Die Erlebnisse als Hörbuch



Sa 28.01.2023 Hahnstätten – Puttgarden – – Rødbyhavn – Helsingør

„Endlich“

Bis auf eine kurze Stockung lief es heute wie am Schnürchen. Nach Bremen schaute sogar mal die Sonne heraus, nach Hamburg verschwand sie aber wieder. Am Fähranleger in Puttgarden angekommen fing es sogar ein ganz klein wenig an zu schneien. Die Überfahrt war ruhig. Sehr nette Gespräche mit den Männern aus S. 😀

Am Fähranleger in Puttgarden hat sich im Hafenbereich schon einiges getan, auch vorher sah man am Straßenrand Vorbereitungen für den Tunnel. Wie lange das wohl dauern wird bis die Fähre Geschichte ist? Ich habe keine Ahnung wie da eigentlich die Planung ausschaut.

Das Hotel war leicht zu finden. Frühstück gibt es ab 7 Uhr, aber so früh muss ich nicht aufbrechen.

In der Altstadt bin ich in eine kleine Pizzeria rein marschiert und hatte die georderte Pizza in Rekordzeit auf dem Tisch stehen, was perfekt war, richtig zu Mittag gab es nichts. Ein lecker Tuborg Julebrygg gab es nicht mehr. Nun, man kann nicht alles haben.

Der Abend ist noch früh, wechseln wir noch mal die Location.

Helsingør ist echt schön, was man so im Dunklen sehen kann. Ich würde mich sogar dazu versteigen zu sagen, der Altstadt-Bereich ist deutlich größer als in Malmö. Bereits am Ende der Fußgängerzone angekommen wollte ich schon umdrehen und sehe eine Øl-Kneipe, ja wie cool ist das denn. Zwar ist man hier auch mit dem Tuborg Julebrygg ausgelaufen, aber das Ersatzbier ist ebenfalls sehr schmackhaft. Das witzige war, ich konnte es sogar probieren, in einem klitzekleinen Schnapsglas, das hat ja die Welt noch nicht gesehen.

Die Kneipe in der ich bin hat einen Raucherraum, der nicht abgeschlossen ist. Dem Duft im restlichen Ambiente zu urteilen werden hier aber keine normale "Lugentorpedos" geschmaucht sondern son neumodisches Räucherzeugs, was ein fürchterlich süßer Duft. Die Kneipe nennt sich "Skumølbar", das "Skum" scheint ja etwas mit dem Rauchen zu tun zu haben (nein, hat es nicht, siehe unten).

Der Versuch sich am offenen WiFi anzumelden scheitert daran, dass das offenbar nur klappt, wenn man sich mit einem Account von Facebook anmeldet. Nee, da kann die Welt warten…

Die Werbetafel an der Wand preist über 50 verschiedene Biersorten, zwar nicht ganz was die „Ølhallen“ zu bieten hat, aber alle Achtung.

Ach ja, die Musikdarbietung während der Fahrt heute war extra ordinär. Noch nicht mal 3 Stücke habe ich während der ganzen Fahrt gehört, es handelte sich um frische Mitschnitte von FluxFM, einmal "Club-Sandwich" und noch "XJAZZ", es war ein Traum. Und in der "XJAZZ"-Aufnahme erklangen doch echt Klänge wo ich dachte, das kenne ich doch. Ich wusste genau wer das war, eine Gruppe Norweger die ich auf dem PolarJazz-Festival gehört hatte und die mich restlos begeistert hatten. Einen ganzen Stapel an CDs hatte ich mir zugelegt, alleine, mir fiel deren Name nicht ein. Es lag mir auf der Zunge, aber es dauerte mehrere Stunden, bis sich der Name manifestiert hatte, ja klar, es war "Jaga Jazzist".

Und das spielen die einfach so auf einem deutschen "Radio"-Sender. Naja, immerhin in Berlin kann man es per UKW empfangen, im Rest der Welt per Internet, in bester Qualität, einfach der Hammer. An ein paar Abenden hatte ich genügend Material mitgeschnitten, um die ganze Reise bestreiten zu können. An der Stelle vielen Dank an den Tippgeber. 😉

Die Kneipe füllt sich so langsam, es ist ein Stimmengewirr wie auf einem Großbahnhof. "En Øl till?" (Darf es noch ein Bierchen sei?) höre ich eine innere Stimme ertönen. --- Ja, eins darf es noch sein.

Wieder was gelernt, "Skum" heißt "Schaum", das macht ja irgendwie auch sofort noch mehr Sinn, in einer Bierkneipe. Jetzt habe ich ein "IPA", aber das hat einen etwas speziellen Geschmack, zitrusartig, dennoch, es ist trinkbar. 65 DKK hat es gekostet, 0,4 l. Muss ich später mal schauen wie viel das sind, gefühlt aber deutlich günstiger als in Norge, selbst noch günstiger als in der "Steueroase" Svalbard.

Ja, doch, der zitrusartige "Flavour" des IPA hat was.

Wenn jetzt noch die Übernachtung und das Frühstück im Hotel nicht ganz daneben gehen ist ab sofort Helsingør als Zwischenstation fest integriert. Danke auch an der Stelle an die halsabschneiderische Obrigkeit in Malmö. 😋

Das Publikum hier ist mindestens halb so alt wie ich, realistisch betrachtet aber eher drei Mal jünger, aua, aber das sind die Realitäten. 🙂 Wenn man jetzt sehr gemein wäre, also sehr gemein, aber das wollen wir ja nicht…

Das Øl neigt sich dem Ende, Zeit zu gehen.

Was bin ich doch so froh ein Landei zu sein. Zurück im Hotel höre ich laute Stimmen aus einer Kneipe. Ein lauter Tumult, die Leute zerstreuen sich nach ein paar Minuten, immer noch laut fluchend, eine Person gleitet gen Boden… Auch bei geschlossenen Fenstern dringt die laute Musik ans Öhrchen, naja, kann man nix machen.


So 29.01.2023 Helsingør – – Helsingborg – Sunne

„Kurze Inquisition plus einmal Pusten bitte.“

Was für eine Nacht. Kaum hatte ich mein müdes Haupt sanft gebettet, erklingen aus dem Flur reichlich laute Stimmen, da wurde sich ziemlich energisch und halt auch laut unterhalten. Naja, man denkt, die legen sich in die Falle und gut ist, aber nein. Langsam gewinnt das "Gespräch" an Fahrt, es wird lauter und lauter und schaukelt sich immer weiter hoch. Irgendwann döse ich wohl doch weg, werde aber plötzlich aus den tiefsten Träumen gerissen, da geht echt die Post ab, es wird geschrien, der Hammer. Keine Ahnung wann es ein Ende fand, am liebsten hätte ich die Kombattanten zum Mond gehuft.

Der Wecker war für 07:30 Uhr gestellt, dann geändert auf 07:00 Uhr. Nach unruhiger Nacht dann doch schon frühzeitig aus den Federn. Frühstück und los zur Fähre. Perfekte Landung, die 8-Uhr-Fähre stand bereit, drauf fahren, Motor aus, Schotten dicht, Abfahrt, perfekt.

Erst mal orientieren und auf das Außendeck. Hmm, irgendwas ist anders. Es ist ziemlich ruhig und es stinkt nix, wird wohl elektrisch angetrieben, die Fähre. Feine Sache, das.

Was wird sich der schwedische Zoll heute einfallen lassen? Der Einstieg mit der üblichen Fragerei, wo fahre ich hin, aha, nach Sunne, und dort, ja, da übernachte ich nur und fahre weiter, wie, nur eine Nacht übernachten, ja, doch, ich übernachte da nur und fahre dann weiter, aha. Dann kommt etwas ganz neues, ein zweiter Beamter hält mir ein kleines Gerät mit Plastiktülle vor das Gesicht, aha, einmal feste pusten bitte, ja, weiter pusten, weiter, ja, gut, weiter fahren.

Es ist nicht wirklich viel los um diese Zeit auf der Autobahn. Es ist trüb, Temperatur leicht über dem Gefrierpunkt, von Schnee weit und breit nichts zu sehen, kein Krümel, nicht mal Reste.

Meine Mittagspause hatte ich wie schon häufiger in Mullsjö gehabt, lecker "Krabbenbrot". Am Götakanal bin ich vorbei gefahren, bei dem schäbigen Wetter muss das nicht sein.

Ankunft am Hotel, der Parkplatz ist komplett leer, könnte daran liegen, dass ich außergewöhnlich früh bin, es ist 15 Uhr, noch hell. Leider ist das Restaurant heute geschlossen. Au weia, da muss ich extra nach Sunne ins Dörfchen zurück fahren, wie ärgerlich, nicht wegen der paar Kilometer, sondern so überhaupt, der Bequemlichkeit wegen. Aber was will man machen.

Gelegenheit im Hellen sich die Beine etwas zu vertreten. Wie gesagt, es liegt kein Krümel Schnee, der See ist vollständig eisfrei. Das hatte ich auch schon anders gesehen, der See zugefroren und komplett mit Schnee bedeckt.

Essen im "Sunne Grillen", einer dieser üblichen schwedischen Takeaways, mit Sitzgelegenheit, alles ganz einfach, kein Schicki-Micki. Das Essen war frisch und lecker, fein. Als Getränk eine schwedische Brause, eine Alkohol-Lizenz hatten sie wohl nicht, musste aber auch nicht sein. Es wartete ja noch eine schon angekühlte Nibelungenhof Kerner Auslese (2015), mit mäßiger "Stromstärke" von 10,5% im Halblitergebinde. Leckerster Stoff.


Mo 30.01.2023 Sunne – Östersund

„Schnee“

Den Frühstückssaal hatte ich heute ganz für mich alleine. Die Auswahl war (wieder) sehr reichlich, sogar frisch gepresster Orangensaft, sehr lecker.

Abfahrt im schneelosen Sunne, aber ganz langsam taucht immer mehr Schnee in der Landschaft auf. Vor Mora sogar blauer Himmel.

