Unterkunft
SunriseSunset
Die beiden Konzerte gestern Abend waren absolute Spitzenklasse. „Silya & The Sailors“ haben die Halle gerockt, die Frontfrau ist ein Energiebündel. Zwischen den Nummern hat sie viel erzählt, aber viel zu schnell, als das ich auch nur einen Bruchteil verstanden hätte. Gleich zu Beginn deutete sie auf einen Riss in ihrem Kleid unter den Armen, war sicherlich lustig was sie dazu erzählt hat, der Saal hat zumindest sehr gelacht. Nach dem Konzert konnte man noch signierte Tonträger erwerben, als Fan der physischen Dinger habe ich gleich zwei (unterschiedliche) erworben. Zum Glück hatte ich genug Flocken dabei, denn die Kreditkarte hat mal wieder nicht funktioniert, bzw. ich hätte auf einem Mobilteil unterschreiben müssen (fragt sich nur wie, mit dem nackten Finger?). Langsam gehen mir die Probleme mit der Kreditkarte wirklich tierisch auf den S-e-n-k-e-l!
Nach der Umbaupause kam dann „Bernhoft“. Von dieser Gruppe hatte ich mir vorher noch nichts angehört und war sehr gespannt was mich hier nun erwartet. Rein äußerlich bestand zwar keine Verwechslungsgefahr aber stimmlich erinnerte das teilweise an Prince. Erstaunlich was die vier Kerle da für eine Show abgezogen haben, kjempe bra (super gut). Hier gab es auch noch ein paar Zugaben, kurz vor Mitternacht war dann Schicht im Schacht. Klamottenmäßig war ich wieder so verfahren, das ich über der normalen Hose die wattierte Hose trug, die ich zusammen mit den dicken warmen Schuhen an der Garderobe verstaute, womit ich nicht der Einzigste war. Meine mitgebrachten normalen Straßenschuhe waren auch schon gut temperiert, denn ich kam ja direkt von der Svalbar.
Allerdings ist mir wohl irgendwie meine „lue“ (Mütze) verloren gegangen. Nun, es war zum Glück windstill und die Kapuze der Jacke tat auch ihren Dienst. So gegen halb eins war ich dann wieder in der Unterkunft. -- Ende der Schilderungen von gestern Abend.
Ganz so kalt wie gestern kann es nicht mehr sein, das merkte man schon auf dem kurzen Weg über die Straße in das Hauptgebäude, wo das frokost (Frühstück) gereicht wird. An dem gab es nichts auszusetzen.
Die heutige „Longyearbyen in a nutshell“ Tour war leider schon ausgebucht und die um 16 Uhr wollte ich nicht wieder nehmen, das hatte ich ja schon letztes Jahr gemacht und da ist es einfach schon zu dunkel. Also dann morgen um 10 Uhr, da hat man genügend Zeit in Ruhe zu frühstücken. Alle anderen Touren liegen zeitlich ungünstig, morgen am Samstag starten die ersten Konzerte ja schon am frühen Nachmittag.
Zur Mittagszeit bin ich wieder ins „Fruene“ gegangen, es gab eine leckere indiske Kyllingsuppe (Hähnchensuppe indischer Art). Jetzt ist es knapp klokka 14 (14 Uhr) und es ist schon wieder schwer düster draußen geworden, so wie ich insgesamt den Eindruck hatte, dass es heute nicht so wirklich hell war wie ich es von früher in Erinnerung hatte. Muss wohl an der starken Bewölkung liegen.
Die meisten Autos die man hier so sieht sind ja eher praktisch, denn extravagant, umso mehr traute ich meinen Augen nicht, als ich einen Tesla SUV erblickte. Das halte ich doch für selten bis grenzenlos dämlich ein Elektroauto hier zu fahren, wo der Strom, der aus der Steckdose kommt, doch aus 100% Kohle gewonnen wird. Im Sommer, wenn die Sonne quasi 24 Stunden scheint und man die Energie effizient bereitstellen könnte, wäre das was anderes, klar. Das Elektro-Auto rettet also nicht das Klima.
Im „Fruene“ ist ein steter Strom an Gästen.
In der aktuellen Svalbard Posten ist zu lesen, dass die Besucher in den letzten Jahren stetig zugenommen haben, den Vogel haben die Liechtensteiner abgeschossen, die legten um ganze 2.700 Prozent von 4 auf 56 von 2016 auf 2017 zu. Die Gästezahl insgesamt stieg von 2008 auf von 41.037 auf 67.403 in 2017. Das Radisson Blu Polar Hotel wird sich vergrößern und gestern hat die renovierte und erweiterte „Funken Lodge“ wieder eröffnet.
Tja heute Mittag waren es noch -10 °C, jetzt, kurz vor 19 Uhr, sind es nur noch -6 °C. Innerhalb von 24 Stunden also 11 Grad wärmer und das ist ja leider noch nicht die Spitze, am Sonntag soll es regnen. Das es nicht mehr so kalt wie gestern Abend war hat man aber auch in der Nase gemerkt, gestern „britzelte“ es noch leicht, heute nicht mehr.
Vorhin hatte ich gesehen dass ein wenig mit nordlys zu rechnen sei und habe das noch mal selbst im Internet überprüft. Dort war zu sehen, dass heute für Tromsø gute Aussichten bestehen, aber für Longyearbyen selbst sind die Aussichten eher schwach. Die 4-Stundenvorhersage zeigte den Magnetring südlich von Svalbard, da dürfte heute auch nichts zu erwarten sein, obwohl die Wolken sich gelichtet haben.
„En Øl til“ heißt also „noch ein Bier“ (nein, das lernt man nicht im norskkurs 😎 oder ich habe mal wieder nicht richtig aufgepasst <räusper>). Ein wichtiger Satz den man sich merken muss. Bei den ganzen Touris die hier herumschwirren reden einem die „locals“ natürlich alle auf Englisch an, auch die Norweger, kann man verstehen, ein radebrechender Deutscher hält da den Laden nur auf. Der Barkeeper, den ich als waschechten Norweger gehalten hatte, sagt zu anderen Gästen „tack så mycket“, da habe ich ihn mal gefragt, warum. Da sagte er, weil er Schwede sei, quod erat demonstrandum (lat. für „was zu beweisen war“).
Das zweite IPA neigt sich der Neige zu und der nächste Konzertabend ruft.