Unterkunft
So ganz ohne Konzert-Veranstaltungen ergeben sich ja plötzlich komplett neue Perspektiven was man so (fast) den ganzen Tag machen könnte. Und es hat ja nun auch deutlich mehr und länger Tageslicht als noch einen Monat früher. Hinzu kommt, dass viele Touren erst ab März angeboten werden. Wenn man dann aber konkret schaut sieht es mit den Möglichkeiten doch nicht allzu üppig aus. Die meisten Touren finden nicht täglich statt oder kollidieren mit meinem Hauptevent, nämlich der Rückkehr der Sonne morgen am Dienstag.
| Was | Bemerkung | Zeitraum | Dauer | Link |
|---|---|---|---|---|
| Startet erst am 23.03.2022 | Mar-Apr | 3 h | Link | |
| Ice cave tour with snowcat | Möglich wäre 07.03.2022 09:00 | Jan-May | 3 h | Link |
| Fjordcruise towards the Esmark Glacier & Barentsburg - HTG | Möglich wäre 07.03.2022 08:30 | 01.03.-30.09. | Mo, We, Fr 08:30 - 18:30 | Link |
| Möglich wäre 08.03.2022 08:30 | 01.03.-30.09. | Tu, Th, Sa 08:30 - 19:30 | Link |
12.00: Trio Oro - DKS (Den kulturelle skolesekken) i Kulturhuset. Dette er for skoleelever 1.-7.trinn.
18.00: "Dødsing" i Svømmehallen.
Dette er et arrangement for ungdom.
19.30: Solquiz - Mary-Ann’s Polarrigg
Premie: billetter til Klovner i Kamp
Gebucht habe ich schließlich „Fjordcruise towards the Esmark Glacier & Barentsburg“.
Fjordcruise towards the Esmark Glacier & Barentsburg
Available
Dates: 1 Mar 2022 - 30 Sept 2022
Monday 08:30 - 18:30
Wednesday 08:30 - 18:30
Friday 08:30 - 18:30
About
The world’s northernmost fjord-cruise with MS Billefjord
Write a new entry in your travel diary!
We set out crossing Isfjorden towards Ymer Bay, and the Esmark Glacier. With vast opportunities to experience the arctic wildlife, keep your eyes open and look for whales, seals and a plethora of birds. And if we are really lucky, a Polar Bear might be roaming around by the glacier. The guide on board the ship will tell about the history of Longyearbyen, glaciers, arctic wildlife, and possibly also a “polar tall tale” or two…
A warm lunch is served by the glacier
Marinated whale meat, baked salmon and pork rib, is on the menu. Served with a pasta salad, rice and our own locally baked bread. A vegetarian option is available at the time of reservation, for an additional fee of NOK 50 per person.
We will dock in Barentsburg, where the English speaking Russian guide is waiting to take us on a tour of the city. If time allows, it will be possible to explore a little on your own, before the ship takes us back to Longyearbyen again. In Barentsburg you will find a post office, a souvenir shop as well as a local brewery.
On our way back to Longyearbyen, we will pass by the abandoned Russian coal mining installations in Coles Bay and Grumant, as well as making a slow pass by the bird cliffs.
Schedule
- 08:15am Bus-transfer from airport/camping
- 08:30am Bus-transfer from hotel/accommodation
- 09:00am Departure from Longyearbyen
- 12:30pm* Esmark glacier - Lunch
- 02:00pm* Arrival Barentsburg
- 04:00pm* Departure Barentsburg
- 06:30pm* Arrival Longyearbyen
(* indicates approximate times)
The schedule above depends on weather and wind conditions, wildlife encounters, and drop-off or pickup of guests in the field.
Bring warm and windproof clothing, including a hat and mittens. Don’t forget your camera or binoculars! Fully licensed bar. Waffles, snacks as well as some souvenirs can be purchased on board. Payment with cash or credit card is possible on board and in Barentsburg.
Minimum number of pax: 8 fully paying passengers.
Disclaimer
By completing the reservation of this Fjord-cruise, the terms and conditions found HERE are accepted.
Henningsen Transport & Guiding wish you welcome aboard - The worlds northernmost fjord-cruise!
SunriseSunset
Was zur Hölle ist das, um 6 Uhr ist es draußen schon hell, das braucht doch kein Mensch. Frühstück. Plan entwerfen wann man welche Kleidungsstücke wo anzieht. Im Zimmer hatte ich die Heizung schon gestern Abend ausgeschaltet, es war also relativ kühl, die Betonung liegt auf relativ. Denn sobald man ein Teil der Spezialkleidung anzieht, die man in unseren Breitengraden in 100 Jahren nicht mehr braucht, wird es urplötzlich sehr warm.