Und in der Tat, wie man auf der WebCam von Mora schon in den letzten Tagen sehen konnte, auf dem Eis sind Leute unterwegs. Mir ist das allerdings nicht geheuer. Und weil gar kein Schnee auf dem Eis liegt ist quasi alles spiegelglatt, also zum drauf Laufen völlig ungeeignet. Ich laufe etwas am See entlang und nutze das optimale Zeitfenster bei genialem Wetter. Da es Mittagszeit ist und der Magen ruft, noch kurz ins Zentrum laufen. Der kleine Bäckerladen wird geentert. Auweiowei, was sind das denn alles für Köstlichkeiten. Ich wähle zwei schneckenartige Teilchen, kontrolliere die Versuchung bis ich im Auto bin und schlage dann zu. Das ist ja zum Niederknien. Leicht, fluffig, nicht zu süß, ein Gedicht. Die zwei Stückchen werden sofort und auf der Stelle bis auf den letzten Krümel genossen.

Den letzten Bissen genießend fängt es doch tatsächlich an zu fisseln, was zur Hölle soll das, es ist Winter, was soll hier bitte der völlig deplatzierte Regen. Motor starten, los fahren, sich aus Mora heraus schälen. Nach wenigen Minuten ist es mit dem geschäftigen Verkehr schon wieder zu Ende. Der übliche flow stellt sich ein. Der Regen verwandelt sich langsam in Schneeregen, die Straße gewinnt an Höhe, es schneit. Auch bei 0 °C stiebt unvermittelt Schnee über die Straße, mehr und mehr ist die Straße von einer geschlossenen Schneedecke bedeckt. Meine Gebete wurden doch erhört, Fahren auf Schnee, gibt es etwas Schöneres?

Es schneit nicht wirklich heftig, lediglich durch den aufgewirbelten Schnee, den vor allen Dingen vorbei rauschende LKW erzeugen, sieht es dramatischer aus als es ist. Da muss man gar nicht nervös werden, einfach weiter fahren und genießen. Die Straße schlängelt sich durch das Gelände, es geht mal sanft mal etwas stetiger nach oben und unten, Kurven, eher leicht, alles nichts wo man nur mit höchster Anspannung fahren könnte.

Am "Noppikoski vattenfall" halte ich kurz an. Ja, das ist schon ein kleiner Wasserfall. Wie häufig bin ich da schon achtlos vorbei gefahren.

Die geplante Umfahrung auf der [310] und [296] nehme ich auch. Eine gute Entscheidung. Die Straße ist nicht wirklich schwieriger zu fahren als der Inlandsvägen, ein Umweg ist es auch nicht wirklich. Verkehr ist fast keiner. Dann plötzlich eine Durchsage der Navi-Dame. Ob ich einer Umleitung auf Grund einer geänderten Verkehrssituation zustimme. Uiuiui, was ist denn hier los, mitten im Nichts passiert etwas was eine Routenänderung erfordert. Ich stimme zu, die neue Route ist die die ich eh nehmen wollte, prima.

Wenig später sehe ich eine Beschilderung an der Straße, dass falls das Licht blinkt, und das Licht blinkt, dann ist das Fjell soundso gesperrt. Potzblitz, und vorher hatte ich noch Witze gemacht, dass es hier ja wohl keine Gebirgsstrecke geben würde, die gesperrt sein könnte.

Da ich eh anders disponiert hatte traf mich das aber nicht. Und wie im Flug traf ich dann auch wieder auf den Inlandsvägen. Ein sehr schöner "Umweg", der glaube ich von der Strecke auch gar nicht länger dauerte, aber das werde ich prüfen, wenn ich wieder zu Hause bin.

Da ich gut in der Zeit lag habe ich vor Östersund eine Abkürzung genommen, die ich vor ein paar Jahren schon mal gefahren war. Sie verkürzt den Weg zwar erheblich, aber man fährt auch auf sehr kleinen und schmalen Strecken, schneller ist man also vermutlich nicht am Ziel, was ja eh nicht meine Absicht war. So sah ich einen schönen roten Sonnenuntergang und eine Eisstraße über einen See. Jede Menge Fahrzeuge fuhren gemächlich in größerem Abstand über den See. Schon irre. Ich glaube ich würde mir dabei, wenn ich es überhaupt wagen würde, in die H___ machen.

Östersund kenne ich ja nun schon recht gut, aber mit seinen vielen Einbahnstraßen stellt es mich doch immer wieder vor Rätsel. Zwar hatte ich einen Platz ergattert wo ich in den engen Gässchen meine Schüssel mal kurz parken konnte, aber es war in der falschen Straße. Also umher irren und das Hotel suchen, immer noch in der falschen Straße, es bläst ein heftiger Wind, ich hatte nur Pullover, Handschuhe und Mütze an und schon ein Teil des Gepäcks in den Händen. Endlich, die Erkenntnis, ich bin in der falschen Straße. Orientierungssinn sei Dank, also ein wenig ist ja doch vorhanden, eine Straße weiter und zwar in die richtige. Ja, das ist es doch. Und, gelernt ist gelernt, hatte ich gestern Abend brav meine Mails gelesen und daraus den Zugangscode zum Haus und den Zugangscode zum Hotel notiert. Dieses Mal bin ich in einem anderen Zimmer untergebracht, es liegt nicht zur Fußgängerzone sondern zur ruhigen Rückseite, sehr gut. Aber es ist mindestens genauso schön. Bevor ich Unordnung anrichte, habe ich ein paar Bilder gemacht.

Kurz mal etwas die Füße ausstrecken und die Äuglein schließen, durchatmen. Abmarsch für eine Runde zum See. Es ist schon dunkel. Es stürmt recht heftig, gut, dass ich mir noch die Fleecejacke angezogen habe. Das Vorhaben wieder in das Restaurant zu gehen, das mir der Hotelier letztes Jahr empfohlen hat scheitert daran, dass das "Republiken" am Montag geschlossen hat. Der innere Kompass führt mich ohne Umwege direkt in das "Tre rum". Der bestellte Burger ist flott auf dem Tisch und mundet bestens.

Eumelig wie ich bin hatte ich gestern vergessen das Tablet aufzuladen, es gibt nach wenigen Minuten den Geist auf, also zurück ins Hotel und Notizen schreiben. Was hiermit erledigt ist. Bilder runter laden, Filme runter laden, in das Album einbinden, Knöpfchen hier, Knöpfchen da, Album erstellen, hoch landen, fertig.

Ende, bis morgen.

Die Temperaturen für morgen sind vielversprechend, Östersund um 9 Uhr, sonnig bei -1 °C. Vuollerim ganztägig Sonnenschein, bei -10 °C wenn ich ankommen werde. Hurrrraaaaa. Tromsø immerhin auch nur unterhalb des Gefrierpunktes am 01.02.


Di 31.01.2023 Östersund – Vuollerim

„T-r-a-u-m-h-a-f-t, 1a, plus, mit Sternchen“

Dass das Zimmer nicht zur Fußgängerzone lag hat sich definitiv ausgezahlt, es war absolut ruhig. Frühstück war wieder ganz fein. Nun erst mal die Gedanken sortieren was heute so alles passiert ist, eine ganze Menge. Östersund wolkenfrei, -1 °C. Man schlängelt sich schnell aus der Stadt heraus, mit Hilfe des Navis leichter.

Da es gar keine Wolken gibt sind die Aussichten auf eine Nebensonne natürlich auch eher ungünstig. Aber man kann nicht alles haben. Auf jeden Fall hat es schon mal einigen Schnee in der Landschaft. Der Verkehr ebbt sobald man die Stadt verlassen schnell ab. An einigen Stellen waren Flüsse oder Seen nicht komplett zugefroren. Die Temperaturen lagen eine ganze Weile nur unwesentlich unterhalb des Gefrierpunktes. Man gleitet durch die Landschaft, herrlich.

Zwischendurch bewölkt es sich auch wieder, aber nur kurze Zeit. Da das Navi heute wieder mal etwas kapriziös ist, so wie es scheint lotst es mich auf dem letzten Abschnitt wieder auf einen extra langen Umweg, ist noch unklar wie viele Kilometer heute eigentlich zu bewältigen sind. Irgendwas um die 600 km sollten es sein.

Der Versuch den Wasserfall am Vindelälven aus der Nähe zu begutachten schlägt fehl, zwar kann man die Straße nach Blattnickelse bequem fahren, aber der Blick auf den Fluss wird durch Bäume komplett versperrt, gut, ein Versuch war es wert. Von der Straßenbrücke über den Vindelälven kann man den Wasserfall, naja, es sind eher Stromschnellen, eigentlich auch sehen, aber die Eisenbahnbrücke versperrt die Sicht. So oder so, viel zu sehen gäbe es nicht wirklich, der Fluss ist mehr oder weniger komplett zugefroren.

Die Temperaturen sinken langsam aber stetig, plötzlich sind es auch -10 °C, weiter fallend. Der Himmel wolkenfrei. Die Straße ist wunderbar zu fahren, die Fahrbahn komplett verschneit.

In Sorsele mache ich einen kurzen Abstecher zum Fluss, es ist -18 °C, die Sonne scheint zwar, aber es wird doch schnell frisch um die Nase. Und in der Tat, die haben am zugefroren Fluss ein monumentales Mercedes-Benz-Kreuz platziert, das hatte ich zwar schon von einer Webcam so geahnt aber war mir nicht sicher.

Viele Ecken kommen mittlerweile bekannt vor.

Die geplante Abkürzung habe ich genommen, die Straße ist nicht wirklich schmäler als der Inlandsvägen, aber es ist noch weniger los. Plötzlich meldet sich das Navi, Aufgrund veränderter Verkehrsverhältnisse schlägt es eine andere Streckenführung vor, ich stimme ungesehen zu. Es stellt sich heraus, dass es eh die Strecke ist die ich fahren wollte. Scherzhaft meinte ich noch, dass die Umleitung ja wohl kaum auf Grund irgendwelcher gesperrter Passtrassen sein kann. Nicht viel später sehe ich eine Anzeige am Wegesrand die sagt, dass wenn das Licht blickt, und das Licht blinkt, die Straße soundso gesperrt sei. Potzblitz, da kann ich froh sein, dass ich mich hier nicht in eine Sackgasse manövriert habe und wieder alles zurück fahren muss. In Windeseile ist man wieder auf dem Inlandsvägen.

