Unterkunft
SunriseSunset
Heute geht es nach Trondheim. Der „Laksforsen“ kommt relativ bald nach Mosjøen. Auch er zählt zu den eher sehr niedrigen Fällen, die Angaben schwanken zwischen 12 und 17 Metern. Allerdings scheint hier die Wahrscheinlichkeit höher zu sein, ihn zu Gesicht zu bekommen. Es gibt einen großen Besucherparkplatz der fast direkt an der [E6] liegt. Das Tourist-Center dort scheint aber nur im August und September geöffnet zu sein: ÅPNINGSTIDER August: Mandag stengt; Tirsdag- Søndag 11.00.-19.00. September: Søndag 11.00.- 19.00
. Einen guten Blick dürfte man haben, wenn man die kleine Straße nach dem großen Parkplatz weiter fährt und dann durch eine Lücke in der Vegetation direkt auf den Fall schauen kann.
Später kommt noch der „Fellingforsen“. Er liegt fast in Sichtweite der [E6]. Es gibt einen klitzekleinen Weg der abzweigt, aber er ist für PKW gesperrt.
Im weiteren Verlauf soll es dieses Mal eine etwas andere Routenführung geben, zumindest für den letzten Abschnitt vor Trondheim, der nicht als besonders schön in Erinnerung geblieben ist. So geht es dann nach Steinskjer von der [E6] runter auf die [761], den „Den Gyldene Omvei“, also „Den Goldenen Umweg“. Er beinhaltet auch eine Fähre von Rørvik nach Flakk, die Überfahrt dauert 26 Minuten, die Fähre verkehrt selbst Abends unter der Woche alle halbe Stunde, bzw. halt da muss ich noch mal recherchieren, es gibt eine A-ferge, B-ferge und C-ferge, kann sein, dass die B-ferge im Winter gar nicht operiert, von der C-ferge ganz zu schweigen. Dummerweise steht das auf dem Fahrplan nicht drauf. An der Stelle muss man wieder mal feststellen, dass Fahrpläne in der Regel echt, also wirklich, einfach nur <piiiiiiiiiiep> sind. In Trondheim habe ich mal wieder das „City Living Schøller Hotel“ gebucht.
Rørvik – Flakk
25m; 15:00; 15:30; 16:00; 16:30
Am Frühstück gab es nichts zu bemängeln. Bei der Abfahrt hat es nicht geregnet, es waren +5 °C. Das Wetter gab sich durchaus gnädig, es fisselte manchmal, aber keine Sturzbäche wie die letzten Tage. Die Temperaturen bewegten sich durchaus auf den Gefrierpunkt runter, kurz waren auch mal -1 °C zu erspähen. Der Laksforsen sprudelte in voller Pracht, er war nicht zugefroren. Den direkt am Fall liegenden Touristbetrieb kann man übrigens für schlanke 12.000.000 NOK erwerben, der jetzige Inhaber geht wohl in Rente. Tja, ob das ein einträgliches Geschäft ist? Laut Info im Internet ist der Betrieb nur zwei Monate im Jahr geöffnet. Da den Jahresumsatz/Gewinn einzufahren, klingt wie ein schwieriges Unterfangen.
Zum leicht verspäteten Mittagessen habe ich mir heute mal ein Baguette mit reke (Garnele) genehmigt, das war durchaus sehr schmackhaft. Die Reisschüssel bekam gleichberechtigt auch den besseren, 98er, Sprit.
