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SunriseSunset
Das komplette Dovrefjell hatte ich ja jüngst in 2022 wieder mal überquert, insofern könnte man heute eine leicht andere Route nehmen. Und zwar ab Hjerkinn der [29] folgend, dann auf die [27] bis man in Ringebu wieder auf die [E6] trifft. Überquert werden würden dann das Dovrefjell, Venabygdsfjellet und das Golsfjellet. Das Golsfjellet habe ich glaube ich in 2004 schon mal überquert, aber das Venabygdsfjellet wäre eine komplett neue Erfahrung. In Geilo hat es im Skigebiet jede Menge WebCams, siehe unten. Links zum Skigebiet: skigeilo.no, geilo-aktiv.com
Auf der [27] liegt der „Atnfossen“. Bei der Fahrt über eine Brücke, die über den Fluss Atna führt, ist er zu sehen. Dort hat es das „Vannbruksmuseum“ (Teil der Nasjonale Turistveger).
Wie wird „Geilo“ ausgesprochen:
Aussprache bei forvo.com.
„Alter Schwede“, was eine Fahrt heute. Auf so recht unbekannten Wegen darf ich dem Navi wirklich nicht so die Führung anvertrauen. So habe ich mich gleich heftig ins Bockshorn jagen lassen und bin v-i-e-l zu früh von der [E6] runter gefahren, obwohl ich schon im Kopf hatte, das ich eigentlich bis nach Lillehammer auf der [E6] bleiben muss. Aber die Wegführung sah so sinnig aus. Im Sommer hätte gegen die Streckenführung auch nichts gesprochen, aber im Winter hat es hier eine Menge Strecken die generell komplett gesperrt sind. Und dann stieg die Straße nicht nur stetig und steil an, nein es setzte nach und nach auch noch ein veritables Schneestürmchen ein. Mächtig dicke Flocken schüttelte Frau Holle da hernieder. Aber kneifen gilt nicht, langsam und mit höchster Konzentration geht es Kilometer um Kilometer weiter. Es ging auch schon wieder abwärts.
Und so plötzlich der Schneefall begann endete er auch wieder, blauer Himmel war zu sehen. Aber das half nicht darüber hinweg, dass ich so was von auf dem Holzweg war. Denn an einer vom Navi vorgeschlagenen Stelle sollte es zur Valdresflye hoch gehen und von der wusste ich, dass sie im Winter gesperrt ist. Warum es am Abzweig aber so aussah, als ob die Straße befahrbar wäre, das ist mir ein Rätsel. Das Wägelchen drehen und erst mal zurück nach Otta, das liegt an der [E6], da kann ich neu aufsetzen.
Kurz nach Otta wollte mich das Navi schon wieder nach Westen lotsen, wenn ich es richtig sah, dann eigentlich wieder die gleiche Route. Nee, meine Liebe, das mache ich mal schön nicht. Ich fahre weiter auf der [E6], irgendwie ist da ein Rest Unsicherheit, ich verlasse die [E6] noch mal kurz und orientiere mich auf meiner schönen Landkarte, ganz analog, mit einem grandiosen Überblick, da kommt das ganze elektronische Geraffel nicht mit. Ja, klar, bis nach Lillehammer muss ich fahren und dann nach Westen. So wird es gemacht. Und wo fährt das Super-Hasenhirn hin? Doch tatsächlich auf der [E6] in Richtung Norden. Und genau da ist die Straße so ausgebaut, dass man nicht einfach mal so drehen kann. Herr, lass Hirn auf den Fahrer regnen.
Jetzt nur nicht schneller fahren als erlaubt um Zeit wieder aufzuholen. Das Wetter ist richtig gut, die Sonne kommt immer mal wieder durch, blauer Himmel ist zu sehen. Das sollte aber noch ganz anders werden, aber so was von anders. Lillehammer kommt in Sicht, und ja, das Navi schickt mich nach Westen, aber halt, weiter südlich als ich das eigentlich in Erinnerung hatte. Ich fahre die [250] wie geplant. Ein schmales Sträßchen, eine Kurve jagt die andere es geht mit 7% Steigung ohne Ende nach oben. Es fängt an zu schneien. Es ist durchaus einiges los auf der Straße. Irgendwann ist die große Steigung zu Ende. Es bieten sich teilweise schöne Blicke in die umliegenden Berge. Aber hier ist an Anhalten nicht zu denken.
Und so wie es nach oben ging geht es auch wieder runter. Das Navi spricht immer noch von 100 km bis zum Ziel, wo es jetzt ausnahmsweise mal Recht hat. Langsam dämmert es auch, der Schneefall lässt nach, setzt mal aus, so, denkt man, lässt es sicher flott zum Ziel fahren. Und schon wieder steigt die Straße sehr unscheinbar aber stetig nach oben, es schneit eigentlich gar nicht mehr, aber es wirbelt Schnee auf der Straße umher und zwar heftig, super heftig. Wie aus dem Nichts steckt man in einem Schneewirbel drin und sieht nichts mehr, keine Straße, keine Leitplanken, ingen ting, nada.
Plötzlich steht ein Wagen auf der Gegenseite mit Warnblinkern. Der Grund war nicht so richtig zu ersehen, bis mir auffiel, das auf der Gegenseite mächtige Schneeverwehungen waren, wenn man da unbedacht rein fährt, das kann böse ausgehen. Der Schneefall hat mal wieder gestoppt, nur die Windböen sind heftig. Und schon steht auf elektronischen Anzeigen, dass diese und jene Straße gesperrt ist. Über die Hardangervidda will ich nicht, tangiert mich also nicht, was die Sperrung der [Rv7] zu sagen hat, weiß ich noch nicht so richtig zu deuten, schließlich fahre ich auf der bis nach Geilo. Ich fahre unbeirrt weiter. Die Straße steigt wieder steil an. Nun meldet sich auch noch meine Restspritanzeige. Klar, durch die vielen Umwege ist mein Plan heute nicht mehr zu tanken natürlich hinfällig. Und ich würde ja auch glatt jedem den Tipp geben den Tank nicht zu leer fahren. Jetzt mache ich es selbst. Und es stürmt, es schneit wieder wie wild, Blick auf die Reststrecke, ja, das reicht völlig, nur noch 10 km bis zum Ziel.
Die erste Tankstelle ist mir. Sie hat keinen 98er Saft, egal, das geht auch so. Ja, die Reifenkästen hängen mal wieder voll mit Schnee, jetzt kommt also der frisch erworbene Schneebesen, nein besser gesagt der Eiskratzer zum Einsatz. Damit wird zack-zack der festgebackene Schnee aus den Reifenkästen gestochen und schon ist da wieder Platz.
Weiterfahrt zum Hotel. An einer Abzweigung sehe ich nur eine gefühlt 4 Meter hohe Schneewand, da kann ich schon mal nicht zum Hotel fahren. Also auf der schmalen Straße drehen und einen anderen Weg finden. Ja, das klappt ja und die kleinen Wege im Dorf sind so gut geräumt, dass ich da auch fahren kann. Ankunft am Hotel, aussteigen, es fetzt der Wind um die Ohren. Erst mal das Gepäck rein, dann das Wägelchen parkieren. Ich frage mich jetzt schon, ob ich aus der Lücke übermorgen wieder raus komme. Das ist aber ein Problem für später. Jetzt erst mal was essen. Leckerster Lachs, mit Kartoffeln, Broccoli und einem großen Streifen Karotte.