Weiter geht es. Auch wenn es wirklich gut vorwärts geht heute, die Kilometer die noch zu fahren sind nehmen nicht sooo rapide ab. Nicht das ich in Eile wäre, zeitlich ist alles im absolut grünen Bereich, aber, nee, nix aber.

So gegen 15 Uhr verschwindet die Sonne so langsam unterm Horizont, sie gibt noch mal alles, ein Traum. Ich stelle aber trotzdem fest, dass es angenehmer ist bei solchen Lichtverhältnissen von Süden nach Norden zu fahren, statt umgekehrt, denn dann bratzelt einem die Sonne mehr oder weniger den ganzen Tag durch die Windschutzscheibe.

Einschub: Das Mariestads "Old Ox", Stromstärke, 6,9%, ist lecker.

Irgendwann muss ja der Abzweig vom Inlandsvägen kommen, aber wann. Mittlerweile ist es schon dunkel und da sieht alles ganz anders aus. Das Navi schlägt einen Abzweig vor, ja, der müsste, der könnte, der sollte es sein. Ich fahre zu. Meine Sicherheit auf der richtigen Strecke zu sein liegt bei 99%. Gegenüber 2022 ist es nicht nur dunkel sondern es liegt auch deutlich mehr Schnee, das macht die Straße gleich etwas schmäler.

Dann meldet sich schon wieder das Navi, es hat einen Vorschlag, ich stimme wieder ungesehen zu. Es schlägt erneut den Weg vor, den ich eh fahre wollte, aber halt, ich soll schon in 20 km am Ziel sein. Ich kann mich irren, aber das stimmt garantiert nicht. Egal, mittlerweile weiss ich, dass ich auf der richtigen Route bin, da brauche ich das dusselige Navi nicht mehr.

An der erwarteten Stelle ist Vuollerim ausgeschildert, von da sind es noch 40 km. Und wieso ist nun beim Vorschlag des Navi schon deutlich vorher Schluss? Das wissen nur die Götter. An der Stelle wo die vorgeschlagene Route endet fängt wenige Sekunden später eine neue Route an. Muss man das verstehen, nein.

Die Strecke ist auch im Dunkeln eine Offenbarung. Eine Kurve jagt die andere, es geht hoch und runter, aber ich habe die ganze Strecke für mich alleine. Ich fahre trotzdem eher sachte. Und wie wenn ich es geahnt hätte, plötzlich steht ein ganzes Rudel Rentiere auf der Straße. Wie zu erwarten sprinten sie nicht unmittelbar davon, sie traben gemächlich umher, laufen weiter auf der Straße, nach links, nach rechts, ich folge in sicherem Abstand mit kleinstem Schritttempo. Nach einer Weile macht dann ein Tier den Anfang und hechtet über die hohe Schneehürde in den Wald, sofort folgen die anderen, hüpf, hüpf, hüpf, hüpf. Ich fahre langsam weiter. Das nächste Rudel, das gleiche Spiel. Es folgt noch eine weitere Gruppe, dann ist die Bahn wieder frei.

Die letzten Kilometer bis nach Vuollerim verfliegen, der Spaß hat sein Ende. Temperatur unterwegs: -22 °C.

Ankunft am Hotel, einchecken, Krempel ausräumen. Gut, also wirklich gut anziehen. Abmarsch, Füße vertreten. Der Schnee, er musiziert, er knirscht, das Geräusch könnte ich mir stundenlang anhören. Rückkehr, Essen bestellen, ein "Stew". Die junge Bedienung ist sehr nett und aufmerksam, als sie das Essen bringt fragt sie mich auf Deutsch, ob wir Deutsch sprechen können. Ja, klar, können wir. Erkenntnis, sie ist keine ausgewanderte Deutsche, nein sie ist Schwedin die einfach nur sehr gutes Deutsch spricht, Respekt!

Das "Stew" stammt vom lokalen Züchter, wie ich erfahren habe, da schmeckt es gleich noch mal so gut, nein, es war wirklich sehr lecker. Dazu, siehe oben, ein "Old Ox", wie kann der Tag schöner ausklingen.

Die Wetteraussichten für Longyearbyen sind bestens, die Temperaturen sollen während meiner Anwesenheit komplett zweistellig unter dem Gefrierpunkt liegen, Tag und Nacht. Das wäre mehr als "cool".


Mi 01.02.2023 Vuollerim – Tromsø

„Kalt, Schnee, lecker Essen, lecker Øl“

Frühstück sehr lecker. Beim Beladen des Wagens hatte ich nicht den Eindruck es herrscht eine arktische Kälte, Kofferraum und Türen ließen sich leicht öffnen und schließen. Im Cockpit Platz nehmen, Powerknöpfchen drücken, Kupplung treten, ja, das ist etwas schwergängig, aber der Motor springt ganz normal an, kein Geröchel. Die Temperaturanzeige berichtet -12 °C, fast schon enttäuscht, aber doch auch erleichtert, dass es nicht doch noch kälter geworden war, der Motor goutiert das nicht.

Trotzdem 1-2 Minuten warm laufen lassen, im Navi das gespeicherte Ziel abrufen, langsam los rollen. Ja, mal wieder bei der Planung geschludert, ich wollte ja dieses Mal nicht über Jokkmokk fahren, sondern eine Abkürzung. Aber ich hatte mir den Straßenverlauf weder eingeprägt, noch ein paar Ortsnahmen gemerkt, und das Navi verweigerte natürlich jegliche Mitarbeit. Also dann auf kleinster Zoomstufe die vermutete Straße abgefahren, ja, das passt schon irgendwie, Abfahrt.

Noch war ich damit beschäftigt auf das Motörchen zu lauschen, ob ihm auch nichts mangelt, und da steht doch plötzlich ein Elch auf der Straße und guckt etwas belämmert in meine Richtung, sich wohl fragend, und jetzt? Die Kamera war zwar schon auf dem Stativ verschraubt und Klick, Klack, Film läuft, aber der Ton, wer hat da wieder gepennt, das Mikro baumelt noch im Fußraum. Es wird hektisch am Gurt befestigt, der Elch trollt sich langsam in den Wald. Ich denke, na wenigstens lief ja das Bild, der Ton ist nicht so wichtig. Aber hach, hätte der Kameramann nur mal das Objektiv von der Abdeckung befreit. Von vorne bis hinten versemmelt.

Wenige Minuten später, Auftritt Elch zwei, eine Nummer größer als der Erste. Alles klappt wie am Schnürchen, der Take sitzt.

Da kommt eine Weggabelung, links geht es nach Jokkmokk, geradeaus nach, habe ich schon wieder vergessen, das Navi ist aktiv keine Hilfe, also wieder die Strecke auf kleinster Zoomstufe abfahren, ja, geradeaus führt mich das nach Gällivare. Die Straße ist top geräumt, lässt sich fahren wie Butter, es wird langsam hell, es liegen Massen von Schnee in der Landschaft, eine Kurve jagt die andere, es geht mal leicht bergauf und wieder bergab, so könnte man stundenlang durch die Gegend fahren, mache ich ja dann auch. Ein kleiner Ort taucht auf, und es hat einen Bahnhof, nicht mal klein, mehrere Gleise liegen da. Ich fahre über einen Bahnübergang und staune nicht schlecht, die Schienen sind nicht verschneit, da ist erst kürzlich ein Zug gefahren.

Ich halte ein paar Mal an. Irgendwann, still und heimlich, hat das Navi wohl doch mal wieder Lust etwas zu arbeiten und zeigt den restlichen Weg nach Gällivare an, ja, Danke, das hätte ich jetzt auch noch alleine hinbekommen.

In Gällivare tanke ich den guten 98er Saft. Der Fahrer bekommt zwei Brötchen und einen Kaffee. Weiter geht es auf dem Inlandsvägen. Die Temperaturen schwanken heute zwischen moderaten -5 °C und -10 °C. So richtig lässt sich die Sonne nicht blicken, macht nix.

Die Strecke in Suomi ist immer wieder faszinierend, man kann weit in die Landschaft gucken. Die Straße ist teilweise in eher üblem Zustand, Bodenwellen schütteln und rütteln alles durch.

An der Grenze zu Norge will niemand etwas von mir, fein.

Einschub: Ich sitze im „Walter & Leonard“, die Fiskesuppe war ausgesprochen lecker, der Rotwein (Perquita reserva 2020, aus Portugal) auch. Aber die Musik stellt mich auf eine harte Probe, es laufen wirklich sämtliche Balladen der 80er und 90er, eine fürchterlicher als die andere. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, wurde hier schon mal deutlich besseres Liedgut kredenzt. Egal, der Wein ist geleert. Szenenwechsel.

Noch Einschub: Kleiner Rundgang in Tromsø, in der Nähe der Brücke wird gebaut wie wild. Im „Solid“ angekommen, es hat noch freie Plätze, auch Weihnachtsbier, es schmeckt köstlichst, was sich bei einem Preis von 142 NOK (13,07 €) auch anbietet. Aber viel wichtiger, es läuft coole Mucke. Ende Einschub.

Der Wasserfall Gálggojohka ist wie vermutet komplett im Eis erstarrt. Wenn das Wasser allerdings fließt dürfte es ganz hübsch plätschern. Der Zeitpunkt hätte nicht viel später sein dürfen, es dämmerte schon mächtig. Jetzt also ohne weiteren Halt zum heutigen Ziel.

Die Temperatur bleibt recht stabil, auch wenn es von über 500 Meter auf Meereshöhe geht. Der Himmel klart teilweise noch mal auf. Ein LKW zieht seine Spur vor mir, wirbelt permanent Schnee auf. Kilometer um Kilometer rückt das Ziel näher. Die Temperatur liegt wie vorhergesagt doch gut unter dem Gefrierpunkt, in der Stadt liegt eine Menge Schnee auch auf den Straßen, er scheint also ziemlich frisch zu sein, denn normalerweise wird das Zeugs schnell entsorgt.

