Unterkunft
SunriseSunset
Position der MS Norröna.
| Tag | Hafen | Ankunft | Abfahrt |
|---|---|---|---|
| Sa | Hirtshals | 15:00 | |
| So | auf See | ||
| Mo | Tórshavn | 07:30 | 13:00 |
| Di | Seyðisfjörður | 09:00 |
Gebucht auf der Fähre
- Frühstück Skansagarður, Erwachsener, 30.10.2023 06.00
So eine richtige Vorstellung von dem was ich während des Aufenthalts in Tórshavn mache habe ich noch nicht. Laut Forum ist es im Winter durchaus möglich vorab zu vereinbaren, dass man mit dem Auto die Fähre verlassen kann. Planmäßig kommt man um 07:30 Uhr an und um 13 Uhr geht es weiter. Wenn man allerdings mehr von den Føroyar sehen will, dann sollte man das auf der Anreise nach Ísland tun, auf der Rückreise kommt man um 16:00 Uhr in Tórshavn an und das Schiff legt wieder um 20:00 Uhr ab. Zu der Jahreszeit ist es dann eh schon dunkel. Vermutlich werde ich mir den Stress nicht antun und mit dem Auto von der Fähre runter fahren. Es gibt sicherlich genug in Tórshavn zu sehen.
Die Nacht verlief sehr ruhig, kein Schaukeln oder gar Bocksprünge.
Heute kommen wir also in Tórshavn an, planmäßig um 7:30 Uhr. Gegen 6 Uhr ertönt eine Durchsage die das ankündigte. Um kurz nach 7 Uhr lugte ich aus dem Fenster und sah, dass wir bereits in den Hafen einlaufen. Wenige Minuten vor der planmäßigen Ankunft wurde das Schiff vertäut. Ja, so geht Pünktlichkeit (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an Mobi Lines). Das Wetter war recht durchwachsen, ziemlich bewölkt, teilweise düster aber schon im nächsten Moment bahnt sich die Sonne spektakulär ihren Weg. Die Entfernungen lassen sich für mich nur schwer einschätzen, ich vermute mal, dass Dinge deutlich weiter entfernt sind als sie scheinen. Beim Frühstück waren heute sichtbar weniger Leute zu sehen.
Dann gab es aber auch nicht viel Zeit zu verlieren und los geht es auf Stadterkundung. Zunächst bin ich zur „Skansin“, also der Festung. Ich würde mal sagen, kleiner hätte sie nicht ausfallen dürfen, ein überschaubares Gelände. Es gab zwei größere Kanonen zu sehen und vier kleinere. Das Wetter war im Moment ziemlich gut. Temperatur, naja, schon recht frisch, ganz sicher einstellig im Plusbereich und natürlich immer Wind, Wind, Wind. Dann ging es weiter zu „Tinganes“, der Altstadt. Liegt auf einem hügeligen Gelände direkt am Rande des Hafens. Kleine Gässchen durchziehen es, die Häuser sind, so kann man es wohl sagen, malerisch, pittoresk, teilweise mit Gras bewachsen. In ihnen befinden sich, so weit ich es mitbekommen habe, Büros, kleine Geschäfte. Alles in allem wirklich sehr schön, nicht künstlich oder museumshaft, sondern das echte Leben.
Einschub: Ich sitze erneut an Bord in der Bibliothek und es spricht wieder eine Autorin. Diesmal das komplette Gegenteil. Man hört sie kaum, plärrt nicht durch die Gegend, das gefällt mir. Ende Einschub.
Es geht weiter am alten Hafen entlang, es beginnt zu fisseln und dann regnet es, nicht wirklich wild und nach wenigen Minuten ist schon wieder alles vorbei. Den Weg den ich mir vorgenommen hatte war ich schon virtuell (auf G__gle Street View) zu Hause abgeschritten, ich wollte hoch zu einem Punkt wo eine Webcam steht (siehe unten bei „Tórshavn live“). Eine Strecke von 3,7 km, also schon ein Weilchen zu laufen. An einer Stelle hatte ich mich dann doch verheddert und bin kein Schleichweg gegangen sondern die normale Straße entlang. Auf dem Weg regnete es mehrmals kurz, aber davon wollte ich mich nicht schrecken lassen. Meine neue Regenjacke kam so schon mal zum Einsatz. An einem Punkt weit vor der Kamera, die ich vermutlich eh nicht gefunden hätte, worum es ja auch gar nicht ging, hatte ich einen guten Blick auf den Hafen und das Schiff. Und wie bestellt hörte es auch gerade mal wieder auf zu Regnen und mit ein wenig blauem Himmel gelangen gute Aufnahmen. Den Rückweg konnte ich dann auch auf dem kürzeren Weg nehmen und flugs war ich wieder in der Stadt angekommen.
