Unterkunft
SunriseSunset
Position der MS Norröna.
| Tag | Hafen | Ankunft | Abfahrt |
|---|---|---|---|
| Mi | Seyðisfjörður | 20:00 | |
| Do | Tórshavn | 16:00 | 20:00 |
| Fr | auf See | ||
| Sa | Hirtshals | 11:00 |
Gebucht auf der Fähre
- Frühstück Skansagarður, Erwachsener, 10.11.2023 07.00
- Mittagessen Munkastova, Erwachsener, 10.11.2023 12.00
Und noch mal ein voller Tag Entspannung pur.
Was hat es mit dem heutigen Motto „Einfach nur hier sitzen“ auf sich? Dazu später mehr.
Die Nacht war sehr angenehm, keine Schaukelei, nicht im geringsten. Entspanntes Frühstück und dann, den ganzen Tag vor sich, nichts steht (zumindest für mich) auf dem Programm. Endlich ZEIT etwas zu lesen. Dann kommt eine Durchsage, auch wenn der Geräuschpegel auf Deck 10 in der „Laterna Magica“ nur sehr niedrig ist, habe ich nicht viel verstanden, nur die Worte „helicopter“, „scotish“ und „drill“ sind hängen geblieben. Ich bleibe entspannt sitzen und folge der Lektüre, die leider teilweise nicht sehr erbauend ist, wenn man so ein paar Tage von den Nachrichten der Welt abgekoppelt ist verdrängt man das schnell. Irgendwo wird ein Stock tiefer eine Außentür geöffnet, es dringen Hubschrauber-Geräusche herein. Neben mir sitzen Landsleute und es schießen sofort wilde Gerüchte ins Kraut. „Ein Hubschrauber, ein Notfall, es wird ein Mann abgeseilt“. Ich halte an mich und verkneife mir Kommentare. Weiter lesen. Irgendwann mache ich mir kurz selbst ein Bild, ein Hubschrauber kreist auf der Stelle, noch über dem Meer, es passiert nichts weiter, abgeseilt wird niemand. Draußen auf Deck stehen einige Leute mit Kamera und Smartphone und halten die Szene fest. Der Gedanke jetzt fünf Stockwerke tiefer zu stürmen, den Fotoapparat zu holen und wieder fünf Stockwerke nach oben zu hechten finde ich übertrieben, ich setze mich wieder.
Die Gerüchte am Nachbartisch werden durch neu hinzugekommene Teilnehmer weiter angeheizt und mit Fakten und Vermutungen garniert. Ich schlucke runter und denke mir meinen Teil. Dann kommen die „Erheller“, ein Mann berichtet nüchtern von den Tatsachen, es war eine Übung und es wurde eine leere Kiste abgeseilt. Nicht auszuschließen, dass auf den üblichen medialen Kanälen schon weltweit zu lesen war, dass es auf einem Schiff unterwegs von Tórshavn nach Hirtshals zu einem medizinischen Notfall kam und ein Hubschrauber die Schwerverletzten (Achtung Plural!) unter schwierigsten Bedingungen abtransportieren musste. Das ist natürlich nur meine unmaßgeblich (leicht) übertriebene Meinung zu diesem Vorfall und der Sarkasmus ist kostenlos. <g>
Das Zeitgefühl ist etwas aus dem Takt gekommen, verstohlener Blick auf die Uhr, denn heute habe ich auch ein Mittagessen gebucht, es ist 12 Uhr. Noch ist etwas Lesestoff übrig, aber ich packe zusammen, noch mal kurz zurück in die Kabine und zum Glück ein Blick auf meine Reisebestätigung. Das ganze hatte ich ja schon vor Monaten getätigt. Für heute hatte ich nämlich ein Mittagessen im „Munkastova“ gebucht. Sozusagen die etwas noblere Variante des „Nóatún“. Das „Munkastova“ war nur mäßig besucht, es stand also massig Platz zur Auswahl, ich platziere mich am Fenster.
Ehrlich gesagt hatte ich nicht mehr auf dem Schirm was mein vorgebuchtes Essen überhaupt beinhaltet. Es waren zwei „Sandwiches“, dazu ein Dessert, plus Kaffee und ein färingischer Schnaps. Klingt jetzt erst Mal nicht so super prickelnd, zum dazu ausgerufenen Preis. Aber mein abschließendes Urteil kommt durchaus zu einem positiven Urteil. Die beiden Sandwiches waren auf einer Art Pumpernickel angerichtete Brote, durchaus reichhaltig belegt, sehr schmackhaft. Vielleicht fehlte der allerletzte Schliff, wenn man das als Kritikpunkt anbringen wollte. Als begleitendes Getränk wollte ich es heute nicht bei einem schnöden Bier bewenden lassen und orderte ein Glas Rotwein. So was kann böse ins Auge gehen, aber hier war mir das Glück hold, ein leckeres Stöffchen. Dann wurde das Dessert gereicht, ein dunkles Stück Kuchen, plus - was war das noch mal genau, ich habe es schon wieder vergessen, auf jeden Fall keine Sahne und Rosinen. Aber nicht einfach so wie man sie kennt, sondern irgendwie karamellisiert, ein Traum. Und eine kleine Kanne Kaffee dazu.
