Unterkunft
SunriseSunset
Heute liegen gleich zwei Gletscherseen auf meinem Weg, der „Fjallsárlón“ und der „Jökulsárlón“. Letzterer liegt quasi direkt an der [1] (per Asphalt erreichbar), der „Fjallsárlón“ etwas abseits aber ebenfalls auf einer asphaltierten Straße zugänglich. Zumindest auf ja.is ist das Besucherzentrum am „Fjallsárlón“ deutlich größer als das am „Jökulsárlón“. Vom Besucherzentrum des „Fjallsárlón“ aus muss man entweder noch etwas laufen um an den Gletschersee zu kommen, oder fährt auf einem Schotterweg weiter zu einem weiteren Parkplatz.
Spätestens heute sollte ich mal einen Blick auf die Homepage der Smyril Line werfen um zu prüfen ob meine Rückfahrt planmäßig los gehen wird.
- Vom Hotel aus wieder zurück auf die [1].
- Der Weg zum „Fjallsárlón“ ist nur mit einem sehr kleinen Schild markiert. Den Gletscher müsste man bei guter Sicht deutlich von der [1] aus sehen können. Wobei das im Winter schwieriger sein dürfte wenn alles weiß ist.
- Der „Jökulsárlón“ folgt dann an der [1] nur wenige Kilometer weiter. Es hat vor und nach der Brücke Parkplätze.
- Es könnte sich lohnen zuerst vor der Brücke auf den kleinen Parkplatz links der [1] zu fahren. Der Strandbereich dort ist sehr groß.
- Auf jeden Fall sollte man auch an den „Diamond Beach“ gehen, also der Strand direkt am Meer. Wenn man Glück hat sieht man dort kleinere oder größere Eisbrocken.
- Um nach „Höfn“ zu kommen verlässt man die [1], obwohl der Straßenverlauf an der Abzweigung anderes vermuten lässt.
- Im Ort biegt man an einer „Olís“-Tankstelle nach rechts ab in die „Víkurbraut“.
- Das Hotel liegt rechter Hand auf einer großen Freifläche. Es gibt jede Menge Parkplätze direkt am Hotel.
| Nr | Bezeichnung | Hinweise | Adresse | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Fjallsárlón | Gletschersee | An der [1] | ||
| 2 | Jökulsárlón | Gletscherseen | An der [1] |
Der „Jökulsárlón“ scheint mir heute eindeutig das Highlight zu werden. Die Attraktion liegt unmittelbar an der [1] und so dürfte es auch bei eher mäßig tauglichem Wetter noch was zu sehen geben.
Gestern war eher der Tag der Wasserfälle, heute dagegen der Tag der Gletscher. Wettermäßig war es wieder ebenfalls stark durchwachsen, mehr oder weniger kein blauer Himmel zu sehen, mit sehr wenigen Ausnahmen. Aber ich will nicht meckern, es hat nicht geschüttet wie aus Eimern oder so gestürmt, dass man sich hätte nicht aus dem Auto trauen können. Ganz zu schweigen davon, dass Straßen evtl. wegen widriger Bedingungen gesperrt gewesen wären, jetzt weniger wegen Schnee bedeckter Pässe die es heute nicht zu bewältigen gab, aber wegen Sturm könnte hier der eine oder andere Abschnitt schon gesperrt werden.
In Vík habe ich noch einen ausgedehnten Spaziergang gemacht, am ebenfalls „Black Beach“ benannten Strand, dabei war ich fast ganz alleine unterwegs. Drei Reiter sind gemütlich mit ihren Pferden dort entlang geschlurft. Bei genauem Hinsehen konnte man unzählbare Vögel am Himmel sehen, die alle irgendwie an die Felsen wollten. So bin ich erst gegen 10 Uhr wirklich los gekommen. Man fährt dann so durch die Gegend, die Dimensionen sind völlig atypisch für das was das europäische Auge so kennt. Bei fast jeder Gelegenheit muss man zwangsweise anhalten und versuchen in Bildern festzuhalten was man da eigentlich alles sieht. Aber ich kann jetzt schon sagen, die Bilder fangen das nicht ein, das ist nicht möglich, man muss es mit eigenen Augen gesehen haben.
Schon früh hatte ich die ersten Gletscher gesehen, genauer gesagt, konnte man vom Strand in Vík auch schon auf irgendeinen blicken. Frage man mich nicht welcher es war, ich habe keinen Plan. Dann irgendwann manifestieren sich die Gletscher immer mehr, sie tauchen in weiter weiter Entfernung auf und man braucht eine halbe Ewigkeit um sie bei durchschnittlich 85 km/h zu erreichen. Irgendwann kam dann ein klitzekleiner Parkplatz von dem ich dachte man könnte einen der beiden Gletscher die man in der Ferne sah in ansprechender Zeit erreichen. Spoileralarm: Das war ein Trugschluss. Egal, ich schwang die Hufe und folgte einer sehr breiten Schotterstraße, die aber für den Verkehr gesperrt war. Es wehte zunächst ein lustiges Lüftchen. Ich schritt voran und der Gletscher wollte und wollte nicht näher kommen. Aber nun war die „Expedition“ nun mal gestartet und es gab kein Zurück mehr. Also immer weiter.
