Unterkunft
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Was habe ich die letzten Tage alles geschrieben. Aber im Moment ist es nicht erreichbar. Ich sitze im „Barentz Pub“ und will das Tablet einschalten und es tut sich nix. Zur Hölle mit dem Dreckding. Ich gehe zurück ins Hotel, stöpsel das Gerät noch mal an den Strom, aber es rührt sich nix. Tja, da schnappe ich mir das Notebook und ziehe los zur „Svalbar“, mit dem Notebook.
Ich tue trotzdem mal so, als ob ich den Faden hier wieder aufnehme.
Habe ich mich auf dem Sofa „gerekelt“? Naja, nicht wirklich, ein paar Minuten, aber dann ging es schon auf zur „Svalbard Kirke“. Man ist das frisch draußen. Zum Glück hatte ich mich gegen die Jeans entschieden und die wattierte Hose angezogen. Und selbst mit der war das nicht gerade eine überhitzte Sache.
Ich komme rechtzeitig an der Kirche an. Die meisten Leute sind wohl schon oben, die Garderobe ist gut gefüllt. Ich bekomme einen schönen Sitzplatz. Neben mir sitzen Leute aus dem Hotel, die Schwizerdütsch sprachen. Ich wechsel ein paar Worte mit einer von ihnen.
Die Pastorin waltet ihres Amtes und weist auf die feuerpolizeilichen Spezialitäten hin. Und dann kommt es, sie stellt die alles entscheidende Frage. Ob auch alle ihr Auto in Fahrtrichtung Süden geparkt hätten. Damit im Falle eines Falles jeder sofort in sein Auto springen kann um los zu fahren (den Autoschlüssel sollte man auch in der Jackentasche haben), damit die Feuerwehr aus Richtung Norden anrücken kann. Es gab nun niemanden der sich erhob und sein Auto umgeparkt hätte. Denn als ich ankam standen jede Menge Fahrzeuge in genau der falschen Richtung. Das passiert also im Gotteshaus, Lügen dass sich die Balken biegen. ;-)
Nach der Pastorin kommt der Chef des Festivals, macht die letzte Ansage. Dann kommen Fay und Thommy. Und jetzt klärt sich auch für mich wer Thommy ist, der Bandkollege und Ehemann von Fay, wenn ich das so richtig verstanden habe. Die Stücke die gespielt werden sind eher ruhigerer Natur. Irgendwann kommt auch die Frage auf wo denn die Leute aus dem Publikum herkommen. Da kam aus einigen Reihen hinter mir „Croatia“, verständlicherweise allgemeines Raunen. Ich traute mich dann noch „Tyskland“ zu rufen, auch wenn man nicht immer weiß wie das aufgenommen wird. Fay kommentierte es mit „Ich habe ein kleines Auto“, das sei das Einzige was sie auf Deutsch könne. Nun denn.
Das meiste was sie erzählte habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Schade eigentlich. Nach dem letzten offiziellen Lied erzählte sie noch etwas, dass sie jemanden was gefragt hatte und sie eine Zusage bekommen hatte. Es war die Zusage von Bugge mit den beiden ein Stück zu spielen. Der saß die ganze Zeit im Publikum und ich dachte er sitzt einfach so dabei, dass er wirklich noch einen „Einsatz“ haben könnte hatte ich nicht erwartet.
Ja, nun ist es Geschichte, das PolarJazz Festival 2026 ist zu Ende. Es war toll.
Zurück ins Hotel, Tablet schnappen und ab in den „Barentz Pub“ (wo ich nur hinging um zu schauen wie kalt es ist, das Thermometer zeigte -20° C), wo wir wieder am Ausgangspunkt der oberen Schilderung wären. Der aktuelle Text ist geschrieben in der „Svalbar“. Dort traf ich den Herren wieder, den ich gestern im Kulturhuset sah. Als er zahlte sprach er mit der Bedienung und ich glaubte, dass sie deutsch sprachen. Ich sprach sie dann an und ja, sie kommt aus der Schweiz und ist erst ein paar Tage hier. Echt krass, wie viele deutsche Stimmen ich hier in den letzten Tagen gehört und gesprochen habe.
Mail vom Hotel in Bodø, man könnte jetzt schon online einchecken. Boa ey wie mir das auf den Sa__ geht, dieser ganze online Erledigungs-Scheiß. Ich mache es trotzdem. Und huch, wo ist eigentlich meine Kreditkarte. Hab' ich im Hotel vergessen. Das ist mir im Leben noch nicht passiert. Zum Glück ist das Hotel nur ein paar Meter weiter. Ich sage kurz Bescheid, lasse Notebook (gesperrt) auf dem Tisch stehen und gehe los, ohne Jacke. Hölle, ist das kalt. Zumindest ist die Kreditkarte da wo ich sie erwartet hatte. Wieder durch die Kälte zurück in die Svalbar. Das Publikum hat sich schon deutlich gelichtet. Die ziemlich - ach nee, das lasse ich lieber. Laut Plan geht es hier noch bis 2 Uhr, aber das ist nicht das heutige Tagesziel. Aufbruch.