Nach Steinskjer ging es dann von der [E6] runter auf „Den Gyldene Omvei“. Die Straße bin ich noch nie gefahren. Sie schlängelt sich so durch die Gegend, erst mal nichts besonders spektakuläres, aber auf jeden Fall eine schöne Abwechslung. Die erste Überraschung ist die sehr imposante „Skarnsundbrua“. Dann geht es etwas am Fjord entlang, Schnee ist nur noch wenig zu sehen, auf Meereshöhe. Dann biegt die Straße wieder von der Küstenlinie ab. Und sie steigt und steigt und steigt. Und obwohl es +4 °C hat liegt eine leichte Schneedecke auf der Straße, die sich durchaus angenehm fahren lässt. Laut Navi war ich an einem Punkt 275 Meter ü.d.M. hoch, man hatte aber das Gefühl im Gebirge zu sein. Alleine deswegen hatte sich der „goldene Umweg“ schon gelohnt.
Abrupt ging es schnell wieder runter auf Meereshöhe, da war dann auch wieder Schluss mit dem Schnee, sowohl auf der Straße als auch in der Landschaft. So langsam musste ja auch mal der Fähranleger in Reichweite kommen. Ich biege an einer Einmündung noch mal auf eine andere Straße ein und vor mir schießen zwei PKW mit untypisch hoher Geschwindigkeit vorbei. Ich hefte mich sofort an deren Fersen, davon ausgehend, dass das Einheimische sind, die wissen, das gleich eine Fähre ablegt und es sich lohnt auf die Tube zu drücken. Auch wenn dabei die Tachonadel fast die 100 km/h streift. Hölle ist das flott. Und in der Tat, es kommen uns zig Fahrzeuge entgegen die mit großer Wahrscheinlichkeit die Fähre ausgespuckt hat. Aber der Fähranleger ist noch 7 km entfernt. Wird sich das ausgehen? Ich fliege den beiden voraus fahrenden Fahrzeugen immer noch hinter her. Der Fähranleger kommt in Sicht, die Fähre legt ab. Umsonst.
Was ist das vor mir eigentlich für ein Auto? Klar, ein BMW, aber das Model sieht sehr unnorwegisch aus, es ist ein i4 M50 (544 PS, kostet bei uns 71.100,00 €). Was ist das denn für ein Raketenteil? Egal, ich stehe nun am Fähranleger und warte. Es windet recht heftig, aber es ist so mild, dass das nicht weiter tragisch ist.
Die Fähre kommt langsam näher, sie öffnet schon etwas vorher ein Tor nach oben, sieht gut gefüllt aus. Und ja, sie spuckt eine stattliche Anzahl an Fahrzeugen aus. Die Fahrzeuge am Anleger dürfen auf die Fähre drauf, es wird längst nicht voll. Ich steige aus. Wie wird hier eigentlich bezahlt, ein Foto von meinem Nummernschild hat keiner gemacht. Ich kümmere mich nicht weiter darum, außer aufmerksam zu schauen, wo es Hinweise gäbe, dass man wo bezahlen muss. Ich vermute irgendwo auf dem Schiff war ein Scanner für den Autopass-Brikke.
Die Überfahrt war recht ruhig. Auch hier würde ich wieder sagen das war eine elektrisch betriebene Fähre, kein Brummen, kein Rattern, einen Schornstein haben ich auch nicht gesehen. Weiterfahrt in die Stadt. Das Navi ist einfach zu alt, mit den vielen Einbahnstraßen in Trondheim und den in den letzten Jahren mehr und mehr für den Individualverkehr gesperrten Straßen ist es keine Hilfe mehr. Aber der Orientierungssinn bringt mich trotzdem ohne Umweg zum Ziel. Flott im Hotel einchecken. Ich meine früher wäre die kostenlose Parkzeit schon früher losgegangen, jetzt ist bis 20 Uhr zu blechen, das macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Heute gilt es ja noch etwas zu erledigen, wo bestimmt hier die beste Gelegenheit besteht. Also ab in das Einkaufszentrum am Torvet. Erst mal selbst den Blick schweifen lassen, aber bevor ich mich dusselig suche, frage ich doch lieber das kundige Personal. Ja, Øl von der „Svalbard Bryggeri“ haben sie. Zwei Sorten helles Bier, nein Danke. Ah, noch eine letzte Dose Weihnachtsbier, und in der Tat das „Gruve 3“, aber es ist eine andere Sorte, nicht „Autopilot“ sondern „Håvar“, das IPA haben sie leider nicht vorrätig. Die Dose Weihnachtsbier, die aller letzte, ist gebongt und das „Gruve 3“ lacht mich an. Natürlich wird hier nicht nur der Eigenbedarf gedeckt, glückliche Zungen zu Hause sollen auch verwöhnt werden. Das was auf dem Kassenzettel steht sprengt jede Vorstellungskraft, <KABUMM>.
