Unterkunft
SunriseSunset
„brrrrr“ Das war ganz schön frisch heute morgen, -11 °C. Geschneit hatte es nicht mehr, der Himmel war klar. Um 7:30 Uhr war ich auf der Piste. Langsam dämmerte es. Bis es richtig hell war dauerte es aber eine ganze Weile, was aber auch daran lag, das die immer umliegenden Berge ja auch erst mal überwunden werden mussten.
Als die Sonne dann die ersten Bergspitzen hellrot beschien war das natürlich göttlich anzusehen. Man konnte sich gar nicht satt sehen und wenn sich die Gelegenheit bot wurde ein kurzer Fotohalt eingelegt.
Während der ersten Kilometer stellte ich sehr seltsame Geräusche am Auto fest, sie kamen von der rechten Seite, eher hinten gelagert. Nach genauer Inspektion stellte sich dann heraus, dass die gesamten hinteren Radkästen total mit Eis und Schnee voll waren und die Reifen daran scheuerten.
Dieses fest gebackene Zeugs wieder zu lösen war gar nicht so einfach, meinen Eiskratzer habe ich zumindest bei der Aktion schon teilweise zerbröselt. Richtig was ausrichten konnte nur der Regenschirm mit seiner massiven Spitze. Danach lief das dann auch wieder ohne irgendwelche Geräusche.
Tja, dann kam es kurz vor Fauske zum „Zwischenfall“. Zwecks Foto-Schießens, bin ich auf die andere Straßenseite auf einen vermeintlichen Parkplatz gefahren. Der war noch gut verschneit, schien aber sonst in Ordnung. Noch während ich meine Bilder schoss beschlich mich das Gefühl, dass die Stelle doch etwas brenzlig werden könnte.
So war es dann auch. In Null-Komma-Nix hatten sich die Hinterreifen eingegraben und es ging keinen Zentimeter mehr vor oder zurück. Naja, als ich mal ausstieg sah ich, dass ich mich doch ein paar Meter vorgewühlt hatte, aber letztlich doch nicht in Richtung Straße sondern nur parallel dazu.
Gerade als ich wieder im Wagen saß kam ein großes Abschlepp-Auto vorbei. Dem gab ich einfach mal Lichthupe, nicht hoffend, dass der wirklich anhält. Mann hatte ich ein Schwein, der hat mir wirklich geholfen. Sehr nett, „die“ Norweger! 😎
Vorne am Auto gibt es gar keinen Haken, aber hinten. Bis ich dann noch den dazugehörigen Hering gefunden hatte, den man in das Gewinde drehen muss…
In Fauske noch mal getankt und weiter gefahren. Laut Reiseführer kann man auch in Bognes übernachten. Das würde sich natürlich anbieten, dann hätte ich morgen nur noch ein relativ kurzes Stück bis nach Harstad. Bognes selbst habe ich zwar nicht gefunden, aber 5 km vorher war auch ein Touristcenter an der Straße und so wie es aussah, war da auch ein Hotel dabei.
Also bin ich dahin wieder zurück gefahren und habe eingecheckt. Den Preis des Zimmers habe ich gar nicht erfragt, mal sehen, was mich da morgen erwartet. 😎
Um 15 Uhr ist es im Prinzip schon fast ganz dunkel.
Kurz ausgepackt und dann erst mal was gegessen, außer 2 Äpfeln hatte ich heute noch nix, das Frühstück war aber dafür recht üppig.
Die Bedienung bei der ich mein Essen bestellte hatte irgendwie einen deutschen Akzent.
Nachdem ich fertig gegessen hatte, tippte ich wieder in den PSION und sie sprach mich auf Englisch an. Da fragte ich sie, auf Deutsch, ob wir nicht Deutsch sprechen könnten. Sie lachte, da hätten wir uns ja vorher umsonst einen abgebrochen. 😎
So erzählten wir ein wenig. Sie ist erst seit ein paar Monaten fest in Norge, wohnt auf den Lofoten kommt aber ursprünglich aus Berlin, hat auf Lotus-Notes programmiert und hätte nach Projekt-Ende keine Arbeit mehr bekommen.
Sie schwärmte auch von der Gegend hier, speziell die Lofoten kann sie auch empfehlen.
Ich glaube nach Hause fahre ich wirklich über Sverige, in der kurzen Zeit schaffe ich das sonst gar nicht. Zumal es wettermäßig so sein kann, dass ich über die ganzen Pässe gar nicht drüber komme.