Unterkunft
SunriseSunset
Wie an den Abenden vorher war ich im „Barentz pub“. Es war schon bei meiner Ankunft ziemlich ruhig, aber ich dachte mir nichts dabei, weil ich etwas früher eintraf. Letztlich war es ja auch angenehm nicht so im Gedränge zu sitzen. Aber auch noch 19:45 Uhr war es verdächtig leer. Im Foyer war dann letztlich klar, das was nicht stimmte, denn da war fast keine Menschenseele. Öhm, hatte ich was falsch in Erinnerung, sollten die Konzerte nicht wieder hier im Radisson Blue Hotel stattfinden. Es klärte sich dann schnell, dass man ins Kulturhuset umgezogen sei, da hat es mehr Platz. Nun, alles kein Problem, das Kulturhuset ist gerade mal ca. 200 m entfernt, aber es waren knapp -20 °C draußen. Boa ey, jetzt noch mal alle Klamotten anziehen, nee, kein Bock. Also nur die Jacke angezogen und ab nach draußen. Hölle, ohne Handschuhe und passende Unterwäsche ist das sehr frisch um die Nase. Wow, das Kulturhuset kann sich wirklich sehen lassen, da scheint es an nichts zu mangeln.
Erster Gig heute Abend waren Árstíðir und die Jungs hatten es echt drauf, auch hier wieder ein Treffer. Einer der Jungs erzählte, dass er mal ein paar Jahre in Longyearbyen gelebt hat, da brandete natürlich gleich Applaus auf. Wieder ein Anderer meinte er hätte sich zwar durchaus tagsüber gut angezogen, aber keine „long jumper“ und da seien ihm die Füße abgefroren. Erstaunlich, das gerade einem Isländer so was passiert. Sein Kollege neben dran hatte mit kalten Füßen wohl keine Probleme, er spielte den ganzen Abend barfüßig. 😎
Dann spielte das Bo Kaspers Orkester auf. Ganz entfernt konnte man das mit Jazz in Verbindung bringen. Einige Stücke waren absolut tanzbar. Schwer zu sagen, wer mir besser gefallen hat, Bugge Wesseltoft & The Organ Club oder Bo Kaspers Orkester, beide auf jeden Fall Spitzenklasse. Zum Abschluss, es dürfte schon nach Mitternacht gewesen sein, dann noch Morten Abel. Auch hier gab es kein Halten. Bei einigen Liedern sang die halbe Halle mit und es brodelte förmlich. Als Zugabe wurde ein ganz bestimmtes Stück gewünscht, das wurde dann auch zum Besten gegeben und ein junges Mädchen aus dem Publikum ging auf die Bühne und ich dachte da springt gleich jemand ein um einen etwas zu stürmischen Fan zur Ordnung zu rufen, aber nein, sie griff zum Mikro und sang fast das ganze Stück und das nicht mal schlecht.
Gegen ca. 01:30 Uhr war Ende der Veranstaltung. Dann noch ab durch die Tiefkühltruhe (dieses Mal wieder korrekt verpackt) in Richtung Unterkunft.
PolarJazz Festival 2015, das war ein voller Erfolg. Wiederholung nicht ausgeschlossen. 😎