Unterkunft
SunriseSunset
| Tag | Hafen | Ankunft | Abfahrt |
|---|---|---|---|
| Mi | Seyðisfjörður | 20:00 | |
| Do | Tórshavn | 16:00 | 20:00 |
| Fr | auf See | ||
| Sa | Hirtshals | 11:00 |
Gebucht auf der Fähre
- Frühstück Skansagarður, Erwachsener, 11.11.2023 07.00
Planmäßig soll das Schiff um 11 Uhr in Hirtshals anlegen. Selbst bei einigen Stunden Verspätung kann man noch eine hübsche Strecke in Richtung Heimat fahren. Die Frage ist, soll man Danmark an dem Tag schon hinter sich lassen? Nach Hamburg wären es ca. 520 km, die Fahrt würde ca. 5 Stunden dauern. Ja, warum nicht. Hmm, das wäre allerdings ungünstig, weil, ich will ja wieder Karrysild mit nach Hause bringen. Den aber ungekühlt so lange im Auto zu lassen, auch nicht so gut. Also lieber doch in Danmark übernachten. In der Nähe von Kolding bin ich fündig geworden, ein Restaurant hat es dort auch, perfekt.
Wieder eine sehr geruhsame Nacht, absolut keine Schaukelei. Am Frühstücksbuffet war es lebhaft aber immer noch überschaubar. Auf den Fluren standen schon einige Koffer und Taschen herum, ohne große Bewachung. Da ich gestern kein einziges Mal an der frischen Luft war, jetzt die letzte Gelegenheit sich noch mal die Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Land war auch schon in ferner Sicht. Dann die Kabine räumen, sich auf eine noch frei Bank auf Deck 5 setzen und etwas lesen. Es wuselten immer mehr Leute herum und schleppten viel Zeugs. Kaum einer dürfte mit weniger gehen als er gekommen ist. Was da teilweise aus dem „Sjóbúðin - Tax and Duty free shop“ raus geschleppt wurde, alle Achtung.
Kurzer Blick nach draußen, huch, wir laufen ja schon die Anlegestelle im Hafen in Hirtshals an. Dann mal alles zusammen suchen und zum Aufgang marschieren der auf die Fahrzeugdecks führt. Hatte mir wieder nicht so genau gemerkt, welche Tür ich denn nun im Treppenhaus nehmen muss. Aber es galt eh noch zu warten, es dauerte noch eine ganze Weile bis das Autodeck geöffnet wurde. Alles lief sehr gesittet und ohne Hektik ab. Ich Hasenhirn bin dann doch glatt wieder einen Stock zu tief gelaufen, was prinzipiell nicht ganz falsch war, denn wenn man auf dem Zwischendeck steht und das heruntergelassen ist, dann sind beide Stockwerke im Treppenhaus völlig passend. Also, OK, wieder ein Stockwerk höher. Und potzblitz, das ganze Zwischendeck war voll geparkt. Da musste man sich und sein Gepäck schon millimetergenau durch die eng geparkten Autos bugsieren. Aber es drängte ja nichts, wir würden hier alle zum Schluss runter fahren. Kaum hatte ich alles verladen und mich ins Auto gesetzt da startete irgend so ein <piiiiiiiep> doch tatsächlich seinen Wagen und verpestete die Luft. Selbst wenn er unter uns stand, es ging noch längst nicht mit dem Rausfahren los.
Dann wurde die Rampe des Zwischendecks abgelassen, das geht wirklich im absoluten Schneckentempo von statten, aber da stehen ja auch einige Tonnen (Auto-)Blech drauf. Dann ein Wink eines Mitarbeiters, es geht los. Ich meine dieses vom Schiff runter fahren ist auf den Fähren die zwischen Hirtshals und Norge verkehren anders gelöst, da hängen über jeder Spur kleine rote Lampen und wenn die auf grün gehen, na dann geht es halt los. Finde ich deutlich besser und geregelter.
Am dänischen Zoll stand niemand, keine Kontrolle. Ich kann mich aber auch nicht daran entsinnen, dass es nach der Überfahrt von Norge nach Hirtshals irgendwann schon mal Kontrollen gegeben hätte.
Der Verkehr auf der Autobahn läuft gut, zu mehr als 105 km/h Tempomat kann ich mich nicht durchringen, das ist gegenüber Ísland eh schon fast ein Geschwindigkeitsrausch. Außerdem habe ich es nicht so super weit zur heutigen Unterkunft. Es liegt nicht unweit der Autobahn, in einem kleinen Weiler an einer Landstraße. Das ist hier aber ziemlich nobel. Ein schönes Zimmer, geräumig, kleines Tischchen mit Stuhl, zwei Sessel und Couchtisch, nett. Und dabei günstiger als alle Hotels auf Ísland.