Nachdem der Kaufrausch langsam verebbt und die kostbare Ware im Kofferraum verstaut ist, es besteht absolut keine Gefahr, dass die Fracht einfriert, kann man sich langsam auf den Weg machen eine Gaststätte für das Abendmahl zu finden. Im Prinzip ist die Wahl schon getroffen, das „Frati“ soll es sein, das habe ich in sehr guter Erinnerung. Es hat auch noch ein Plätzchen für mich, gerade so, es ist sehr gut besucht. Eine Pizza mit Spinat soll es sein und ein OX IPA. Das Øl schmeckt sehr süffig. Die Pizza kommt, ich suche den Spinat, sehe aber nur rot, nämlich Tomate und Salami. Die Norweger haben definitiv ein Problem mit ihren Bezeichnungen der Pizzen. Man denke an die offerierte Salami-Pizza letztes Jahr in Mosjøen, die sich als astreine Ananas-Pizza heraus stellte. Aber kein Ding, das was vor mir stand schmeckte ausgesprochen gut, selbst der Rand war vollständig mit Genuss verzehrbar.
Sollte da etwa noch ein Nachtisch drin sein? Ja, wie wäre es mit einem Tiramisu? Es war locker, fluffig, schön kühl, alles passte, aber irgendwie, da war was. Nee, da war was nicht, es fehlte der Alkohol, oder war nur in homöopathischen Dosen vorhanden. Das gab aber nur einen kleinen Abzug in der B-Note. Das Frati ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Auch das Ambiente finde ich sehr gelungen.
Szenenwechsel. In der Trondheim Mikrobryggeri war ich ja vor ein paar Jahren schon mal und sowohl das Essen aber auch vor allen Dingen das Bier hatten mich gar nicht überzeugt. Nun das Essen hatte ich ja nun erfolgreich in andere Hände gelegt, aber dem Bier wollte ich noch Mal eine Chance geben, zumal mir die Location absolut gut gefallen hatte. Ich ordere ein BIG IPA. Ein Pluspunkt gibt es schon mal zu vermelden, es zischt, das was ich hier schon mal getrunken hatte schmeckte total abgestanden. Das war es dann aber auch schon. Dem Gebräu fehlt einfach der Wumms, es rinnt die Kehle runter, und verhallt ohne ein „Ahhhh“. Einer weiteren Sorte gebe ich keine Chance. Sorry Trondheim Mikrobryggeri, aber ihr seht mich in diesem Leben nicht mehr wieder. Das Glas ist leer, Aufbruch.
Also das Venabygdsfjellet ist gesperrt bis voraussichtlich 9. februar kl. 16:25. Bleibt mir also nur die bereits bekannte Überquerung des Dovrefjell. Aber auch da ist vermerkt: „Uvær, fare for stengt veg. Merk at sluttiden er usikker og kan endres. Gjelder fra 8. februar kl. 21:34 til 9. februar kl. 10:00“. Da muss ich also morgen früh noch mal gucken was Sache ist. Die Strecke ist so mittellang, ca. 527 km. Ich breche spätestens 8 Uhr auf, viel früher macht gar keinen großen Sinn, weil heute Nacht bis in den frühen Morgen Sturm sein soll. Auf jeden Fall soll es immer mal wieder Schneien bei Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt. Die Fahrt wird sicherlich interessant und bestimmt nicht langweilig.