolken, strahlender Sonnenschein. Ich sitze am Gang - auf der linken Seite - und direkt über den Tragflächen, also der Blick nach draußen ist sehr eingeschränkt. Macht nix, auf dem Rückflug habe ich einen Fensterplatz auf der rechten Seite, da hat man zumindest beim Landeanflug in Tromsø einen schönen Blick auf die See.
Die Ansage des Käptens sagte uns gute Flugbedingungen voraus, fein, das hört man gerne. Noch ist es gut hell draußen, die Zeit, es ist 14:26 Uhr. Ankunft evtl. um 15:30 Uhr, vermute ich, denn die Startzeit hatte ich nicht verfolgt. Linker Hand (Richtung Westen) sieht man dichte Wolken und einen roten Horizont, rechts ist es schon merklich düsterer geworden. Festzustellen ist auf jeden Fall, dass man in einem Flieger alles andere als bequem sitzt, man weiß nicht wohin mit den Knien, man möchte sie irgendwie abschrauben.
So richtig habe ich gar nicht im Kopf was heute noch so alles auf dem Programm steht. Ein Blick in den Plan hilft. Also, 17 Uhr „KC's Club Arctica“ im Barentz Gastropub, dann im Kulturhuset ab 18:30 „Hilde Louise Asbjørnsen“, 20:00 „Henning Kvitnes“ und im Huset ab 22:00 Uhr „Gatsby Party med Swing'it“. Die „Svalbar“ wird aber so früh noch gar nicht offen haben, dann kriege ich hoffentlich im „Stationen“ etwas zu essen, zu Mittag gab es nix und im Flieger das wollte ich mir auch lieber verkneifen.
Morgen fallen dann drei Konzerte ins Wasser für die ich Karten habe, ich hoffe der Ausflug ist es wert.
Der Transfer ins Hotel läuft wie gewohnt. Es bleibt nicht viel Zeit, das nötigste zusammen klauben und schon geht es weiter.
Endlich angekommen. Das erste Bierchen steht vor mir, der Barentz Gastropub ist gut gefüllt, aber ich habe noch ein Plätzchen bekommen. Essen ist bestellt. Nun kann der Abend, kann Svalbard, das Festival beginnen. Und, ach ist das schön, grandiose Musik. Es sind alle „Laien“ von hier, bis auf einen der Schlagzeuger, den habe ich zwar bisher auf allen Konzerten gesehen meine aber das er aus Bodø kommt. Es gibt Zugaben, dann, ich dachte das war es jetzt schon und ziehe wieder meine Schuhe in der Garderobe/Schuhraum an, erklingt noch ein Stück, Pat Metheny, es ist zum dahin schmelzen.
Im Kulturhuset ist noch ein mächtiges Gewusel am Eingang, der Bereich des Cafés hat sich etwas vergrößert. Es gibt noch T-Shirts vom Festival und weil ich Glück habe und vorher schon jemand mit Cash bezahlt hatte konnte ich auch mein Cash anwenden und bekam dann das andere Geld zurück. Tja, ich glaube den Norwegern ist gar nicht klar, dass man Vipps nur als Norweger benutzen kann.