Unterkunft
SunriseSunset
So ein Außenthermometer habe ich auch noch nicht gesehen, es zeigt nur Minusgrade an, das dann auch bis -50 °C. Eine Anzeige über 0 °C gibt es auf der Skala nicht. Insofern musste man die heutige Temperatur um 9:00 Uhr schätzen, es dürften +6 °C gewesen sein und die Wege sind spiegelglatt.
Der Flieger geht 14:45 Uhr, der flybussen fährt um 12:25 Uhr am Hotel ab.
Ankunft in Tromsø bei wolkenlosem Himmel. Ja, das könnte was werden mit Nordlicht. Und es wurde was, nicht das ganz große Superspektakel, mit Farbspielen und ausgedehnt auf den ganzen Himmel, aber auf jeden Fall sehr beeindruckend.
Zuerst war ich im „Egon“ essen, erstaunlicherweise hat es relativ lange gedauert bis mein Essen kam. Das war natürlich wertvolle Zeit die von meinem Aufenthalt in der Ølhalle abging. Dort lief ich Punkt 19:00 Uhr ein. In einer englischen Kneipe hätte ich wohl mit dem Eintreten schon die „last order“ Glocke gehört und der Barkeeper hat mir milde gestimmt noch ein „Nordlys“ verkauft mit dem strengen Blick, dass sie in einer halben Stunde schließen. Wenige Minuten später wurde die Musik schon abgedreht. Stimmung geht anders.
Um 19:30 Uhr schon wieder zurück ins Hotel kam natürlich nicht in Frage. In weiser Voraussicht hatte ich mir am Flughafen schon ein 24h-Ticket gekauft und bin dann mit dem Bus zur Talstation des Fjellheisen gefahren. Zeitlich hat es perfekt gepasst, die nächste Seilbahn fuhr nur wenige Minuten später ab. Es stand keine einzige Wolke am Himmel, die Aussicht von oben auf die Stadt war phantastisch. Noch als ich im Bus saß hatte ich aus dem Fenster grün wabernde Lichtspiele am Himmel entdeckt. Und während des Aufenthalts auf dem Storsteinen gab es kurzzeitig einige schöne Konstellationen zu sehen. Es war viel los da oben, nicht nur auf der Plattform, sondern auch neben der Bergstation war jede Menge los. Man konnte das gut sehen, weil der Mond alles so schön erhellte.
Die meisten Leute fotografierten mit ihrem Fotoapparat aus der Hand und Smartphone-Knipser mit Blitz gab es natürlich auch. Mit meinem Stativ konnte ich zumindest schon mal den Eindruck erwecken in der oberen Liga mit zu spielen, wenngleich die wenigen anderen Fotografen auf ihren Stativen natürlich nicht so poplige Allround-Kameras angeflanscht hatten, sondern richtig gutes Equipment. Mit einer dieser Fotografen kam ich ins Gespräch, eine junge Französin die mir einige ihrer Aufnahmen zeigte, wow, das sah schon ganz anders aus, als das was ich bis dahin fabriziert hatte. Wir unterhielten uns eine Weile, sie gab mir ihre Karte, sie fotografiert auch im professionellen Rahmen, Hochzeiten etc. Sie hatte auch ein Bild von mir gemacht mit ihrer Kamera, das wollte sie mir schicken. Ich bin ihr meine Antwort noch schuldig, wird aber noch erledigt. [Nachtrag 15.10.2017: Die Mail hatte ich dann zwei Tage später geschrieben und dann wochenlang keine Reaktion erhalten. Irgendwann zu Hause hatte ich dann noch mal nach ihr gegoogelt und dort noch eine andere Mail-Adresse gefunden und noch mal meine Mail geschickt, keine Antwort…]
Wieder mit dem Bus in der Stadt zurück wollte ich eigentlich noch ein Øl trinken, aber entweder waren die Kneipen geschlossen oder überfüllt, also am Polaria den 33er Bus ins Hotel genommen und erst mal die Fotos gesichtet. Ja, wirklich berauschend war das nicht. Zufällig blickte ich noch mal aus dem Hotelfenster und sah erneute Nordlichter. Der Versuch das aus dem warmen Zimmer durch die Fensterscheibe zu fotografieren war natürlich eine Schnapsidee. Also alle Klamotten anwerfen, die ich auf Svalbard nicht wirklich gebraucht hatte, und nach draußen hinters Hotel, das direkt an der Wasserkante liegt. Und hier gelangen mir, natürlich eher zufällig als gewusst wie, ein paar ziemlich gute Aufnahmen.
Nachtrag zu Mary-Ann’s Polarrigg: In meiner Rezension auf Booking.com schrieb ich:
Note: 6,3„Nur bedingt zu empfehlen.“
Negativ:
Man muss sich hier im Klaren darüber sein, dass einige Zimmer mit Gemeinschaftsbadzimmer ausgestattet sind. Im Zimmer selbst ist noch nicht mal ein Waschbecken und das (Einzel-)Zimmer ist extrem klein, da darf man keine Platzangst haben, man sollte es wirklich nur als Ort der Übernachtung nutzen wollen. Es dürfte das eine oder andere repariert werden im Haus. Nicht abschließbare Badezimmer, defektes Licht auf dem Flur über 5 Tage, da kümmert sich keiner. WLAN nicht auf dem Zimmer nutzbar. Selbst wenn man berücksichtigt, dass man hier am Ende der Welt ist und das seinen Preis hat ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gerechtfertigt, Frühstück kostet noch mal extra. Ich habe selten was zu meckern, aber beim nächsten Aufenthalt komme ich hier nicht noch mal her.
Positiv:
Das Personal ist freundlich und sehr hilfsbereit. Das Frühstücksbuffet bietet alles was man braucht. Es hat auch Wassermelone, sehr exotisch. Der Frühstücks- und Restaurantraum ist ziemlich einmalig. Ein Wintergarten mit sicherlich der höchsten Pflanzendichte auf ganz Svalbard, sehr gemütlich. Die Räumlichkeiten sind gut geheizt, wenn man die Heizung im Zimmer runter dreht wird es aber auch schnell kühl, was für eine sehr schlechte Dämmung spricht. Ins Zentrum kann man in wenigen Minuten laufen, für Touren wird man aber eh am Hotel abgeholt. Die Lage ist absolut ruhig, wenn auch die Zimmer etwas hellhörig sind.