Direkt vor dem Hotel habe ich erst mal wieder nicht regelkonform die Karre abgestellt, wenigstens ein Teil des Zeugs wollte ich auf kürzestem Weg ins Zimmer schaffen, man möge es mir nachsehen. Den ganzen Tag war ich gut angezogen, wenn ich mal kurze Zeit draußen war, dann zog ich nur die Kappe über die Birne und so konnte man es, windstill wie es war, gut aushalten. Aber jetzt das ganze Gerlärsch schleppend, über die Straße hechtend, an der Rezeption kurz wartend, zwei Stockwerke die Treppe hoch stürzen, ans andere Ende des Gebäudes laufend, da wird es einem plötzlich doch ganz warm ums Herz. - Das Øl schmeckt gar köstlich.

Schräg gegenüber des Felsenparkhauses war ein kleiner Parkplatz zu sehen, mit einigen freien Plätzen, einparken, zum Automaten marschiert. Potzblitz, das ist ja hier noch teurer als im Felsenparkhaus. Dann doch schnurstracks in den Berg rein. Der zweitbeste Parkplatz gehört gleich mir, direkter am Eingang kann man nicht stehen.

Immerhin muss ja noch einiges umgepackt werden. Aber das ist ein Problem für später. Das zweite Øl zischt. Zum Glück gibt es das „Solid“ und vor allen Dingen so kein lecker Bierchen direkt bei mir zu Hause, das wäre fatal. Zwei Mal im Jahr darf man sich das wohl guten Gewissens gönnen.

Die Temperaturvorhersagen für Longyearbyen sind so gut wie lange nicht, immer noch zweistellig im Minus, Tag und Nacht. Und auch noch wolkenfrei, traumhaft. Sollten sich da etwa ganz beiläufig ein paar Nordlichter manifestieren können?

Was sagt die Uhr? 21:48 sagt sie. Das Zeitfenster für heute schließt sich langsam, wenn ich auch morgen keine besondere Eile habe, der Flieger geht erst um 12:20 Uhr. Coole Mucke hin oder her, 22 Uhr, Abmarsch.


Do 02.02.2023 Tromsø – – Longyearbyen

„Angekommen“

Was man nicht alles zum Frühstück kredenzen kann, das Angebot war ausladend. Eile hatte ich heute keine. Genügend Zeit um alles umzupacken. Dann eine Ladung Gepäck ins Auto verfrachten. Es ist ziemlich neblig. Und noch Mal bepackt wie ein Lastesel den Rest einladen.

Einschub: Ich sitze im Gate, der Flug soll 15 Minuten Verspätung haben. Das Gate füllt sich flott, Musiker sind auch dabei, Instrumente im Schlepptau. Das Boarding startet, von dem was die Dame sagt versteht man nicht ein Wort. Alle stürmen los, "priority" scheint heute nicht Trumpf zu sein. Trotzdem sitzen die Leute schnell, ich sitze am Fenster.

Die Maschine muss noch enteist werden, es dauert also noch ein wenig. Ende Einschub.

Sich wie beim letzten Mal noch für ein paar Photos auf ein vorgelagertes Inselchen zu stellen macht bei der Suppe keinen Sinn. Den Parkplatz hatte ich schon ab 8 Uhr gebucht, also parken und ab ins Terminal. Das Boarding hatte ich gestern schon vorgenommen, trotzdem braucht man noch einige Klicks bis man die Boardingkarte und die Banderole für das Gepäckstück in Händen hält. Jetzt kommt der kritischste Moment überhaupt, wie zirkelt man diese Banderole nun richtig an die Tasche?

Einschub: Das erste „Svalbard Bryggeri“ IPA steht vor mir, zischhhhhh.

Die Banderole sieht korrekt befestigt aus. Ich lunger etwas auf einer Sitzgelegenheit im Terminal herum, denn das Gate auf der Abflugsanzeige ist noch nicht angegeben. Hätte da nicht sofort etwas bei mir klingeln müssen? Ganz laut? Ey, hallo, ich, eingecheckt, gerade eben, wird da vielleicht das Gate auf der Boardingkarte stehen? Boh, peinlich. Klar steht da das Gate drauf und das liegt wie auch schon letztes Jahr in einem Behelfs-Terminal. Aber ich habe ja jede Menge Zeit, muss nicht hetzen.

Fahre also gemütlich die paar Meter mit dem Shuttlebus dahin. Bei der Kontrolle soll ich alles, also wirklich alles Geraffel aus meinem Equipment-Koffer auspacken. Ich weiß gar nicht wie viele von den Schalen ich mit dem ganzen Geröll gefüllt habe. Man das nervt. Aber die Dame die das alles überwacht ist wirklich sehr freundlich, man ist Mensch und nicht ein Zwischenfall.

Warten im Wartebereich. Ich höre um mich herum eigentlich nur Finnisch, wieso wollen die alle nach Svalbard? Wollen sie gar nicht, am Gate neben dran geht der Flieger nach Helsinki, Rätsel gelöst.

Der Flieger nach Helsinki hat auch Verspätung, irgendwann kein Finnisch mehr zu hören.

Auf der Anzeige an der Wand steht für meinen Flieger noch kein "Boarding", ich gehe trotzdem durch den Zoll, zeige meinen Pass, beantworte die Frage "Longyearbyen?", genüsslich mit "Ja!". Das Gate füllt sich langsam.

Heute geht es hier im Bericht leider etwas wild hin und her.

Die Enteisung des Fliegers ist abgeschlossen, ab zur Startposition, Schub, schüttel, rüttel, ab in die Luft. Kaum ist der niedrige Nebel durchflogen, strahlender Sonnenschein, herrlich.

Einschub: Das IPA steht geleert auf dem Tisch, der aufmerksame Barkeeper fragt mich, ob ich noch eins haben will, ich frage nach dem "Gruve 3 Autopilot", ja das hätte 9%, sehr dunkel. Auha, das klingt besser als ich es im Internet gelesen hatte. Der erste Schluck, was ein Knaller, zum Glück nur aus der Dose, also nur 0,33 l, ein ganzer halber Liter würde einen ja aus den Latschen kippen. Es ist 19:30 Uhr, das passt wunderbar.

Der Fensterplatz ist Gold wert, es ist selbst beim Überfliegen von Svalbard noch erstaunlich hell, obwohl wir ja eine hübsche Verspätung haben. Liegt vielleicht auch daran, dass fast Vollmond ist. Die Maschine landet, bis die Treppe kommt dauert etwas, alle versammeln sich am einzigen Gepäckband. Es dauert ewig, bis es startet. Die Gepäckstücke werden wie wild abgegriffen. Das Band bleibt stehen, es stehen noch einige Leute da die ebenfalls warten. Ein Bediensteter sagt, dass noch mehr Gepäck kommt, sie hätten noch 2 Tonnen Cargo vor dem Gepäck auszuladen.

Das Gepäckband läuft an, meine Tasche erscheint, raus, in einen der beiden Busse einsteigen. Noch warten, Ticket lösen, Abfahrt. Einchecken im Hotel. Warme Klamotten anziehen, also wirklich warme Klamotten, in die Kälteschleuse, Rest anziehen, raus, hoch nach Nybyen. Endlich, angekommen.

Es ist leicht windig, da sind alle warmen Klamotten sehr willkommen. Kurz ins Hotel, normale Klamotten anziehen, Aufbruch zur Svalbar. Das Tagesgericht lacht mich an, dazu das IPA.

So, nun sind alle Zeitsprünge geschlossen. Aufbruch zum Vorspiel. Wie schon in 2020 sind Tische aufgestellt, es gibt noch ein paar freie Plätze, ich frage ob noch frei ist, ja, ist es. Mit dem Tischnachbarn komme ich ins Gespräch, auf Englisch, für Norwegisch reicht es bei mir leider nicht.

Das Programm startet, es geht Schlag auf Schlag, mal etwas ruhiger oder volle Pulle. Die Ansagen verstehe ich nur bruchstückhaft, macht nix, das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Es gibt eine ganz kurze Pause, wirklich nur 5 Minuten. Hatte ich schon erwähnt, dass es dieses Jahr das 25ste Jubiläum ist.

Noch ein Absacker in die Svalbar, das Bier ist auch erheblich teurer geworden, 109 NOK für 0,5 l, ich meine letztes Jahr wären es noch um die paarundachtzig gewesen. Auch am Ende der Welt bleibt nichts wie es ist. Die Temperatur derzeit -16 °C, gefühlt wie -26,6 °C. Es ist fast Mitternacht, ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Rückzug.


Fr 03.02.2023 Longyearbyen

„Mensch und Maschine im Kältetest. Bestanden“

Einschub: Ich sitze im Stationen, bestelle an der Theke und glaube ich bin im falschen Film, liegt da doch tatsächlich eine gelbe "Banane" hinter dem Tresen. Ich fasse sicherheitshalber in meine Tasche, nee, meine Banane ist noch da. Das ist der erste Mensch auf Erden der so ein Fossil (noch) im Einsatz hat. Ende Einschub.

Die schlechte Nachricht zuerst, meine geplante Tour heute wurde leider abgesagt, nur ein Teilnehmer, das lohnt sich für den Veranstalter nicht. Die Alternative wäre gewesen ich hätte eine zweite fiktive Person gezahlt und hätte dafür natürlich auch eine individuelle Tour bekommen. Über die extra ca. 1000 NOK wollte ich aber nicht springen.

Auf Nachfrage an der Hotel-Rezeption was es denn noch so im Angebot gibt, war die Auswahl nicht groß. Einen Ausflug mit dem Schneescooter hatte ich schon und auch hier wäre wieder eine konventionelle Knattermaschiene zum Einsatz gekommen, nee, danke. Und eine Hundeschlittentour zur Eishöhle, nee, mit Wuffies habe ich es nicht so, und die Eishöhle hatte ich erst letztes Jahr. Blieb noch die Sightseeingtour mit dem Bus, hatte ich auch schon zwei Mal.

Also dann gut einpacken und selbst auf die Piste. Abmarsch war irgendwas halb zehn. Es ist durchaus schon etwas hell, die Betonung liegt auf "etwas". Temperatur -15 °C, gefühlt weiß ich nicht mehr, aber der Wind hatte sich komplett gelegt, also keine so große Diskrepanz mehr. Außerdem hatte ich mir die Balaclava angezogen und darüber die warme Mütze, das hilft schon mal viel, nun ist nicht nur der Kopf gut warm sondern auch das Kinn.