Aber das Hotel hat vorgesorgt. Genauso wie ich es in der Coal Miners’ Cabins 2015 kennen gelernt hatte, nur noch konsequenter verfeinert. Es gibt eine Art „Kälteschleuse“, einfach ein kleiner Flurbereich komplett abgetrennt zwischen Hotelbereich, der mollig warm ist, und dem Außenbereich. Mit dem entscheidenden Detail, dass dieser Schleusenbereich absolut ungeheizt ist, also dort quasi schon Außentemperaturen herrschen.
Auf bereit stehenden Bänken - mit Rentierfell authentisch ausgestattet - kann man also in Ruhe die Schuhe anziehen, welche man sich vorher im Innenbereich geschnappt hat, denn, auch ganz traditionsgerecht, zieht man hier die Schuhe aus, bevor man ein Gebäude betritt. Sinnigerweise zieht man hier natürlich auch erst die letzten sonstigen Zwiebelschalenelemente der Kleidung an, also Schal, Mütze, Innenjacke, Außenjacke, Handschuhe. So beugt man einer unangenehmen Überhitzung entgegen.
Und schon taucht auch der Guide der heutigen Tour auf. Noch zwei weitere Hotelgäste steigen in den bereit stehenden Bus ein. Der klappert noch ein paar weitere Hotels ab und es geht zum Hafen. Dort steht das Schiff bereit, die „Billefjord“.
Wie sich später herausstellte war eine Fotogruppe aus Deutschland dabei, damit dürfte Tyskland die stärkste Gruppe gestellt haben. Noch ein Pärchen die wohl italienisch sprachen, 3 Schweden, die beiden jungen Leute aus meinem Hotel waren offensichtlich die einzigen Norweger, und ein Brite, aus London. Ah und noch ein Paar die ich sprachlich nicht identifizieren konnte.
Die Reisegeschwindigkeit war sehr gemütlich, also wirklich sehr gemütlich.
Das Schiff hatte noch nicht richtig abgelegt, gab es auch schon eine erste Einführung des Guides was es so zu sehen gab, wenn man aus den Fenstern guckte. Da gibt es ja einiges, die Kohleminen, der Saatguttresor, der Flughafen, der der jüngste auf der Welt ist, zumindest der kommerziellen Luftfahrt. Und in den 90ern des letzten Jahrhunderts gab es einen folgenschweren Flugzeugabsturz, die Anzahl der Toten muss ich noch mal nachschlagen, aber was mich irritiert, dass das noch nicht wirklich so lange her ist. Ich war der Meinung, dass das deutlich länger zurück liegt, muss ich wohl falsch verstanden haben.
Das Wetter war ziemlich gut, die Berge gegenüber von Longyearbyen wurden schön von der Sonne beschienen und sobald wir den Adventfjorden hinter uns gelassen hatten, sah man auch andere Berge die im Sonnenlicht erschienen, absolut großartig. Ich meinte zum Guide, dass wir wohl „lucky“ seien, dass wir so schönes Wetter erwischt haben. Da meinte er, jein, für den späteren Tag seien noch rauere Konditionen angesagt, deutlich rauere, betonte er. Uiuiuiuiui, dachte ich da so bei mir, also Fische füttern wollte ich keine heute.
Also heißt es das hier und jetzt zu genießen. Ab und zu fahren wir durch ein Feld mit Eisschollen, aber das Schiff gleitet da durch ohne das man etwas merkt. Es sei sogar in der Lage Eis zu brechen, aber das sei aus Umweltschutzgründen eh verboten. Als das Schiff den ersten Eisschollenbereich durchfuhr stürmten natürlich alle gleich nach draußen, um sich das anzuschauen und vielfach abzulichten, ich natürlich auch. Wieder zurück im Schiff sagte der Guide, etwas verschmitzt, es war nur ein Feld mit Eisschollen, wohl wissend, dass das für die Gäste logischerweise etwas besonderes ist. Also ich bin in meinem Leben noch nicht durch ein Eisschollenfeld gefahren. Und es ist gut möglich, dass es auch nicht wieder vorkommen wird.
Heute gab es ja zwei Programmhöhepunkte die mit 99prozentiger Sicherheit eintreten würden. Der erste Punkt war der Esmark Glacier.
