Unterkunft
SunriseSunset
Parkplatz buchen am Flughafen, ja oder nein, das ist hier die Frage. 795 NOK (≙ 68,03 €) werden aufgerufen. Die Alternative ist ein Parkplatz am nahe des Flughafens gelegenen Einkaufzentrums. Ob das nun so super 100%ig legal wäre, ähh, <hüstel>, <hüstel>.
Svalbard, endlich. Heute also wieder das „Vorspiel“ im „Kulturhuset“, davor allerdings in der „Svalbard Kirke“ das Eröffnungskonzert mit Espen Berg. Den kenne ich ja schon von 2023, da begleitete er Silje Nergaard, aber seine Solostücke waren durchaus bemerkenswert. Zwischen den beiden Konzerten sollte Zeit sein den ersten Besuch in der Svalbar zu tätigen und ein Bier der „Svalbard Bryggeri“ zu genießen. Dabei ist das IPA immer eine sichere Bank. Mit etwas Glück gibt es wieder/noch „Gruve 3 Autopilot“ und/oder „Gruve 3 Håvar“.
Åpningskonsert med Espen Berg
Svalbard Kirke
Kl. 17:00
Vorspiel
Kulturhuset
Kl. 20:00
Heute (06.12.2023) schaue ich mal auf die Wettervorhersage für Longyearbyen und da sind für übermorgen tagsüber Plusgrade gemeldet . Tiefste Temperatur der letzten 30 Tage war der 15.11.2023 mit -17,7 °C. Am 22.11.2023 gab es Höchsttemperaturen von 1,2 °C. Im vergangenen Sommer lag die Höchsttemperatur bei 14,5 °C. Bei der Gelegenheit entdecke ich eine neue Rubrik „Sol og måne“ auf den Seiten von yr.no. Also den aktuellen Stand der Sonne und des Mondes. Im speziellen Fall wird natürlich erwähnt, dass derzeit die „Mørketid“ herrscht (Mørketid frem til 16. feb.). Interessant ist der Hinweis „Neste solformørkelse (delvis): 8. apr. 2024“ und „Neste måneformørkelse (delvis): 18. sep. 2024“.
Gerade der Dusche enthüpft schnarrte mein Mobiltelefon mit einer Nachricht. Ich dachte bei mir, das bedeutet nix Gutes. Meldung von SAS, mein Flug ist gecancelt. Man arbeitet daran nach Alternativen zu suchen und wird mich informieren. Was natürlich Blödsinn ist, denn auf der Strecke fliegen ja nicht jeden Tag mehrere Maschinen, an einigen Tagen auch gar keine.
Einschub: Ich werde das nie verstehen warum man nun unbedingt von einem Latte Macchiato ein Foto mit dem Smartphone machen muss oder sonst dieses ganze Geknipse von Essen und Getränken. Einschub Ende.
Kurzer Schnack mit zu Hause, ist rauszukriegen was mit dem Flug los ist? Kurze Unterbrechung des Gesprächs, es kommt eine weitere SMS von SAS. Man habe mich umgebucht, cool, ich lese noch etwas dass ich fälschlicherweise als Flugnummer identifiziere. Es fing mit S3 an, das ist eine Airline, aber das was danach kam war unmöglich eine Flugnummer, da waren noch weitere Buchstaben dabei. Spoiler, das war meine Buchungsreferenz, ich Hirnie. Und umgebucht hatte man mich auf den Flug am Sonntag. Na toll, soll ich nach Longyearbyen fliegen und mit dem gleichen Flieger wieder zurück. Diese Entscheidung hat sicherlich ein ziemlich ömmeliges System gefällt.