Letzter Zeitpunkt aufs Schiff zu kommen war ja 12 Uhr, es war irgendwas kurz vor 11 Uhr, also noch gut in der Zeit. Ein wenig bin ich dann auch noch in Richtung Zentrum marschiert, aber so richtig zog es mich auch nicht mehr weiter nach Norden, etwa zum „Viðarlundin“, einem Park. Dann also wieder in Ruhe zurück zum Schiff.
Schnell den Akku der Kamera wechseln und wieder an Deck. Das Wetter zeigte sich erneut von seiner besten Seite die Sonne strahlte auf die ganze Stadt, ein Traum. So, nun sind aber wirklich mal genug Bilder geschossen. Wieder in die Kabine, mal kurz durchatmen.
Blick auf die Uhr, kurz vor 13 Uhr, die Maschinen werden angeworfen. Die Abfahrt erfolgt sehr pünktlich. Also schnell wieder alle notwendigen Klamotten anwerfen und an Deck. Es ist hell, das Wetter prächtig, das sollte man sich also nicht entgehen lassen. Jeder Blick ein Motiv, klick klick klick. Positionswechsel, klick klick klick. Und da, ein Regenbogen, der mitten in der See zu entspringen scheint, er wird immer größer und auf der gegenüberliegenden Seite streckt sich auch schon ein Bogen in den Himmel. Wenige Minuten später treffen sie sich, Sekunden später deutet sich ein zweiter kleiner Bogen an. Klick klick klick. Dann rauscht mal ein Regenschauer aus der Ferne an, man sieht ihn genau auf das Schiff zulaufen. Tröpfel, tröpfel, tröpfel.
Die Landschaft die man sieht erinnert einen ein wenig an norwegische Fjorde, mit dem Unterschied, dass hier nichts so schroff ist. Die Berge sind meistens komplett grün mit Gras, bis zur Spitze. Das Schiff gleitet an ihnen vorbei, die Sonne strahlt immer mal wieder einige durch Wolkenlücken wie einen Scheinwerfer an, phantastisch. Der Wind ist, je nach dem wo man sich aufhält, sehr frisch um die Nase. Dann biegen wir unvermittelt nach Nordosten ab, es geht in eine Art Fjord, die Berge links und rechts sind zum Greifen nah. Es tauchen immer wieder kleine Ortschaften auf die mehr oder weniger direkt am Meer liegen. Einmal kann man sogar etwas Schnee auf den ganz hohen Gipfeln erhaschen. Wie hoch die Berge hier sind, ich habe keine Ahnung, ich tippe mal vorsichtig, nein, ich tippe nicht, habe gleich auf OSM geschaut. Also 700 m werden erreicht und die Berge die mit Schnee bedeckt waren 830 m.
Die Uhr in der Bibliothek zeigt immer noch die falsche Zeit, sie sagt es wäre 18:30 Uhr, es ist aber erst 17:30 Uhr.
Das Mittagessen hatte ich ganz vergessen zu erwähnen. Das hatte ich heute nicht vorgebucht, weil ich annahm, dass ich evtl. etwas in der Stadt esse, aber da wusste ich noch nicht, dass man schon wieder so früh an Bord sein muss. Also wieder ans Buffet im „Nóatún“. Heute lachten mich die Fischfrikadellen an. Dazu gab es Kartoffel und eine leckere helle Sauce mit Spargelstückchen. Da habe ich mir auch noch mal einen Nachschlag geholt. Das Bier das ich mir dazu ausgesucht hatte war dann eines ohne „Umdrehungen“. Da hätte ich mal vorher besser studieren sollen was auf der Büchse drauf stand, denn das Wort hätte ich nämlich durchaus verstanden. Es war aber gar nicht ganz ohne Alkohol sondern 0,5%, kenne mich da jetzt gar nicht so aus, aber zu Hause hat das „alkoholfreie“ Bier doch in der Regel wirklich 0,0%. Sei es drum.
Draußen ist es mittlerweile stockdunkel, das Schiff gleitet mehr oder wenig ruhig durch die See. So langsam geht die Uhr auf 18 Uhr, die Zeit für das Abendessen rückt näher.
Leider habe ich Dösel vergessen die Zeit in meiner Kamera umzustellen, auf dem GPS-Logger schon. Also habe ich die ersten Bilder nachträglich angepasst, aber irgendwas stimmt da immer noch was nicht, auch die Bilder nach der Umstellung tragen die falsche Uhrzeit, Mist.