Auweija, was ist denn jetzt los, hupende Autos, das wird doch nicht… Doch, es ist eine Hochzeitsgesellschaft. Du kriegst die Tür nicht zu. Kurze Zeit später, ein Soundcheck, „da fliegt dir doch das Blech weg“. Dann ist aber wieder Ruhe. Gegen 17 Uhr hört man dann wieder Musik, aber sehr gedämpft. Mal sehen wie lange das geht.
Morgen also ca. 760 km bis nach Hause.
Bei einem Anruf zu Hause erfahre ich was gerade auf Ísland los ist, davon habe ich nichts mitbekommen.
Reykjanes: Grindavík evakuiert, Magma könnte unter der Stadt lauern
Der Küstenort Grindavík wird zu Stunde evakuiert, nachdem sich am Abend der Verdacht erhärtete, dass der Magmaintrusionsgang unter dem Ort liegen könnte. Die letzten heftigen Erdbeben hatten sich direkt in Grindavík ereignet. Der isländische Zivilschutz hat die Notfallphase ausgerufen. Bewohner haben drei bis vier Stunden Zeit, ihre Sachen zu packen und den Ort zu verlassen. Das Rote Kreuz betreibt seit dem Abend mehrere Auffangstationen. Alle Evakuierten werden gebeten, sich in einer der Auffangstationen zu registrieren, oder wenn sie bei Verwandten unterkommen, sich unter der Nummer 1717 zu registrieren, damit niemand verloren geht.
Hilfsbedürftige erhalten beim Verlassen ihres Hauses Unterstützung, nach der Räumung fährt die Polizei Streife, um Plünderungen zuvorzukommen. Das von der Polizei angeforderte Küstenwachschiff Þór befindet sich auf dem Weg nach Grindavík.
Die Ausfallstrassen sind derzeit alle gesperrt, um unnötigen Verkehr zu unterbinden, jeder der den Ort verlässt, muss sich bei den Sperrposten ausweisen. Bis drei Uhr heute Nacht soll die Evakuierung abgeschlossen sein.
Das Erdwärmekraftwerk Svartsengi, in unmittelbarer Nachbarschaft der Blauen Lagune gelegen und seit Tagen im Fokus, weil es die Strom- und Heisswasserversorgung auf der Halbinsel gewährleistet, war am Abend vollständig evakuiert worden. Der Kraftwerksbetrieb kann per Computer ferngesteuert werden.
Grosse Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung
Wie so oft in Notzeiten, ist die Hilfsbereitschaft der Landsleute gross. In den sozialen Medien wurden sofort Betten und Zimmer für Evakuierte angeboten, die niemanden haben, bei dem sie unterschlüpfen können. Auch Weide- und Stallplätze für Pferde stehen überall im Süden des Landes bereits zur Verfügung.
Das Katzenheim Kattholt in Reykjavík kündigte an, Katzen aus Grindavík aufzunehmen, deren Besitzer evakuieren müssen und die Katze nicht mitnehmen können. DÍS, der isländische Tierschutzbund, forderte in einer Mitteilung, alle Tiere müssten aus der Gefahrenzone gebracht werden, also auch Nutztiere wie Schafe und Pferde.
Magma wandert offenbar nach Süden
An den Sundahnjúkargígar hat es am Abend ein starkes Auseinandergleiten von Erdschichten gegeben. Dies könnte Experten zufolge darauf hindeuten, dass die Magma dicht unter der Erdoberfläche angekommen ist. Das Südende der Kraterreihe befindet sich etwa einen Kilometer vom nördlichsten Punkt Grindavíks und 1500 Meter vom Erdwärmekraftwerk entfernt.
Nach Angaben der Erdbebenabteilung beim Wetterdienst hat sich die Erdbebenaktivität am Abend stark verändert: nachdem am Nachmittag Beben der Stärke M5,2 an den Sundhjnúkargígar aufgezeichnet worden waren, sind die Beben nach Süden in Richtung Grindavík gewandert. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Magmaintrusion ebenfalls unter die Stadt geschoben hat. Die Magmamenge wird als erheblich bezeichnet, und als weitaus grösser als im grössten Magmagang beim Ausbruch am Fagradalsfjall.
Flughafen hat vorgesorgt
Am Flughafen Keflavík stehen drei Dieselaggregate bereit, falls die Stromversorgung durch eine Eruption ausfällt. Für heute Nacht werden zwei Flugzeuge erwartet, zur Zeit geht der Flughafenbetrieb unverändert weiter. Im Fall eines Ausbruchs wird ein Kreis von 220 Kilometern um die Ausbruchsstelle gezogen, innerhalb dieses Kreises ist jeder Luftverkehr untersagt, bis der isländische Wetterdienst eine Vorhersage zum Aschefall veröffentlicht. Das passiert in der Regel innerhalb von einer Stunde, danach entscheiden die Fluggesellschaften über ihr weiteres Vorgehen, berichtet Vísir.