Bis wir dort waren, war allerdings von dem tollen Wetter nichts mehr geblieben, also zumindest war die Sonne weg, ansonsten war alles im grünen Bereich, also keine Monsterwellen, keine „dichte Suppe“ oder sonst was Unangenehmes. Womit ich nicht gerechnet hatte, dass wir gar nicht an die Abbruchkante des Gletschers heran fahren konnten, denn vor dem Gletscher war ein ziemlich breiter Bereich der von einer Eisschicht bedeckt war und, siehe oben, die ja nicht durchbrochen werden durfte. Also meine Schätzung war, dass das locker ein Kilometer war, der fehlte bis zur direkten Abbruchkante. Aber man kann sich da schwer verschätzen.
Kurzer Einschub, ich sitze in der „Svalbar“, habe ein leckeres Stück Lachs mit Gemüse und Kartoffelspalten genossen, zwei Gerstenkaltschalen dazu, also das Ausklingen des Tages gestaltet sich äußert angenehm. Ende Einschub.
Schon während wir alle den Gletscher betrachteten, was fast in einer religiösen Stille stattfand, was ich als bemerkenswert einstufe, da scheint ja was in den Köpfen der Leute abgelaufen zu sein. Vielleicht interpretiere ich da auch etwas rein, was nicht stimmt. Und obwohl der Guide meinte, dass dieser Gletscher einer der wenigen sei, der recht stabil ist, weiß natürlich jeder, dass weltweit Gletscher dahin schmelzen wie in der Wüste. Das war was ich meinte, mit der andächtigen Stille. Denn im Prinzip sind es die aktuellen Beobachter, die zu der ganzen K*cke beitragen, sagen wir es doch wie es ist.
Den ersten obigen Satz habe ich nicht zu Ende geführt, schon während wir noch den Gletscher beobachteten, stieg ein Geruch in die Nase, und zwar nicht die Abgase des Schiffes, sondern was Angenehmeres. Inkludiert im Ausflug war ja auch ein Mittagessen. Es gab - auf dem offenen Grill, an Deck - gegrilltes Walfleisch, irgendwas vom Schwein und Lachs, angereichert wahlweise mit Reis und/oder Salat. Also irgendwas vom Schwein brauche ich wirklich nicht, dass kann ich bis zum Sprung in die „Kiste“, wenn ich will, jeden Tag haben. Klar, hadere ich mit Wal auf dem Teller, aber es wird das erste und letzte Mal sein, also, ja, das probiere ich.
Die erste Hürde die zu nehmen ist, das Besteck ist, ökologisch korrekt, aus Holz. Das Walfleisch ist zwar durchaus zart aber minimal auch schneideresistent und schon nach wenigen Minuten habe ich meine ökologische Holzgabel in Trümmer zerlegt. Also muss eine weitere Besteckgarnitur her. Ist da die Ökobilanz nun im Eimer?
Fazit bzgl. des Walfleisches, ja, das war lecker. Zu behaupten, aus Tierschutzgründen im ganzen Leben keines mehr zu essen ist natürlich verlogen bis ins Letzte. Der Wal der für uns geschlachtet wurde hat mit 100%iger Sicherheit, und die Betonung liegt auf 100%ig, vorher ein passables Leben geführt. So ziemlich alles andere Fleischliche was ich noch zu mir führen werde, wird, ob öko hin oder her, unter bedeutend schlechteren Bedingungen gelebt haben. Wer was anders glaubt lügt sich in die Tasche. Sorry, wollte jetzt die Stimmung nicht vermiesen.
Wir schippern nun also weiter nach Barentsburg, dem zweiten Programmpunkt des Tages. Da steht nun also ein ziemlich großer „Elefant“ im Raum, Barentsburg=Russland. Auch wenn das so nicht 100%ig stimmt, denn ganz Svalbard steht unter norwegischer Verwaltung. Trotzdem, die Welt hat sich ja seit ein paar Tagen geändert, Russland hat gerade nicht viele Freunde auf diesem Planeten, außer anderen schrägen Diktatoren, an denen es ja keinen Mangel gibt.