Erst mal doch zum Flughafen fahren, mein Parkplatz am Polaria lief ja auch bald ab. So richtig wusste man auch nicht was mit meinem Flieger los war. Bei einer Umbuchung kann man mir am Schalter auch nicht helfen, das geht nur direkt bei SAS. Wie finde ich das? Naja, wieso soll ich jemanden anrufen und muss das dann alles telefonisch klären. Vor allen Dingen wo anrufen, auf einer Buchungsbestätigung steht ja mal vorsichtshalber keine Telefonnummer drauf. Da könnte ja ein nerviger Kunde anrufen. Meine kompetente Hotline zu Hause sucht mir freundlicherweise eine Nummer raus. Ich rufe gleich an, ab 9 Uhr soll sie erreichbar sein. Erst mal muss man etliche Fragen per Tastendruck beantworten und erhält dann die Ansage, dass derzeit eine Wartezeit von 5 Minuten zu erwarten sei. Keine Ahnung wie oft ich diese Ansage hörte, man hätte dabei einschlafen können. Und um es interessanter zu machen wurde noch eine Schippe oben drauf gelegt, die Wartezeit beträgt jetzt 10 Minuten.
In der Zwischenzeit habe ich mir auf dem Navi mal angeschaut wie weit es bis Hammerfest oder Alta wäre, 450 bzw. 400 km. Doch ganz schön weit, zumindest wenn es evtl. schneit.
Nach einer halben Stunde eine Stimme. Nein, morgen geht kein Flieger (mit SAS) von Tromsø nach Longyearbyen. Aber ich könnte 6 Uhr ebbes nach Oslo fliegen und von dort nach LYR. Mit so einer Option hatte ich gar nicht gerechnet, also spontan zugesagt habe ich nicht, da sträubte sich etwas in mir. Also mit Notebook bewaffnet zurück ins Terminal, denn die ganze Zeit im ausgekühlten Auto bei 0 °C zu sitzen ist nicht so prickelnd. Ja, das was mir da am Telefon erzählt wurde stimmt, nicht das man daran hätte zweifeln müssen, aber vielleicht hatte ich ja auch was falsch verstanden. Aber wenn ich wirklich so früh hier losfliegen wollte, da müsste ich ja um 4 Uhr am Flughafen sein. Nee, ich mach ja wirklich schon viel Unfug, aber das geht zu weit.
Ahh, da ist ja nun der Schalter besetzt der ganz zu Anfang verweist war. Also noch mal mein Anliegen geschildert, nee, sie weiß auch nicht was mit dem Flieger heute los ist. Das er nicht als gecancelt auf der Anzeige erscheint sei ein Fehler im System. Ich erzählte von der Option morgen früh nach Olso zu fliegen und dann Non-Stop nach LYR. Ja, das ginge, richtig. Aber morgen fliegt auch Norwegian von Tromsø nach LYR. Ich müsste mich halt mit SAS absprechen, ob die die Umbuchung machen. Ich meinte nur, vorsichtig formuliert, denn die Frau war ja wirklich sehr nett, dass das eher meine zweite Sorge sei und ich primär einfach nur nach Longyearbyen wollte.
Ich habe dann auch gar nicht lange wieder bei SAS angerufen nur um dann vllt. eine Stunde in der Warteschleife zu hängen. Gleich bei Norwegian gucken, ob es denn überhaupt noch Plätze gibt. Ich war fest davon überzeugt, dass a) der Flug schon seit Wochen ausgebucht ist und b) wenn noch 2-3 Plätze frei wären die mir natürlich längst von all den anderen Leuten vor der Nase weggebucht worden wären. Aber nein, c) trifft zu, es gab noch freie Plätze, sicherlich 20 und mehr, nun mir genügt ja einer. Und der Preis mit knapp 200 € für „LowFare“, da darf man etwas mehr Gepäck mitnehmen, ist auch nicht so hoch wie ich jetzt befürchtet hatte. Also, buchen, fertig.