Zum Abendessen konnte ich mich wieder für das üppige Kombi-Lachs-reke-Brot erwärmen. Und dann stand da noch ein Nachtisch der lecker aussah in der Vitrine, ich aber sicherheitshalber doch um eine kurze Inhaltsbeschreibung gebeten hatte. Meine Vermutung hatte sich bestätigt, es waren Äpfel, genauer gesagt ein dänischer apple crumble, gekrönt von einer Sahnehaube. Und dieses Mal Augen auf bei der Wahl der Gerstensaftkaltschale, da schauen wir lieber mal auf das Etikett, ja, der hat Stromstärke und ist auch dunkler Natur. Das Brot war sowieso lecker und der apple crumple ausgezeichnet. Das Bier war leider wieder nicht wirklich anständig gekühlt, aber man merkte, das hat Potential.
Von so anstrengender Tätigkeit muss man sich natürlich erst mal etwas erholen, also noch mal kurz in die Kabine. Aber so konnte man den letzten Abend natürlich nicht ausklingen lassen. Also auf in die Bibliothek und ein „Lundi“ bestellt. Nee, das hätten sie nicht, aber oben gäbe es das, es sei da sogar Happy Hour. Also gut, einen Stock nach oben, aber da ist ja nur das noble Restaurant und das „Nóatún“ hatte schon geschlossen. Und nun? Ja klar, der meinte das „Laterna Magica“ auf Deck 10. Also von Deck 5 flugs auf Deck 10, natürlich per Treppe und schon zwei Stockwerke drunter hörte man einen Barden an seiner Klampfe zupfen. Da muss man (nein ich) jetzt durch. Was nimmt man nicht alles für ein leckeres Bierchen auf sich. Ich meine das Liedgut was er da sang war nicht mal schlecht, Simon & Garfunkel, aber die Ausführung konnte mit dem Original nicht wirklich mithalten.
Und Happy Hour sei Dank standen da nun zwei Bierchen auf dem Tresen, wenn auch nicht wirklich fachmännisch eingeschenkt (also quasi null Schaumkrone) aber doch gut gekühlt. Für die doch eher überschaubare Menge an Leuten die hier sitzt ist der Tresen ständig umringt.
Irgendwie verrückt, man schippert hier mitten im Nichts zwischen zwei Inseln, seit drei Tagen keine Nachrichten mehr gehört oder gesehen und denkt sich warum schießen sie sich andernorts nur über den Haufen.
Ehrlich gesagt habe ich immer noch nicht den leisesten Schimmer wer denn nun wann und wo auf dem Festival auftritt. Mails hatte ich eigentlich im Blick aber da stand diesbzgl. noch nix dabei. So oder so, es bleibt hier nur sich überraschen zu lassen. Auch wenn die Veranstaltungsorte recht nah beieinander liegen werde ich jetzt nicht wild hin und herspringen.
Unter https://www.vesselfinder.com ist zu lesen das:
The current position of NORROENA is at North East Atlantic Ocean reported 6 hours ago by AIS. The vessel is en route to SEYDISFJORD, sailing at a speed of 14.8 knots and expected to arrive there on Oct 31, 09:00. The vessel NORROENA (IMO 9227390, MMSI 231200000) is a Passenger/Ro-Ro Cargo Ship built in 2003 (20 years old) and currently sailing under the flag of Faeroe Islands.
Einschub: Der Barde ist von einer kurzen Pause zurück. Das Publikum hat sich schon etwas gelichtet. Es ist 22:27 Uhr.
Die Bedingungen auf windy.com sehen sehr gut aus. Kurz vor Seyðisfjörður hat es gerade nur 5 Knoten. Das ist sehr wenig. Für Mývatn hat es die nächsten Tage durchgehend knappe Minustemperaturen. Morgen soll es dort sogar Sonne geben. Das wäre ja nicht auszudenken, welch ein Glück. Für Varmahlíð sind für Mittwoch auch Sonne und Temperaturen gut unter dem Gefrierpunkt angesagt. Länger mag ich derzeit noch nicht in die Zukunft gucken. Die Prognose für meine Rückfahrt (mit der Fähre) will ich jetzt auf jeden Fall noch gar nicht wissen.
Da schneit gerade eine Mail herein. Na endlich.
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Das ganze ist natürlich abgestimmt auf die Smartphone-Jünger. Und ich Neandertaler guck da in die Röhre, grummel. Noch habe ich ein paar Tage Zeit das irgendwie auszubaldowern.
Jetzt ist aber mal Ende hier. 23:22 Uhr.
Norðoyggjar
Eysturoy
Streymoy
Vágar
Suðuroy
Havnir