Es liegt nicht wirklich viel Schnee, einige besonders steile Abschnitte sind komplett blank. Die Wege sind teilweise vereist, man läuft besser so weit am Rand der Straße wie möglich, da greift der Schnee noch bestens und vor allen Dingen ist es knirschtechnisch wie Musik in den Ohren.

Einschub: Die fiskesuppe war wieder sehr lecker, ein IPA mundete dazu bestens. Und da es draußen schon wieder schwer vor sich hindüstert, wäre doch ein "Gruve 3" genau richtig, denn das ist so schwarz wie es in einer Grube wohl so aussieht. So wie ich auf der Homepage gelesen hatte ist es ein Spezialbier, das nicht immer im Programm ist. Solange es immer zum PolarJazz kredenzt wird, perfekt.

Die Namen der meiste WiFis sind ja eher nüchtern und öde, aber hier im Stationen sind wohl zwei Spaßvögel in Reichweite. "Will you be my WiFi" und "YourWiFi sucks hell no". Das ist doch mal originell. Einschub Ende.

Ein paar Spikes für Schuhe habe ich mir mal gekauft, es ist das gleiche Prinzip wie letztes Jahr in der Eishöhle. Sie an- und abzuschnallen erfordert allerdings ein wenig Geschick und Beweglichkeit, dafür halten sie bombenfest. Langsam schließt sich der Erzählbogen. In der ganz dicken Montur wollte ich mich jetzt nicht ins Restaurant setzen, also erst noch mal im Hotel Klamotten wechseln. In leichterer Ausstattung dann ins Stationen.

Das "Gruve 3" neigt sich dem Ende zu. Den hiesigen Braumeister müsste man in die stillgelegte Privatbrauerei in H. verpflichten. Ich würde mir eine Standleitung ins Haus legen lassen.

Zum Konzert in der „Svalbard Bryggeri“ kam ich nicht zu spät, dort hin zu laufen dauerte trotzdem ein Weilchen. Zwar erklärte Mona Dahl (Kulturskoleleder) viel zur Historie des PolarJazz Festival und auch warum sie sich maj7kameratene nennen (der kamerat ist Andreas Hegermann Riis), aber bis auf ein paar Bruchstücke habe ich nicht viel verstanden. Es war aber wohl die eine oder andere Anekdote dabei, es wurde viel und herzlich gelacht. Wie fast immer gaben noch andere Einheimische ein paar musikalische Beiträge, mit Posaune, Trompete und leichter Unterstützung per Trommel. Quasi eine Jam-Session. Die Vorstellung war wohl recht pünktlich zu Ende und ich schwang die Hufen zur nächsten Konzertstätte, „Svalbard Kirke“, daselbst spielte Bugge Wesseltoft.

Die Kirche sieht nicht nur äußerlich wenig einer solchen ähnlich, bis auf einen kleinen Kirchturm. Eher außergewöhnlich dürfte auch sein, dass man sie nur ohne Schuhe betreten darf, das kostet natürlich auch noch mal wertvolle Sekunden sich all des Plunders zu entledigen. Die Vorstellung hatte schon begonnen, aber das machte nichts. Hinsetzen in einen einladenden Sessel und den teilweise sphärischen Klängen lauschen.

Viel zu schnell ging auch dieses Konzert zu Ende. Beim Hinausgehen sehe ich einen kleinen Tisch aufgebaut mit LPs und CDs. Aber Bezahlung nur möglich mit Vipps oder Cash. Ich beiße in die Tischkante und verfluche den Erfinder von Vipps und allen diesen anderen völlig beknackten Zahlungssystemen, wie Swish in Sverige. Das ist Bezahlung à la Steinzeit, ich kann die Währung nur als Stammesmitglied, also Bewohner des Landes, benutzen. Denn man braucht zwingend ein Bankkonto und das bekommt man nur mit einer norwegischen ID und daran kommt man praktisch nur als norwegischer Staatsbürger. Sage ich doch, Bezahlung à la Steinzeit. Nun den Puls bitte wieder runter fahren.

Was habe ich dann genau gemacht, es wird schon schwierig das zu rekapitulieren, ich sitze derzeit in der Lobby des Hotels und warte auf den Bus, es ist Sonntag.

Ich muss im Plan nachschauen, ja, als nächstes folgte um 19 Uhr das Gisle Børge Styves Orkester, bestehend aus drei Personen. Das Kulturhuset ist wieder mit Tischen bestückt. Ich finde noch ein freies Plätzchen. Der "Nachteil" wenn man einigermaßen auf Norwegisch nach einem freien Platz fragen kann, ist, das dann ein folgendes Gespräch auch eher auf Norwegisch eingeleitet wird. Aber man kann es sehr gut auf Englisch fortsetzen. Habe mich nett mit einem "local" unterhalten.

Einschub: 11, 1, 40. Das bedeutet was? In 11 Tagen, 1 Stunde und 40 Minuten geht die Sonne wieder über dem Horizont auf. Wie ich letztes Jahr erlebt habe wirklich ein besonderer Moment.

Der Bus kommt bald, draußen ist es mit -8 °C direkt warm, aber Vorsicht, gefühlt wie 19,2 °C. Ich habe mal lieber die dicke wattierte Hose angezogen und werde auch die dicken klobigen Schuhe anziehen, so in der zugigen Kälte stehen muss nicht sein. Einschub Ende.

Das Gisle Børge Styves Orkester stellt sich als sehr humorvoll heraus und musikalisch Spitze. Es gibt eine kurze Pause, dann kommt Thomas Dybdal. Ja hat denn die Welt schon so was gehört. Ganz leise Töne, er alleine, meistens mit Gitarre oder auch mal am Piano, einfach großartig.

Einschub: Die Ankunft des Busses war perfekt. Es wehte ein sehr kräftiger Wind, Augen auf bei der Kleiderauswahl. Einschub Ende.

Nach Thomas Dybdal ging es mit dem bereits bereitstehenden Bus zum Huset. Dort stand eine veritable Schlange, draußen, es war ziemlich kalt und ich hatte mich auf wirklich keine längere Kälteperioden eingerichtet. Man das geht ja nicht weiter hier, wo hängt es denn? Es stellt sich heraus, der Stau ist an der Garderobe, nee echt jetzt. Ich ziehe vorbei, zeige artig mein Ticket, man hört schon wummernde Bässe, coole Mucke läuft leicht schaumgebremmst. Ich trete in einen großen Saal ein, zurückversetzt in die 70er. Blick nach hinten, aufragende Sitzreihen, das war wohl mal das Kino. Die Sitze sind nix für Leute mit langen "Gräten", aber wurscht, was ein Ambiente, g-r-a-n-d-i-o-s.

Das Auditorium füllt sich, die Sitzreihen sind so halb belegt, Stimmung wie im Fußballstadion, vermutlich, ich war noch in keinem. Nach kurzer Zeit kommt TORA. Es bricht die Hölle los, die Bude bebt, die Bässe schlagen in die Magengrube. Wirklich ruhigere Stücke stehen nicht auf dem Programm. Die Zeit verfliegt, es gibt Zugaben, aber irgendwann ist auch mal Schluss, leider.

Nun warte ich auf den Bus, denn schließlich hat uns ja auch ein Bus hier her gefahren. Ein kurzer Blick nach draußen, nee, da steht kein Bus, öhm. Es laufen viele Leute los, dick eingepackt, einige Taxis wuseln herum, ein paar Privatautos. Der Gedanke bricht sich Bahn, hier fährt kein Bus nach nirgendwo. Also, hilft nix, Warmduscher raus in die Frische. Bei erhöhter Schrittfrequenz wird es nicht so kalt. Geht doch.

Was ein Tag, absolute Spitzenklasse.


Sa 04.02.2023 Longyearbyen

„Sowieso gut“

Siehe Sonntag.


So 05.02.2023 Longyearbyen – – Tromsø

„Schreiben, schreiben, schreiben“

Nach dem Frühstück Aufbruch zu einer Erkundigung, Richtung Adventdalen, so hoch wie es geht, es dämmert schon gut, es gibt kein Wölkchen am Himmel, der Mond ist fast in voller Pracht am Firmament. Der dogyard ist recht ruhig heute. Wieder Richtung "Zentrum" zurück und dann noch mal zur Straße die ins Adventdalen führt. Dort steht eine neue Informationstafel, sie zeigt jede Menge Temperaturen in der Gegend. Das Bild ist sehr unterschiedlich, -19 °C, gefühlt -29 °C.

Langsam zurück zum Hotel, Klamotten ablegen, Aufbruch ins Stationen. Leute warten schon auf den Einlass. Nach ein paar Minuten später geht es los, ich liege im Spitzenfeld und finde einen guten Platz. Die eigentliche Band Swing'it tritt nicht auf, der Ersatz ist Bendik Hofsethn und Sidiki Camara.

Ich ordere mein Essen am Tresen. Das Øl darf vor 12 Uhr nicht ausgeschenkt werden, es ist 11:55 Uhr, das ist aber so was von vor 12 Uhr und die Sportart des Augenzudrückens scheint es hier nicht zu geben. Ich nehme daher erst Mal mit einem klaren Wasser vorlieb. Das Stationen füllt sich langsam. Die Musiker starten, auch hier hat es wieder weitere Unterstützung durch einen Keyboarder und für ein Stück ein Posaunist, er legt ein wahnsinniges Solo hin. Nach einer Zugabe geht es über die Straße zur erst kürzlich neueröffneten Galleri Nordover. Dort spielt Pitsj, ich muss gestehen ich weiß noch nicht mal was das heißt.