Jetzt, wo schlage ich mein müdes Haupt heute nieder? Noch mal großartig rumfahren wollte ich nicht, zumal hier die Hoteldichte höher ist als vermutlich im Radius von mehreren hundert Kilometern. Bei den Preisen verschlägt es einem natürlich die Sprache. Augen zu und durch. Ich wähle das „Moxy Tromso“, es liegt in Sichtweite des Flughafens, ein hoher Turm der weit sichtbar zu sehen ist. Auch der Parkplatz schlägt noch mal heftig zu, obwohl es hier draußen vor der Stadt mit dem Platz eigentlich nicht gar so begrenzt ist.
Dann ist da ja noch mein Ausflug „Snowmobile Safari to Tempelfjorden“, den kann ich ja so auch nicht wahrnehmen. Also anrufen und fragen welche Optionen ich habe. Den gleichen Ausflug am nächsten Tag bieten sie nicht an, schade. Es ginge noch „Snowmobile Safari to Grønfjorden“, der startet etwas später, erst um 9 Uhr und geht bis 18 Uhr. Nun, dann fallen da natürlich einige gebuchte Konzerte ins Wasser. Allerdings ist dieser Trip auch nicht mehr Schwierigkeitsstufe 2 sondern 4. Nun, wird schon werden.
Tja, da hänge ich nun im fünften Stock des Hotels, Blick auf den Flughafen. Was tun? Dieses Mal habe ich kein Lesematerial mitgenommen, weil ich das sonst immer komplett ungelesen wieder mit nach Hause gebracht hatte. Wie lange braucht man zu Fuß in die Stadt? Ui, fast eine Stunde. Aber etwas Bewegung kann ja auch nicht schaden, immerhin hing ich jetzt ein paar Tage fast komplett im Auto. Also die wattierte Hose anziehen, als ob ich es geahnt hätte, dass die Jeans keine gut Wahl gewesen wäre. Nach ein paar hundert Metern an der Küste entlang geht es dann ganz schön den Berg hoch, immerhin 9%, aber geht schon. Es schneit ein wenig, der Wind geht mäßig. Auf den letzten Metern den Hügel auf der anderen Seite wieder runter hätte ich mich beinahe auf die Waffel gelegt, der Schnee fiel auf teilweise vereiste Flächen. Also als nächstes in einen Laden der Spikes hat. Ich hatte mir ja in Longyearbyen mal welche gekauft, aber die Krallen sind sehr lang und wirklich nur tauglich wenn überall tief Schnee oder Eis liegt.
Aber es gibt natürlich auch Spikes mit deutlich kürzeren Krallen, ich probiere welche an, die passen, sind auch im „Sale“. Einpacken, Schleifchen drum, brauche ich nicht, die lasse ich ja gleich an. Gefrühstückt hatte ich in all dem Trubel noch nix, der Magen knurrte. Da stand ich gerade vor der „Backstube Tromsø“. Die war mir letztes Jahr schon ins Auge gefallen, sie liegt in der Nähe des „Solid“. Ob die auch was Nicht-Süßes haben? Ja, da gibt es auch was herzhaftes. Draußen schneite es immer mehr. Zumindest war ich ja nun rutschsicher ausgestattet. Also wieder Abmarsch zurück. Der Wind nimmt zu, der Schnee auch, es geht gut bergauf. Heiland, der Wind fetzt wirklich um die Nase. Man sieht die Hand zwar noch vor Augen, aber der Schnee ist relativ nass und schlägt wie Nadeln im Gesicht. Aber da hilft jetzt nix, das wird durchgezogen.
Verschiedene Böen lassen einen schwanken. Durch den pappigen Schnee sehe ich zum Schluss aus wie ein halber Schneemann. Geschafft. Der Blick aus dem Hotelzimmer zeigt noch besser wie der Schnee fast senkrecht fliegt. Erst mal alles zum Trocknen aufhängen.
