Unterkunft
SunriseSunset
Das war echt wieder eine heftige Nacht. Das Schiff machte Bocksprünge wie ein junges Pferd. Aber irgendwann in der Früh war alles vorbei, wie wenn nichts gewesen wäre.
In Trondheim habe ich dann mein Gepäck ins Auto - das schon am Pier stand - verladen, und dann noch auf dem Schiff gefrühstückt. Es hatte +7 °C draußen, ein Jammer. Aber unterwegs fiel das Thermometer immerhin kurzzeitig noch mal auf +4 °C und in den höheren Lagen war noch eine Menge Schnee zu sehen und die Sonne kam auch noch zum Vorschein. Später an der Küste zeigte das Thermometer kurzzeitig sogar +10 °C, durch den sehr starken Wind wurde einem aber nicht sonderlich warm. 😎
Ziel war heute primär Kristiansund. Aber ich fuhr nicht direkt dorthin, sondern zunächst nach Molde. Zwar hatte ich ein genügend großes Zeitpolster, aber ich fuhr dann doch nach einem kurzen Stopp in Molde weiter in Richtung Küstenstraße (Atlanterhavsvegen). Im Ort Bud habe ich mir das Ergan Kystfort (ein restauriertes deutsches Kriegsfort) angesehen. Von dort dann immer weiter die Küstenstraße entlang. Sie besteht aus 12 Brücken.
Bis ich in Kristiansund ankam war es doch mittlerweile schon 16 Uhr geworden. Um 16:30 Uhr sollte ja bereits wieder das Schiff einlaufen. Also sich da vorher noch großartig die Stadt anschauen war gar nicht mehr drin. Als gegen 16:45 vom Schiff noch nichts zu sehen war kamen mir doch Zweifel, klar im Hafen von Kristiansund war das Wasser ruhig und die offene See liegt einige Kilometer weiter draußen, aber eben genau was da draußen los war, hatte ich ja heute bei der Passage der Küstenstraße gesehen. Da blies eine sehr ordentliche Brise. Wäre also ungünstig, wenn das Schiff Kristiansund nicht anlaufen würde. Da käme als nächster Hafen nur noch Molde in Frage. Alle weiteren Häfen liegen dann zu weit Weg und es würde spät in der Nacht werden.
Am Hafen war aber auch keiner zu finden der einem mal Auskunft geben konnte. Im Warteraum der Hurtigruten hing ein riesiger Monitor, da stand aber nur, klitzeklein, wann die Schiffe im Sommer und Winter planmäßig verkehren. Wo wäre da nun das Problem gewesen, anzuzeigen dass sich das Schiff um X Minuten verspätet? Das muss man der Fliegerei ja lassen, das die mit solchen Infos umzugehen wissen. Aber so ähnliche Probleme hatte ich ja mit einer Hurtigruten-Verbindung schon mal. Da steht man in Trondheim am Kai, sonntags, wo keine Socke auf dem ganzen Gelände zu sehen ist, und das Schiff kommt einfach nicht, auch nicht nach über einer Stunde. Mit langen Telefonaten bringt man dann heraus, dass das Schiff einige Häfen vorher mit Maschinenschaden liegt und an dem Tag garantiert nicht mehr kommt. In der heutigen Zeit muss das doch mit Technik anders lösbar sein, die Leute entsprechend zu informieren.
Außer in Bergen habe ich auch noch keine vernünftige Ausschilderung des Hurtigruten-Kais gesehen. Mit so Individual-Fritzen wie mir, die mal hier und mal dort unterwegs ein- und aussteigen, außer natürlich den Einheimischen die sich auskennen, rechnen die also nicht wirklich. Selbst auf der Homepage habe ich noch keine brauchbaren Infos gefunden, wie in den einzelnen Häfen die Anlegestellen zu erreichen sind.
Um kurz nach 17 Uhr dröhnte dann ein Schiffshorn und wenige Minuten später bog dann die MS Finnmarken um die Ecke. Woher die Verspätung rührte war mir dann da schon wieder egal, ob ich morgen nun 1-2 Stunden später in Bergen ankomme spielt keine Rolle. Von dort bis zum Hotel sind es nur ca. 80 km.
Laut Wetterbericht soll es morgen in Bergen, ja was wohl, regnen, na klar. Aber, abwarten.
Es steht auch heute Nacht wieder eine stürmische Überfahrt an, sagte der Arbeiter auf dem Car-Deck. Kurz hinter Kristiansund ging es auch schon mal gut zur Sache, vor und nach Molde ist es jetzt allerdings recht ruhig. Aber in der Nacht wird noch mal für ca. 2 Stunden auf offener See geschippert.