3 Std. 17 Min. (220 km)
2 Std. 11 Min. (186 km)
Unterkunft
SunriseSunset
MoonriseMoonset
Die Fähre in Larvik legt um 12:45 Uhr ab, man soll eine Stunde vorher da sein. Da noch den Besuch bei Forumsmitglied H. einzubauen wird nicht ganz einfach werden. Gut ist, von der Unterkunft aus geht es nur noch auf einem sehr kurzen Abschnitt ein paar wenige Höhenmeter hoch und ab da dann stetig und kontinuierlich auf Meereshöhe runter. Die Strecke bin ich erst einmal gefahren. Sie ist in Erinnerung geblieben als schmal und kurvenreich und in den Ortschaften hat es sehr häufig Langsamfahrstellen mit nur 30 km/h.
Abfahrt pünktlich um 7:30 Uhr. Es ist nicht eine Wolke am Himmel zu sehen, die Sonne ist noch nicht aufgegangen, verströmt aber schon ein zartes Rot im Osten. Es ist ein Traum. Die Kupplung ist schon recht schwergängig, aber der Motor startet gut. Uiui, -17° C hat es. Ausnahmsweise lasse ich meine Jacke an, und die Mütze bleibt auf dem Kopf, das mache ich normalerweise nur sehr selten. Auf der Straße ist niemand zu sehen. Ich lasse es sehr langsam angehen.
Am Hotel „Vasstulan 1100“ halte ich an, diesen Blick darf man sich nicht entgehen lassen. Es ist der höchste Punkt, auf 1.100 m. Man kann glasklar in die Weite schauen, in alle Richtungen. A-t-e-m-b-e-r-a-u-b-e-n-d.
Die Straße ist so wie ich sie in Erinnerung habe, kurvig, nicht wirklich breit, es gibt ne Menge Stellen wo man runter muss auf 40 km/h und das auf jeden Fall tun sollte, denn da lauern tückische „Hügel“. Aber zeitlich liege ich von Anfang an sehr gut im Rahmen, wenn das Navi schon sagt ich käme pünktlich an, dann schaffe ich das locker. Obwohl es ja gleich nach dem höchsten Punkt auf kurzer Strecke höhenmäßig recht heftig nach unten geht, bleibt es konstant kalt.
Bis sich das Wägelchen mal aufgewärmt hat dauert wirklich lange, aber dann ist es muckelig warm, Jacke, Mütze und Handschuhe haben ausgedient. Das ist doch gleich viel bequemer.
Es hat viel Schnee, die Sonne kommt dann auch irgendwann über die Berge, es ist eine konzentrierte Augenweide.
Das geschnürte mat pakke wird verspeist und Käffchen getrunken.
In Kongsberg halte ich an und mache ein paar Aufnahmen der kleinen - aber nicht minder imposanten - „Stromschnellen“. Ich weiß gar nicht, ob die mir beim letzten Mal überhaupt aufgefallen waren. Ich dachte ich muss nicht weit laufen um einen passablen Platz zum Fotografieren zu finden, dem war nicht so. Ich hätte doch besser die Jacke angezogen, man, war das frisch um die Nase.
Die Straße windet sich weiter wie ein Wurm gen Meer. Erst kurz vor Larvik fällt die Temperatur deutlich, kurz vorm Hafen lande ich bei -2° C. Ich muss nicht lange warten, bis ich meine Bordkarte bekomme, ich reihe mich in die wartenden Autos ein. Dann heißt es warten. Bald trifft die Fähre ein und es beginnt das was auch beim letzten Mal geschah. Ein nicht enden wollender Strom an Fahrzeugen ergoss sich aus dem Bauch der Fähre. Dann, die Fähre spuckte nichts mehr aus, dann müsste das Beladen ja bald beginnen.
Pustekuchen, schon wenige Sekunden später gebiert die Fähre weitere Fahrzeuge, es ist nicht zu fassen wie viele Fahrzeuge auf so ein Gefährt passen und ich möchte nicht wissen, ob sie wirklich voll war, was ich mir nicht vorstellen kann.
Dann rollen die ersten beiden Spuren los, ich stehe in der dritten.
Sofort auf das Außendeck. Beim letzten Mal konnte ich noch ein paar Bilder schießen, bevor es zu dunkel war und die Fähre schon am Losfahren war. Heute ist es sonnig und es bleibt genügend Zeit.
Bereits wenige Minuten vor der offiziellen Zeit werden die Schotten dicht gemacht, also auch hier, auf den aller letzten Drücker sollte man nicht kommen. Leinen los.
Den Sitzplatz in der Business Class aufsuchen, dort ist es durchaus gut besucht, auch im anderen Bereich des Schiffs ist mächtig was los. Zeit zu schreiben.
Nun habe ich seit der Zeit meiner Abfahrt zu Hause keine Nachrichten verfolgt, ich bin absolut nicht auf dem neusten Stand. Auf den Monitoren erscheinen Werbung und ein paar Headlines von „VG“. Trump habe mit Putin gesprochen, kann man lesen. Wer weiß was in den gut zwei Wochen alles passiert ist.
Kurzer Blick nach draußen, da ist schon Land zu sehen, der Monitor zeigt, die Fähre fährt gleich in den Hafen von Hirtshals ein. Wenige Minuten später kommt schon die Ansage, dass man sich auf das Autodeck begeben soll.
Runter von der Fähre, raus aus Hirtshals, Tempomat auf 100 km/h. Damit komme ich fast bis Aarhus.
Dieses Mal kann ich am Hotel den Parkplatz auf dem Dach benutzen, erreichbar über einen Fahrstuhl. Das ist definitiv nix für Leute mit Platzangst.
Wo bekomme ich noch etwas zu essen, frage ich die freundliche junge Frau an der Rezeption, ja, gerade um die Ecke, da ist das „Street Food“. Ich marschiere los, sehe es auch schon, komme aber gar nicht bis dahin, sondern gucke schon vorher in ein anderes Restaurant. Man kann durch mehrere Fenster von der Straße rein schauen, fast alle Tische sind besetzt. Das kann nix schlechtes sein. Also direkt rein da, die Speisekarte habe ich gar nicht lange studiert, sofern draußen überhaupt eine gewesen wäre. Ahh, es gibt hier nur Buffet, noch ca. eine Stunde lang. Nun, da bin ich doch dabei.
Es hat zig Salate und andere kleinere Leckereien als Vorspeise, das war ein ziemlich guter Einstieg. Dann schauen wir mal bei den Hauptgerichten. Schilder an den einzelnen Speisen stehen keine, würde mir eh nicht allzu viel helfen. Also wähle ich nach Augenschein, auch hier gab es keine Nieten. Dann habe ich mich noch mal beim Fleisch angestellt das von einer Fachkraft gezielt angeboten wurde. Drei kleinere Scheibchen von diesem und jenem, noch mal garniert mit ein paar Beilagen. Köstlich.
Nun dürstete es mich noch nach einer Gerstensaft-Kaltschale, also doch noch weiter zum „Street Food“. Dort hat es in einer großen Halle zig unterschiedliche kleinste Stände, sicherlich 20 an der Zahl. Einige bieten Essen an, andere nur Getränke. Ich lasse mir ein fruchtiges IPA empfehlen, ein „Lagunitas IPA“. Dort noch ein wenig in die Tasten hauen. Und so geht der letzte volle Urlaubstag zu Ende.
Ab heute kann ich mir sparen die Wettervorhersagen anzuschauen. Das was ich in der letzten Woche erlebt habe wird sich für mal mindestens ein Jahr nicht wiederholen.