Notebook unter den Arm, auf in den 11. Stock, dort hat es die Rezeption, Sitzecken, Computer mit Scanner und Drucker, Bar, Restaurant, Billardtische und natürlich einen grandiosen Blick über die See und den Flughafen. Wobei davon nicht so viel zu sehen ist. Morgen soll es aber gegen Mittag wieder deutlich ruhiger zugehen, wenn auch noch bei viel Schneefall, aber weniger Wind. In Longyearbyen ist es eher ruhig, Wind bei max. 5 bis 6 m/s, Temperaturen tagsüber zumindest gut einstellig kalt, nachts zweistellig kalt.
So, nun genug geschrieben. Noch mal irgendwie in die Stadt zu gelangen, egal ob per eigenem Auto, Bus oder Taxi habe ich mir abgeschminkt. Hier kann man sicherlich auch was Nettes essen und Bier gibt es auch vom Faß. Da kann man den Abend zubringen. - Pause -
Schau an, hier gibt es Frydenlund Juicy IPA (hatte ich letztes Jahr in Hamar getrunken), das ziehe ich dem Mack Nordlys vor. Die Speisekarte ist nicht allzu üppig, was aber nicht schlimm ist. Ich nehme den Veggie Burger. Ja der Geschmack des Bieres ist schon speziell, aber spritzig frisch. Am besten blende ich aus, dass mir jetzt normalerweise das erste Svalbard Bryggeri IPA die Kehle runter rinnen würde. Dann halt morgen.
Ab 17 Uhr waren heute fast alle Abflüge von Tromsø gecancelt. Wobei nicht klar ist ob auf Grund der Verhältnisse hier oder am Zielflughafen, denn das waren häufig kleine Flughäfen hier in der Nähe, Bodø, Kirkenes, Vardø. Hmm, aber auch nach Trondheim, Oslo und Bergen wurden Flüge gecancelt. Egal, morgen wird alles besser.
Das WiFi im Hotel gestern war unter aller Kanone, laufend brach die Verbindung ab und der Durchsatz war einfach unterirdisch. Hier im Hotel ist es auch nicht viel besser, die Verbindung ist zwar stabil, aber die Bandbreite ist ein Witz.
Der Schneesturm ist - erst mal - vorüber. Also es schneit schon noch, aber man kann den Flughafen wieder klar sehen, vorhin war er teilweise komplett im Nichts verschwunden. Wenn ich mir die Temperaturvorhersagen der nächsten Tage aller Orte so anschaue, dann liegt nur Longyearbyen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Die Hälfte der Orte liegt (teilweise deutlich) über Null.
Zwischendurch hatte der Schneefall mal komplett aufgehört nun graupelt es, die Bröckchen trommeln an die großen Fensterfronten. Die Räumfahrzeuge auf dem Flughafen ziehen mal wieder im Ballett ihre Bahnen. Planmäßig soll nur noch eine Maschine starten, statt 21:10 Uhr dann 23:35 Uhr, nach Luton.
Der Gedanke ist natürlich tagsüber aufgetaucht, ob ich zukünftig lieber hier im „Moxy Tromso“ (es wird wirklich ohne ø geschrieben) übernachte. Auch wenn der Parkplatz hier nicht kostenlos ist, der liegt dafür direkt vor der Tür, das ganze Geschlüre kann ich mir dann wieder sparen. In die Stadt müsste ich dann wieder mit dem Bus fahren, habe ich ja früher auch gemacht. Die [40] (Buslinie) könnte ich wohl nutzen, an der Haltestelle „Postterminalen“ könnte ich zusteigen, sie endet direkt in der Nähe des „Walter & Leonard“. Wenn man Giæverbukta nimmt kann man auch die [28] (Buslinie) nutzen, sie endet an der Haltestelle „Torgsenteret“. Aber die Linie scheint mir ungünstiger zu fahren, zu viele Umwege.
Es ist nun knapp 22 Uhr, der elfte Stock hat sich gut gelichtet.
Bilder gibt es erst morgen, so viele sind es heute eh nicht geworden.