Es dauert nicht lange bis es auch schon los geht. Vier junge Frauen treten auf die Bühne, da fällt mir gar nicht auf, dass in der Ankündigung fünf angegeben waren. Es wird zwar kurz darauf hingewiesen, aber den genauen Grund habe ich nicht verstanden. Was soll man sagen, traumhaft was hier dem Gehör geboten wurde. Es klang alles unheimlich leicht und als jemand der unmusikalischer nicht sein könnte kann man nur erahnen wie viel stetige Übung dahinter steckt. Als Gäste treten bei einigen Stücken auf, Thea Wang und jemand mit Trompete. Das finde ich so phantastisch, dass spontan andere Künstler in das Programm eingebaut werden.

Nach Pitsj gibt es erst Mal eine Verschnaufpause, im Hotel. Nächster Programmpunkt sind Harr og Hartberg im Gruvelageret. Von einem Bus der dort hin fährt stand in den Ankündigungen nichts, hmm, also dann so zu 4/5 dick anziehen, denn ich trödel ja jetzt nicht rum und komme durchs Laufen auf das restliche Fünftel. Aber der Weg zieht sich, denn ab dem Huset steigt es doch noch mal ganz schön an. Ich erreiche das kleine Gebäude schwer "dampfend". Im Vorraum sind eigentlich schon alle Garderobenhaken belegt, aber ein Plätzchen findet sich immer. Und dann erst Mal Klamotten ausziehen. Freie Plätze hat es keine mehr. Es strömen immer noch Leute herein. Da erspäht mein Auge ein Platz der wohl irgendwie gar nicht belegt ist, ich frage artig, ob noch frei ist, keiner weiß Bescheid, ja, dann sitze ich wohl jetzt hier, perfekt.

Einschub: Ich sitze im Gate, der vorherige Flieger hatte eine halbe Stunde Verspätung, ist jetzt aber auch vom Hof. Für meinen Flieger gibt es noch keine Verspätung, sieht gut aus. Nicht das der Sturm noch für Verzögerungen im Betriebsablauf sorgt. Für heute sind auf jeden Fall heftige Winde vorhergesagt und steigende Temperaturen, bei Windgeschwindigkeiten von bis 18 m/s, Spitzen bei 25 m/s. Ende Einschub.

Harr og Hartberg spielen sehr jazzig daher, drei weitere Musiker sind fest mit von der Partie, gar nicht so einfach auf der kleinen Bühne. Die Zeit verfliegt im nu. Zugabe. Und schon wieder Klamotten anziehen, die Schuhe mit den Spikes sind übrigens der Hit, fester und sicherer Tritt selbst auf blankem Eis. Die Frage, ob denn wenigstens jetzt ein Bus (vom Huset) zurück ins Zentrum fährt klärt sich nach dem ein Sicht versperrender Hügel passiert wurde, ja, da steht ein Bus.

Kurze Verschnaufpause im Hotel. Zum gemütlich Essen gehen reicht die Zeit nicht, ich war glaube ich nur ein Mal in der Svalbar, zumindest zum Essen. Schade.

Also dann Thea Wang im Kulturhuset. Es überwiegen auch hier eher die ruhigeren Töne. Wenngleich das Musikgenre eigentlich nicht zu meinen Highlights zählt ist das live vorgetragen doch eine ganz andere Sache. Also auch hier volle Punktzahl.

Dann, zur prime time sozusagen, kommen Silje Nergaard und Espen Berg. Silje erzählt ebenfalls viel und durch eine langsame und klare Aussprache kann ich recht viel verstehen, einige Anekdoten zu den Songs habe ich ganz verstanden. So rekapitulierend würde ich sagen gehören Aha, Silje Nergaard und Rebekka Bakken sicherlich zu den ersten norwegischen Künstlern die mir so in Erinnerung sind. Nicht das ich jetzt die anderen Künstler in irgendeiner Weise gering schätzen wollte, aber Silje ist irgendwie eine andere Liga, aber auf keinen Fall auf eine abgehobene Art, sondern nahbar und mit viel Herz. Es wurden ruhige Stücke geboten, aber speziell Espen Berg am Piano legte grandiose Soli hin, da ging es wild zu, das Publikum war auf jeden Fall ganz Ohr und begeistert bis zum Anschlag.

Der Saal musste geräumt werden, für das folgende Konzert gab es ja auch Einzelkarten und waren nicht im kveldspass inkludiert. Eine gute Gelegenheit Ausschau zu halten, ob man bei Silje Tonträger per Kreditkarte erwerben kann. Kurze Nachfrage, nein kann man so nicht wirklich, aber ich könnte ihr den Betrag ja überweisen. Ich bin fassungslos, die Welt ist doch nicht so schlecht. Es dauert eine Ewigkeit bis wir feststellen, dass sie ihre IBAN nicht parat hat, auf ihrer Bankkarte steht sie nicht drauf. Sie ruft mich auf meinem Handy an, damit habe ich ihre Nummer und wir können per SMS die notwendigen Bankdaten austauschen. Wir wechseln noch kurz ein paar Worte. Was für eine unkapriziöse Künstlerin, ich bin tief beeindruckt, sicherlich eine Erinnerung die ich nicht vergessen werde.

Einschub: Im Gate laufen auch wieder einige Künstler ein, direkt mir gegenüber sitzt die komplette Gruppe von Ole Børud und eine der beiden Frauen von TORA. Weiterhin im Gate Thea Wang, Harr og Hartberg, Teile von Pitsj. Die Anzeige am Gate zeigt nun auch eine Verspätung für meinen Flieger, eine halbe Stunde. Einschub Ende.

Nach der Pause kommt Ole Børud. Ja, das ist funky, alle Lieder fetzen, dank einer großen Band, immerhin spielen drei Männer in der Trompeten- und Saxofonsektion. Jetzt stören auch keinen Tische mehr, genau richtig um sich auch zu bewegen. Der Saal kocht und ist trotz der späten Stunde sehr gut gefüllt.

Ja, es hilft nix, die letzten Töne sind verklungen. Was ziehen wir für ein Fazit? So viele Konzerte wie nie, und einfach alle, jedes auf seine Art, p-h-a-n-t-a-s-t-i-s-c-h.

Einschub: Mein Flieger landet gerade, verspätet, aber egal. Einschub Ende.

Noch einmal Übernachtung, Frühstück, mit den Gedanken schon minimal auf der Heimreise. Alles packen, sich in der kleinen Lobby platzieren, schreiben, schreiben, schreiben. Blick auf die Uhr, der Bus kommt gleich, anziehen, das letzte Mal in die Kälteschleuse. Auf den Bus warten, einsteigen, die Hotels werden abgeklappert, Ankunft Flughafen. Boarding-Karte am Automaten holen, das geht natürlich jetzt schon recht routiniert, bis nächstes Jahr wo alles vergessen ist. Gepäck am self bagdrop aufgeben. Zur Security gehen, das ganze Geraffel auf X Schüsseln verteilen. Öhm, wo ist meine Boarding-Karte? Verflucht, alles läuft wie am Schnürchen, nur jetzt fehlt die Boarding-Karte, irgendwo in den tausend Taschen wird sie sich verstecken. Es hilft nix, ich muss noch mal aus der Schlage raus und mir eine neue Boarding-Karte ausdrucken lassen, peinlich. Neuer Anlauf, jetzt läuft alles, ich muss auch keine Schuhe ausziehen oder den Gürtel. Nur noch das ganze Zeugs wieder einsammeln und einpacken.

Geschafft, ich sitze im Gate, abdampfen. Zeit weiter zu schreiben.

Wieso bin ich eigentlich so früh mit dem Bus gefahren, schon um 10:15 Uhr, obwohl doch der Flieger erst um 14:45 Uhr gehen soll? Mal wieder den Plan nicht richtig gelesen, da steht gut lesbar, dass auch um 13 Uhr ein Bus fährt, ich Hasenhirn. Nun gut, so nutze ich die Zeit eben und schreibe (weiter). Mittag es wird, gute Gelegenheit für ein leichtes Mahl und ein letztes Øl es sei. Das Øl kommt formvollendet (naja fast) gezapft in ein richtiges Glas, nix Blechbüchse oder Plastikbecher. Das schmeckt, z-i-s-c-h.

Auch ohne Aufruf stehen plötzlich alle auf und versammeln sich am Ausgang. Draußen stürmt es sehr wild, also sehr wild, der aufgewirbelte Schnee fliegt quasi horizontal. Die übliche Ansage ertönt, klar und verständlich. Eine priorisierte Einsteigereihenfolge ist möglich. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sehr stürmisch ist und teilweise glatt, man soll vorsichtig sein. Das war nicht übertrieben, der Sturm kommt frontal und heftig, man kommt kaum vom Fleck. Zumindest gibt es beim Einsteigen in den Flieger keinen Stau wie sonst, man ist flugs im sicheren Flieger. Gepäck verstauen, Sitzplatz einnehmen.

Der Fensterplatz nutzt heute nicht viel, nicht nur hier ist es stockdunkel, auch bei der Ankunft in Tromsø wird es schon dunkel sein. Alle Leute sind im Flieger, die Treppe wird abgezogen, es schaukelt spürbar, der Wind zerrt an allen Ecken der Maschine. Wir rollen, aber noch nicht zur Startposition, erst noch das DeIcing. Hier kommt noch ein etwas älteres Fahrzeug zum Einsatz. Ein Fahrer steuert das Gerät und eine Person steht an der Lanze im Korb, und zwar im Freien. Alter Schwede, das ist nix für Weicheier. Mit nur einem Fahrzeug dauert alles etwas länger. Auch das ist geschafft, nun rollen wir die ganze Startbahn entlang zum westlichen Ende, gestartet wird mehr oder weniger voll gegen den Wind, etwas kommt er seitlich. Die Triebwerke heulen auf, Schub. Gefühlt nach wenigen Sekunden sind wir schon in der Luft. Es ruckelt, aber nichts was sofort in die Magengrube geht. Wir steigen schnell weiter, es holpert weiter herum, aber alles im sehr erträglichen Rahmen.

So, nun sind wir in der Echtzeit angekommen, es wurde gerade ein Snack und ein Getränk gereicht. Der Flug ist weiterhin sehr ruhig, linkerhand (östlich) sieht man den Vollmond. Es ist 17:11 Uhr. Ich glaube der Sinkflug setzt ein. Kleine Verschnaufpause, etwas dösen.