Nun zur Auflösung, mit einem weiteren Glas Rotwein kann man einfach so da sitzen, schaut auf die nun noch mehr beruhigte See, lugt in die Ferne, gen Osten, und fragt sich immer wieder ist das da hinten nur eine Wolkenformation oder ist das norwegisches Festland. Wirklich abschließend konnte ich das für mich zu diesem Zeitpunkt nicht klären, im Zweifelsfall waren es nur Wolken. Den abschließenden Schnaps habe ich auch noch mitgenommen, es standen zwei zur Auswahl, der mildere war gar nicht mal so übel. Fast zwei Stunden mit dem Mittagessen verbringen, der wahre Luxus. „Munkastova“ bedeutet übrigens „Mönchshaus“.
Die restliche Lektüre zu Ende lesen. Draußen klart es soweit auf, dass die nun langsam gen Meer strebende Sonne durch die Wolken bricht und alles hell erstrahlt. Auch das wird nur auf der internen Festplatte gespeichert und nicht der Fotoapparat geholt. Das Schiff schaukelt im Prinzip lediglich im nicht wahrnehmbaren Bereich, die See zwar nicht gerade spiegelglatt aber Wellen sind keine auszumachen. Einen Internetzugang habe ich mir für die Rückfahrt keinen zugelegt. Außer Mails und stockendes Surfen ist eh nicht drin. Die Homepage mit ein paar 100 MB an neuem Material zu versorgen ist illusorisch.
16:15 Uhr, es ist fast ganz dunkel. Im Prinzip ist man hier aber auch schon eher wieder in deutscher zeitlicher Dimension angekommen, also 17:15 Uhr. Das Deck 10 ist ganz gut besucht, das Publikum ist tendenziell eher älteren Semesters.
Beim Gang zurück in die Kabine kurzer Blick auf einen Monitor mit Informationen zur aktuellen Position des Schiffs. Nein, das was ich vermeintlich heute Mittag gesehen habe war unmöglich norwegisches Festland, dazu waren wir zu dem Zeitpunkt noch viel zu weit weg, bzw. selbst später näherten wir uns dem nicht so nahe an wie auf der Hinreise. Der Blick auf den GPX-Track wird das sicher bestätigen.
Eine kleine Pause ist angesagt.
Das „Nóatún“ ist heute Abend gut besetzt. Liegt auch daran, dass sicher die Hälfte der Kapazität dauerhaft für die „Board Game Cruise“-Leute reserviert war/ist. Aber außer am ersten Abend herrscht da eher gähnende Leere.
Das Lachs/Shrimpsbrot ist einfach zu lecker und ich wähle es noch mal, das üppige Buffet zu nehmen wäre zu viel des Guten, das Mittagessen war üppig genug. Irgendwie hatte ich das Gefühl das Schiff fängt wieder ganz leicht an zu schaukeln, kann aber auch täuschen. Der letzter Abend auf Deck 10 ist angesagt.
Um 20 Uhr findet ein Quiz statt, 30 Fragen rund um die Welt, die Teilnehmerzahl ist nicht sehr hoch aber der Quizmaster macht das wohl nicht zum ersten Mal, streut ein paar Witze ein. Ich glaube zum Schluss gewinnen alle Teams ein paar Freidrinks.
Es ist Zeit für den abendlichen Alleinunterhalter. Das Repertoire ist das gleiche wie an den Abenden zuvor. Noch ist Happy Hour, vielleicht lässt sich die akustische Not mit zwei Mojitos (zwei Getränke zum Preis von einem) etwas lindern. Das ist jetzt etwas gemein, aber ich schwöre fleißig zu applaudieren.
Ich blicke aus dem Fenster (Richtung Osten) und sehe deutlich Lichter, das müsste Norge sein, es ist 22:42 Uhr isländischer Zeit, kann ich ja auf dem GPX-Tack überprüfen. Gegen 22:54 Uhr sieht man jede Menge rot blinkende Objekte in östlicher Richtung, könnten Offshore-Windräder sein.
Morgen kommt das Schiff um 10 Uhr Schiffszeit an (11 Uhr deutscher Zeit), die Kabine solle man um 9 Uhr räumen. Jetzt ist es 23 Uhr, Zeit zu gehen.