Die ganze Mühe hat sich aber gelohnt. Der Blick der sich dann bot war umwerfend, nichts vergleichbares habe ich bisher gesehen. Es wurde alles mannigfaltig abgelichtet, dann die Kamera mal vom Auge genommen, bevor sie da noch anklebt und wirklich alles mit eigenen Sinnen aufgesaugt. Und dann der Rückmarsch, er wollte nicht enden, das Auto in der Ferne war maximal ein Pixel groß. Noch habe ich es nicht ausgerechnet wie viele Kilometer ich hier gelaufen war, aber zeitlich waren es wohl gut und gerne zwei Stunden. Das das alles gar nicht notwendig gewesen wäre und ich es hätte viel „billiger“ haben können, weil nicht unweit von meinem winzigen Parkplatz der offizielle Parkplatz des Gletschers war wo man hätte deutlich näher ran kommen können. Aber hey, dafür hatte ich den ultimativen, langen, staubigen und genialsten Weg zum Gletscher gewählt der zu bekommen war. Vermutlich hätte ich den offiziellen Parkplatz wieder für 1.000 ISK käuflich erwerben müssen.
Es war klar, das folgende Programm wird nun eng. Was mich nicht davon abgehalten hat stur weiter nur mit 85 km/h zu fahren und damit wohl den einen oder anderen Fahrer aus dem Konzept gebracht zu haben.
Der „Fjallsárlón“ wurde denn doch erreicht, da war die Sonne schon deutlich im Sinkflug. Wow, das war beeindruckend, wobei es das Wort wirklich nur unzureichend trifft. Der Gletscher war extrem zerklüftet, selbst auf Bildern habe ich das in der Art vorher noch nicht gesehen. Im Gletschersee schwommen einige große Brocken Eis herum, alles nicht von dieser Welt. Auch hier wieder, Kamera beiseite und die Szenerie aufnehmen. Es wehte ein raues Lüftchen um die Nase, also zurück zum Auto.
Weiter zum „Jökulsárlón“. Bereits vorher kann man auf kleineren Parkplätzen anhalten und den Gletschersee von der östlichen Seite aus in Augenschein nehmen. Dort lagen auch jede Menge Eisberge am Strand. Der Zugang auf Strandhöhe war aber etwas umständlich, so weit wollte ich nicht gehen, blieb also auf einer höheren Ebene. Es wurden hier mehrere Drohnen in die Luft entlassen, ich war mir nicht sicher, aber dort sah ich in der Tat keine Verbotsschilder diesbzgl. Der Gletscher selbst ist schon ein ganz schönes Stück weiter weg, auf einer Schautafel war zu sehen, dass er vor knapp 200 Jahren noch da war wo ich stand. Tja, so ist das.
Die Sonne, die eh nicht zu sehen war, wurde langsam immer kraftloser, also wieder zurück zum Wagen und weiter zum Hauptparkplatz des „Jökulsárlón“, dort wieder 1.000 ISK löhnen und die restliche Zeit genießen in der es noch gut hell ist. Hier waren auf jeden Fall deutlich mehr Leute unterwegs, aber jetzt nicht so, dass man vor lauter Menschen den See nicht mehr gesehen hätte. An einem Bereich konnte man direkt an den Strand vordringen. Dort hatte es jede Menge kleinere Eisbrocken die alle in unterschiedlichsten Schattierungen glitzerten, je nach dem wie das Restlicht in die ganze Szenerie eintauchte. Auch hier habe ich mein Glück versucht ein paar Aufnahmen zu schießen, ob das was geworden ist lässt sich aber eh erst zu Hause an größeren Monitoren beurteilen.
Damit war der letzte Programmpunkt heute keine Sekunde zu spät in Augenschein genommen worden. Im immer weniger werdenden Restlicht dann weiter nach „Höfn í Hornafirði“. Das Hotel war schnell gefunden. Die Kunde, dass man ein Abendessen im Haus einnehmen kann, vernahm ich mit großem Wohlwollen, denn heute Mittag gab es wenn ich mich recht entsinne nichts. Also schnell schon mal rasch die ersten Akkus der Kameras laden und ab zum Abendessen. Es gab Fisch und Karotten und dazu eine Art geröstete Zwiebel. Klang erstmal etwas wild, harmonierte aber bestens. Dazu das dunkelste Bier was der nette Ober anzubieten hatte, es war eher ein dunkles Blondes, aber geschmacklich völlig ok. Und weil es kein Mittagessen gab gönnte ich mir noch einen Nachtisch. „Lime cake with ice“, ja, sehr lecker.
Auch wenn die Bedingungen draußen nicht optimal waren, die Temperaturen lagen über dem Gefrierpunkt, wurde heute die zweite Flasche „2015er Kerner Auslese“ genossen. Die weitere Kühlkette wurde dadurch hergestellt, dass die Flasche in einem Spalt des geöffneten Fensterrahmens platziert wurde. Denn, ein angewärmter Weißwein, dazu noch eine Auslese, das geht gar nicht.
So kann man einen sehr erlebnisreichen Tag ausklingen lassen.
Hringvegur [1], Mýrdalssandur
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Hringvegur [1], Hestgerði