Durchsage aus dem Cockpit, wir fliegen eine Ehrenrunde, die Wetterverhältnisse habe ich weder auf Norwegisch noch auf Englisch verstanden. Der Landeanflug ist nicht so kritisch wie noch in Longyearbyen angekündigt, keine Turbulenzen, alles easy. Der Flieger rollt langsam an das Behelfsterminal, der Blick aus dem Fenster ist ein Blick ins Grauen. Es schüttet wie mit Kübeln. Ich war so auf Longyearbyen fokussiert, dass ich mir kein einziges Mal die Wetterverhältnisse auf der weiteren Heimreise angeschaut hatte. Aber was hätte das verändert, außer die Stimmung zu killen. In den wenigen Minuten die vergehen, bis wir aussteigen können, kurz über das Rollfeld, hat es komplett aufgehört zu regnen.

Durch den Zoll geht es zügig, die Beamtin wundert sich über mein Passbild, es sei im Profil. Tja sorry, ich habe es nicht gemacht. Ich darf trotzdem passieren. Wie schon letztes Jahr das gleiche Bild am Gepäckband, alle drängeln sich 1 cm vor dem vielleicht 10 Meter langen Band. Zwei Helfer schichten schon jede Menge Koffer auf. Ich wage mal ein Blick, meine Tasche ist noch nicht dabei. Kurze Zeit später taucht das gute Stück schon auf, ich lasse es mir reichen, selbst ran kommen ist nicht möglich, alles verstopft.

Ich steige in den Shuttle-Bus, obwohl es wirklich nicht weit zu laufen ist, aber alles ist vermatscht. Der Bus fährt los, ist flugs angekommen, Handy zwischendurch wieder in Betrieb gesetzt. Eieiei, schon kurz nach 18 Uhr, mein Parkplatz ist nur bis 18 Uhr gebucht. Bis ich ausfahre habe ich eine gute viertel Stunde überzogen, mal sehen ob das noch durchgeht oder nachbelastet wird. Klar, bei den Temperaturen ist die Karre natürlich kein Eisklotz. Durch den Matsch bahne ich mir den kurzen Weg zum Tunnelsystem und tauche in das Felsenparkhaus ein, dieses Mal aus einer Richtung aus der ich noch nicht gekommen bin, nach ein paar Sekunden konnte ich mich aber orientieren. Schon mal die erste Fuhre Gepäck zum Hotel mitschleppen. Boah ist das warm, mit der dicken Skihose bin ich maßlos überausgestattet. Hilft nix.

Etwas das Gepäck sortieren, was nicht mehr gebraucht wird wieder zurück ins Auto, jenes noch mal etwas besser parkieren. Ins Walter & Leonhard, der Skrei lacht mich an und der Vino vom letzten Mal war ein Gedicht, beides schmeichelt dem Gaumen aufs Vortrefflichste. Ein Dessert ist kurz in der Überlegung, wird aber verworfen, ein Espresso darf es sein. Das letzte Schlückchen des köstlichen Rebensaftes darf nicht im Glas verkommen.

Abmarsch, ohne irgendwelchen Firlefanz ins „Solid“, draußen ist es bei den Temperaturen irgendwie deprimierend. Trotzdem sieht man einige Leute die eingepackt sind als ob sie auf einer Expedition zum Südpol wären, Schals, Mütze, wuchtige Handschuhe, aufgeplusterte Jacken, herjeminee.

By the way, in Tromsø soll es die nächsten Tage sowohl nachts als auch tagsüber Nullgrad haben, selbst zu Hause wird es zumindest nachts kälter werden, verrückt. Die Wetteraussichten auf dem Rückweg bis einschließlich Geilo für die nächsten Tage sind eine einzige Katastrophe. Tagsüber überall Plusgrade, nachts teilweise auch.

Und nun, was steht auf dem Plan? Das Øl ist irgendwie verdampft, im „Solid“ ist es auch immer gut warm. So darf der Tag (genau 22 Stunden alt) nicht enden, en Øl till noch ein Weihnachtsbier bitte.

Nein also wirklich, dass es jetzt auf der Rückreise nicht pausenlos gut zweistellig (also mal mindestens -15 °C) kalt wird darauf hatte ich mich schon eingerichtet, aber Plusgrade, es ist zum Heulen. Warum bewirkt der ganze Klimawandel nicht einfach das es kälter wird, mir würde das sehr gut passen. Die in Longyearbyen erworbenen Spikes, wo soll ich die in den nächsten 362 Tagen noch mal nutzen, bei mir zu Hause sicher nicht. In Longyearbyen hatte ich bei genauerem Hinsehen doch das eine oder andere Elektroauto gesehen, ja der Strom kommt derzeit in der dunklen Jahreszeit noch aus dem Kohlekraftwerk, aber auf dem Dach der Svalbardbutiken sind Solarpaneele installiert, die können im kurzen aber auch stundenmäßig langen Sommer etwas liefern. Mehr soll in der Pipeline sein, hatte ich vor einiger Zeit gelesen. Da wird einfach mal gemacht, in Bedenkenträger-Deutschland dagegen eher sehr schwierig, 16 laaaange Jahre Stillstand und im Gegenteil Rückschritt, worst Regierung ever. Und wenn dann die Bundeskanzlerin a. D. stoisch sagt sie hat nix falsch gemacht, da könnte man platzen vor Wut. Jetzt ist der Blutdruck sicher wieder in die Höhe geschnellt. Themenwechsel.

Bisher war es eine fantastische Reise, die Schleichwege in Sverige, bei gefrosteten Temperaturen, ein Traum. Der gesamte Aufenthalt in Longyearbyen in allen Aspekten 1a mit Sternchen. Schön kalt, geniales Wetter, lecker Essen, Øl sowieso, phänomenale Konzerte (alle), sehr nette Begegnungen. Geklappt hat auch alles wie am Schnürchen. Wer jammert noch über die versemmelte Episode bei der Security am Flughafen, längst Schnee von gestern oder die erst mal halb gefrorenen Fingerspitzen wenn man nach draußen gegangen ist, der um die Ohren pfeifende Wind. In der Erinnerung Erlebnisse von denen man gerne mehr gehabt hätte. Positiv denken, die Wettervorhersagen haben sich ja auch schon öfter als nicht sehr zuverlässig heraus gestellt. Es kann nur besser werden. Das Øl ist schon wieder verdampft, die Mucke ist zwar extra cool, aber die letzten Nächte waren recht kurz. Zeit zu gehen.


Mo 06.02.2023 Tromsø – Skarberget – – Bognes – Bodø

„Anstrengend“

Was für ein Trauerspiel heute. Den kurzen Weg zum Felsenparkhaus konnte ich noch trocken nehmen. Schon bei der Ausfahrt ein paar Minuten später regnete es, kaum war ich über die Brücke gefahren und an der Tankstelle angekommen schüttete es wie aus Eimern. Einmal ein matpakke bitte und einen großen Kaffee. Die zwei übersichtlichen Scheiben Brot mit brun ost und salami wurden genussvoll verspeist, der Kaffee war mir noch nicht trinkfertig runter gekühlt. Also Abfahrt. Außentemperatur +5 °C.

Der Bardufoss war wie erwartet im Winterschlaf, trotz der milden Temperaturen alles eingefroren und mit reichlich Schnee garniert. Wenn er in Betrieb ist sicherlich eine imposante Erscheinung. Dann weiter zum Målselvfossen. Sobald man die [E6] verlassen hatte war die Straße mit einer geschlossenen Schneedecke versehen. Darauf lies sich wunderbar fahren. Die Abfahrt zum Målselvfossen hatte ich glatt übersehen, von der Nebenstraße ging noch mal ein Seitenweg ab, der war aber nicht minder breit und ebenso perfekt präpariert.

Trotzdem sehr viel Schnee lag war ein schmaler Trampelpfad begehbar und man konnte den Fall gut sehen. Hier war nicht alles gefroren und es rauschte prächtig. Der kleine Umweg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Damit waren die Attraktionen für den heutigen Tag aber auch schon abgehakt. Selbst einen kurzen Spaziergang auf der Hålogalandsbrua habe ich mir geschenkt, zu stürmisch aber vor allen Dingen der Regen, nee Danke. Außerdem hatte ich noch eine hübsche Strecke vor mir, und bei den Witterungsverhältnissen würde das nicht lustiger werden.

Es regnete mal mehr oder noch mehr, die Straße lies sich bis auf wenige Ausnahmen nicht gut fahren. Außerdem ist die Streckenführung auch fordernd, sie gleicht einer Berg- und Talbahnfahrt, das genaue Gegenteil vom Inlandsvägen. Weitere Erschwernisse waren die vielen Pfützen, in allen Variationen, kurz, lang, extra lang, flach, tief und alle möglichen Kombinationen daraus. Der Bonus war dann noch die dräuende Dunkelheit, man sieht Pfützen nicht mehr, dauernd stehen Schilder mit "elgfare" oder "stor elgfare", also Elchwechsel oder großer Elchwechsel, teilweise unterstützt mit orangen Blinklichtern, damit die Dramatik nicht leidet. Die entgegen kommenden Fahrzeuge haben Fernlichter da wird man blind wenn sie einen treffen. Und dabei soll man die Karre dann in der Spur halten. Eine diffizile Sache, das.

Kurz vor Fauske wird es noch mal sehr bergig, Steigungen und Gefälle mit 8%, kurvig sowieso. Wenigstens in den vielen Tunneln kann man mal unangestrengt fahren. Ab Fauske läuft dann alles auf Meereshöhe ab, zwar immer noch kurvenreich, aber flott. Die vielen Baustellen vor Bodø sind alle fertig, durch einen ewig langen Tunnel gelangt man fast ganz ins Zentrum. Der Wettergott ist sehr gnädig mit mir, ich parkiere direkt vor dem Hotel und es regnet gerade mal nicht, tusen takk. Flott im Hotel einchecken, das Wägelchen aus der Taxizone in die erlaubte Parkbucht bringen, Gepäck aufs Zimmer, gedanklich schon auf ein leckeres Bierchen der Hundholmen Brygghus einstellen. Zwei Straßen weiter taucht das Hundholmen auf, hmm, sparen die mal wieder heftig an der Innenbeleuchtung? Oder wieso ist es da so düster? Die werden doch nicht, doch, haben sie, Montags Ruhetag. Ich beiße virtuell in die Tischkannte. Weiter gehen, an Peppes Pizza laufe ich vorbei, als Notnagel würde mir das reichen. "Larsen Mat & Vinbar" taucht auf. Kurzer Blick auf die Karte draußen, sie ist übersichtlich, das muss ja kein Nachteil sein. Gleich die zweitbeste location auswählen, so leicht bin ich normalerweise nicht zu haben. Aber es ist schon 19 Uhr durch und ich habe echt Hunger, heute Mittag gab es nur eine pølser. Also rein in die gute Stube, sieht sehr gemütlich aus.