Anlandung in Barentsburg, alle gehen von Bord, es steht ein Bus bereit, der uns ein paar Höhenmeter nach oben transportieren kann. Unser Guide hatte angemerkt, dass man auch ca. 400 Stufen nehmen kann. Die junge russische Führerin die uns in Empfang nimmt will uns eigentlich alle in den Bus lotsen, die Treppen sehen von weitem nicht soo steil aus, aber recht verschneit. Die Fotogruppe macht den Anfang und geht in Richtung Treppe, ok, dann will ich auch mal kein Weichei sein und erklimme die Stufen. Sie laufen sich sehr gut, weiter Tritt, nicht sehr steil, immer mal wieder unterbrochen von einem kurzen waagrechten Stück.
Die „Laufgruppe“ ist am Treffpunkt angelangt und der Bus ist immer noch nicht da, obwohl auch ein paar Fotohalte eingelegt wurden.
Einschub aus der Svalbar: Schreiben macht durstig, eine (weibliche) Bedienung kommt vorbei und nimmt das leere Glas mit, sie fragt gar nix, ich sage ich hätte gerne noch ein Bier. Das müsste ich an der Bar bestellen, so wäre das nach 22 Uhr, nebenbei, erbsenzählermäßig angemerkt ist es noch nicht 22 Uhr. Also was ich da dachte, das behalte ich jetzt für mich, aber es war nicht nett. Das netteste was man noch schreiben kann, was eine dusselige Blunz. Also rafft man sich auf und geht zum Tresen, der nette Barkeeper von gestern ist gerade dabei Cocktails zu mixen, also muss ich meine Bestellung wohl oder übel bei der „nettesten“ Bedienung der Svalbar aufgeben. Aha, es geht nicht nur darum, dass man an der Bar bestellen muss, sondern man muss auch gleich noch seinen Deckel zahlen. Das Trinkgeld kriegt hoffentlich der nette Barkeeper, der sich höflich bedankt hat. Ende Einschub.
Die junge russische Führungskraft ist irgendwie in Eile, die Gruppe kommt kaum hinterher. Es windet teilweise heftig, sie spricht hinter sich in den Wind und vorne stehen die Leute und verstehen kaum ein Wort. Klar kommt auch der „Elefant“ aufs Tapet, keine einfache Situation für sie, das ist mir bewusst, und man kann ihr sicher abnehmen, dass hier das Leben, ein paar tausend Kilometer vom Hasenhirn Putin entfernt, ein anderes ist. Immerhin leben hier nicht nur Russen, was ich bisher annahm, nein, auch und gerade Ukrainer leben und arbeiten hier. Wie bizarr.
Sie sagte selbst, in Barentsburg leben sie noch im 20. Jahrhundert und in Longyearbyen im 21. Was für eine niederschmetternde Diagnose von einer jungen Frau. Trotzdem pries sie, fast schon propagandistisch, die vielen tollen Dinge die es in Barentsburg gäbe, ein tolles „Dies“ und ein tolles „Das“. Ich fragte mich, muss sie das sagen, sagt sie das aus Überzeugung, weil, die ganze Szenerie ist einfach nur grotesk. Weniger, dass da immer noch eine Lenin-Büste steht, die sie eigentlich schon längst abreißen wollten, aber die Touristen das weiter sehen wollten. Ist da nun was Wahres dran? Es ist vielmehr die Ansammlung von Gebäuden die völlig verfallen sind und man dann aber trotzdem sieht, da brennt Licht, dürfte also bewohnt sein.
In Windeseile war der ganze Trip auch schon wieder zu Ende. An einem Hotel hielten wir an und sie schlug vor hineinzugehen und was zu konsumieren. Treffpunkt wäre um 15:15 Uhr am Souvenir-Shop. Also jetzt echt, ich habe einen Ausflug gebucht vom Ende der Welt, vom 21. Jahrhundert ins 20. Jahrhundert und soll mich dann in ein Hotel setzen um was zu trinken? Ähm, nein, danke.
Ein Teil der Gruppe geht ins Hotel, die andere Hälfte stromert rum. Ick och. Der Weg den ich entlang gehe endet mit einem Schild, Zugang nur für Bedienstete. OK, muss man akzeptieren. Dann in die andere Richtung.
Einschub: Die Zeit vergeht wie im Flug. Nun ist es in der Tat nach 22 Uhr, die Svalbar hat sich gelichtet, aber die Stimmung ist immer noch gut, die Musik heute stilmäßig ganz anders als gestern aber absolut cool. Morgen geht der Ausflug ja erst um 9 Uhr los. Ende Einschub.
Es war ein langer Tag, er geht schon fast zu Ende, auch wenn die Tour noch nicht zu Ende ist, der Bericht für heute ist es.