Unterkunft
SunriseSunset
- E45
- Nicht über Arvidsjaur fahren sondern unterwegs nach links abbiegen in Richtung Arjeplog (66 km), Fjällnäs (10 km), Heden. Man kann auch noch in Slagnäs in Richtung Arjeplog fahren.
- In Arjeplog nach links auf die 95 einbiegen
- Kurz vor Storjord auf die [E6]
Was für ein Tag heute. Zuerst hatte ich leichte Startschwierigkeiten am Hotelparkplatz, weil ich gestern noch den ganzen Schnee aus den Radkästen entfernt hatte, den ich aber besser wo anders abgeklopft hätte und mir so nicht unnötig das Zurücksetzen erschwerte. Mit ein wenig Geduld war das Problem aber zu beheben.
In Östersund schneite es noch leicht, aber das hörte bald wieder auf. Der Schnee in der Landschaft wurde noch mehr. Es gab so viele Eindrücke, dass es schon schwer fällt, alles noch zusammen zu bekommen.
Die Abkürzung um Arvidsjaur hatte ich wieder verpasst, denn die Straßenschilder waren komplett zugeschneit. Aber es gab noch eine zweite Alternative. Die war dann auch gut lesbar ausgeschildert, das Navi weigerte sich eine Alternative zu berechnen. Vorher hatte ich einen Bus gesehen, aber keinen gewöhnlichen sondern einen Test-Bus, teilweise abgeklebt damit man Marke und Model nicht sieht. Ab der Abfahrt Slagnäs fuhr dann ein Test-LKW vor mir her, der eine gigantische Schneewolke hinter sich her zog. Das machte natürlich gar keinen Spaß. Also bei der nächsten Gelegenheit angehalten und erst mal etwas Zeit vergehen lassen. Es lag enorm viel Schnee, die Straße war komplett mit Schnee bedeckt.
Und auf dieser Abkürzung begegneten mir mehr Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichnen als Sverige. Aber das waren natürlich keine Touris sondern alles Testfahrzeuge von Audi, Porsche, VW, Mercedes, Maserati, so die Wagen nicht künstlich maskiert waren. Und was ich noch nie gesehen hatte, auch jede Menge Test-LKW.
In Arjeplog wollte ich noch mal tanken, denn danach kam ein Abschnitt wo es lange keine Tankstelle gab. In Arjeplog hatte es sogar zwei Tankstellen eine unbesetzte, sogar mit 98er Sprit, vermutlich eher der vielen Testwagen wegen die hier rum fahren. Dort wollte ich tanken, es soll ja nicht heißen ich wäre ein Verächter von Plastikgeld. Die erste Meldung die ich auf dem Display sah war das die Karte nicht akzeptiert wird, also habe ich die EC-Karte probiert, gleiche Meldung und dann war nur noch zu sehen „stängt“, was schlicht bedeutet, „geschlossen“. Ein wilder Fluch wurde ausgesprochen, das musste sein. Dann eben 100 m weiter über die Straße zu einer „bemannten“ Tanke.
Ab Arjeplog kommt viel Nichts, die Straße verläuft recht eben und auf langen Geraden. Man kann die erlaubten 100 km/h beherzt fahren. Die Temperaturen lagen schon den ganzen Tag bei ca. -7 °C. Nach einer Weile sah ich einen LKW entgegen kommen, bei dem man schon von weitem sah, dass er extrem langsam fuhr, als er näher kam hörte ich seine Schneeketten rasseln. Da fuhr es mir etwas in die Glieder, au Backe, was erwartet mich denn da noch [Info vorweg, es gab Null Probleme]. Kurz vor der norwegischen Grenze wurde das Wetter etwas rauer, es gab kleine Schneeverwehungen auf der Straße, es wurde recht düster und die Temperatur fiel auf -9 °C.
Am norwegischen Zoll fuhr ich ordnungsgemäß 30 km/h und hatte mit dem Vorgang schon längst abgeschlossen und es ging vom höchsten Punkt (ca. 740 m) der heutigen Strecke schon wieder bergab, als ich im Rückspiegel Blaulicht an einem Fahrzeug sah, es war aber kein Krankenwagen. Ich fuhr langsamer, um den eiligen Kandidaten vorbei zu lassen, aber der überholte nicht. Schwer von Begriff wie ich war fuhr ich dann auf einen kleinen Parkplatz und das Fahrzeug hielt direkt hinter mir. Ahh, das war die norwegische Polizei. Also Motor aus, Tür öffnen und mal hören was der junge Mann so wollte.
Das Übliche, wo ich her komme, wo ich hin will, ob ich Alkohol und Tabak dabei hätte. Als das geklärt war wollte er wissen, ob das ein Testfahrzeug sei, nein, meinte ich, das ist meine eigene Karre. Wie jetzt, echt? Meine Papiere wollte er gar nicht sehen, in den Kofferraum lugte er nur kurz rein und wollte wissen, ob unter dem Boden noch Stauraum sei, ich meinte da liegen schwere Eisenplatten zum Beschweren. Der war so hin und weg von der Kiste, dass er von seinem Kollegen im Wagen darauf aufmerksam gemacht wurde, ich solle doch mal das total verschneite Kennzeichen frei machen, damit er das checken konnte. Als ich noch erzählte ich fahre nach Tromsø und fliege dann von dort nach Svalbard verstand er glaube ich die Welt nicht mehr.
Das witzige war, ich habe diese ganze Diskussion quasi gefilmt, allerdings hatte ich den Deckel noch vor dem Objektiv und dann hätte man trotzdem nichts gesehen, weil sich das ganze ja hinter dem Auto abspielte.
Bevor man dann endlich auf die [E6] trifft, die vom Saltfjellet kommt, geht es ordentlich bergab und kurioserweise auch noch mal kurz heftig bergan und zwar auf einer sehr engen Straße. Allerdings wird dort an einem Tunnel gebaut, der wohl dann diesen kritischen Abschnitt umgeht.
Die restliche Strecke nach Fauske war dann unkompliziert.
Das Hotel in Fauske ist sehr nett, aber zum Abendessen bin ich doch außer Haus gegangen.