Ich werde platziert, die Menükarte wird gereicht, drei Blätter, hmm, da stand aber draußen doch noch was ganz anderes drauf. Das Rätsel wurde dann auf Nachfrage gleich gelöst, ich habe auf die Karte einer anderen Lokalität geschaut die einen Stock höher liegt. Aha. Ich bleibe hier, die Empfehlung "kveite" (Heilbutt) nehme ich, dazu ein Rotwein, sicher nicht die beste passende Wahl, aber was jetzt passt oder nicht ist mir egal.

Das Essen kommt, sehr lecker, das, der Vino auch (der gestern Abend war allerdings besser). Ein Dessert darf es noch sein. Zwischendurch werden die Geschehnisse des Tages in das Tablet getippt. Ein zweites Gläschen wird geordert.

Bin mal gespannt was die Wettervorhersagen für morgen so aussagen. Heute war es ja teilweise auch extrem windig. Die Fährüberfahrt Skarberget-Bognes war aber eher ruhig, kein Schaukeln. Aber ich habe keine Ahnung was mich morgen für Fährüberfahrten erwarten, ich bin diese Strecke noch nie gefahren. Im Zweifelsfall dann doch wieder über das Saltfjellet?

Ein Blick aus dem Fenster, es regnet nicht, aber es stürmt sehr heftig. Auf der offenen See möchte ich jetzt auch nicht sein. Was sagt die Uhr: 21:40. Zeit aufzubrechen. Mal gespannt was die Rechnung so spricht, könnte rekordverdächtig werden.


Di 07.02.2023 Bodø – Saltfjellet – Mosjøen

„Regen, Regen, Schneefall, Regen, Regen. Sonne (etwas)“

Punkt 8 Uhr habe ich meine Habseligkeiten ins Auto verfrachtet, dass ich direkt am Straßenrand vor dem Hotel parkiert hatte. Es regnete zum Glück nur mäßig. Aus der Stadt raus zu fahren ging flott, keine Stockungen. In Fauske habe ich mir zwei Kanelboller (Zimtschnecken) und einen Kaffee gegönnt, ein Boller wurde gleich verputzt, köstlich. Derweil prasselte es auf das Auto ein, die wahre Pracht. Mal gespannt, ob ich so lange Stand, dass ich auf der WebCam zu sehen bin, das kann ich aber erst prüfen, wenn ich wieder zu Hause bin.

Heute die Tour ist nun wirklich nicht weit, lediglich 366 km, wenn ich denn wie geplant an der Küste entlang fahren würde. Aber wie gestern schon überlegt, das ist mir nicht geheuer, es stürmt schon an Land wie verrückt, da muss ich nicht auch noch auf drei Fähren rauf um mich durch schütteln zu lassen. Außerdem würde man bei dem schlechten Wetter vom Schiff aus eh nicht viel sehen, wenn überhaupt. Also dann doch über das Saltfjellet, es wurden Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt vorhergesagt und Niederschlag.

Ich fahre so vor mich hin, es schüttet, es ist düster, die Stimmung schrammt auf unterstem Niveau. Es geht das Saltfjellet hoch, die Anzeige dafür steht auf grün und auf "Åpent", also "offen", das ist schon mal was Wert. Die Nordseite zum Saltfjellet hinauf ist immer noch eine eher schmale und kurvige Straße, aber es ist sehr wenig los.

Noch bei der Auffahrt sinkt das Thermometer dann etwas und bleibt bei 0 °C stehen als ich die Hochebene erreiche, kälter wird es heute nicht werden. Der Regen ist mittlerweile in Schnee übergegangen. Die Straße ist gut geräumt, auf meiner Seite liegt etwas mehr, es ist leicht matschig, das fährt sich nicht wirklich fein. Die maximal erlaubten 90 km/h reize ich nicht aus, es weht ein heftiges Stürmchen. Zum Aussteigen lädt das Wetter nicht ein, so passiere ich auch den Polarkreis ohne Halt.

Der "Abstieg" auf der Südseite lässt sich gut fahren, die Straße ist breit und verläuft in langen und nur leicht gebogenen Abschnitten. Den Polarkreis überschritten bin ich gefühlt schon im Süden des Landes, was so natürlich Quatsch ist. In Mo i Rana tanke ich, nicht voll, hier gibt es keinen 98er Saft. Der Fahrer wird mit einer ost pølse (also einem Würstchen umwickelt mit etwas Käse) versorgt. Nach Mo i Rana hört es doch mal kurzzeitig auf fürchterlich zu schütten und der Sturm lässt auch nach.

Bin ich jetzt noch chronologisch, kam jetzt der Hasenhirn-Abschnitt? Ich gebe zu Protokoll: Das Korgfjellet (643 moh) könnte ich ja dieses Mal nehmen, statt des Tunnels. Das erste Stück fährt sich deutlich besser als es letztes Jahr möglich war. Da hatte es nämlich tiefe Spurrinnen und ich kehrte um. Heute gibt es keine Spurrinnen, wenn es auch eine geschlossene Schneedecke hat und diese stark zusammen gefahren ist, es also eher eine Eisschicht ist. Diese ist aber bestens mit Split garniert und es fährt sich gut. Es geht teilweise schon ganz schön den Berg hoch, zwei Fahrzeuge begegnen mir, die Fahrer schauen sehr irritiert. Das hält mich aber nicht auf. Was mich schon eher aufhält ist, dass plötzlich und unvermittelt die Straße zu Ende ist und es auf einen großen Parkplatz geht. Da hat also das Hasenhirn gedacht, es könnte hier so einfach über den Pass fahren. Es wurde aber extra 2005 der Tunnel eröffnet, weil diese Strecke so gefährlich war.

Also, kurz ein paar Bilder schießen und wieder den Berg runter, deutlich langsamer als hoch. Es gab dabei aber nicht ein einziges rutschiges Problemchen. Ab durch den Tunnel (8.533 Meter lang). Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich deutlich gebessert, kaum noch Regen, die Sonne schob sich durch die Wolken, nicht ganz direkt, aber es wurde auf jeden Fall sehr hell gegenüber vorher. Der Fustvatnet war mit noch weniger Eis bedeckt als letztes Jahr.

Habe gerade mal geschaut, ja das Korgfjellet liegt südlich des Saltfjellet. Trotz der kurzen Strecke ist es nicht einfach alles zeitgerecht zu sortieren. Schon gegen 14 Uhr fahre ich in Mosjøen ein, das Hotel lasse ich erst mal links liegen und fahre direkt ins Zentrum. Dort schlendere ich in das Einkaufszentrum und stolpere unmittelbar in einen Laden der Bier anbietet. Ich denke nicht viel drüber nach, stutze aber schon, hä, Alkohol, außerhalb des „Vinmonopolet“? Wie ist das denn möglich? Der Mann hinter dem Tresen spricht mich gleich an und ich rücke direkt mit dem Anliegen heraus, nein, Bier von Svalbard hätte er leider keines. Aber er ist ein guter Verkäufer und bietet mir natürlich sofort was anderes an, ich so, nee, ich wollte jetzt eigentlich nix kaufen was ich nicht kenne. Wir plaudern ein wenig und es wird klar, er hat nur Alkohol unter 4,7%, denn das darf außerhalb des Vinmonopolet ja verkauft werden. Ich erwärme mich trotzdem etwas zu kaufen, no risk, no fun. Und ja, es hätten ihn schon andere Leute nach dem Bier gefragt, er könne ja dort mal anfragen ob sie ihm die Sorten verkaufen können die er weiter verkaufen darf. Ich sage, das werde ich nächstes Jahr überprüfen. Er erzählt noch, dass es gestern um Tromsø heftige Stürme gegeben hätte und Fahrzeuge von der Straße geweht wurden. Eieiei, da hatte ich ja eine Menge Glück, dass ich heil in Bodø angekommen war.

Ich schlendere noch etwas durch das Zentrum, es regnet und stürmt nicht. Aber trist ist es schon ein wenig, so mild. Ach ja, im Vinmonopolet war ich natürlich auch noch. Nein Bier von der „Svalbard Bryggeri“ hat sie keines hier, hatte sie aber kürzlich noch. Na immerhin, es lohnt sich also doch mal in die Vinmonopolet zu gehen und zu fragen.

Abfahrt, zum Hotel, einchecken. Die Bau- und Renovierungsarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Das Zimmer ist deutlich kleiner als letztes Jahr, aber ich glaube das war auch ein Doppelzimmer das ich da hatte. Aber es ist hübsch eingerichtet.

In Mosjøen soll es morgen +8 °C warm werden, verrückt. Für was habe ich mir eigentlich den Schneebesen und Kombi mit dem Eiskratzer gekauft? Sieht nicht so aus, als ob ich den die nächsten Tage irgendwo noch brauchen werde. Überall sind weiterhin nur Plusgrade angesagt, Tag und Nacht.

Die letzten Tage habe ich keine Nachrichten geschaut, ich habe keine Ahnung was auf dem Planeten eigentlich so los ist. Wühle mich da gerade durch die Meldungen. … "Klimakrise", "Krieg in der Ukraine", "Konflikte zwischen USA und China", "Kernkraftwerke in Frankreich sollen 80 Jahre laufen", "Inflation", "Hohe Energiepreise", "Erdbeben in der Türkei", "Erdbeben in Syrien". Die Liste ist unendlich. Und ich "kämpfe" mit schlechtem Wetter, wie dekadent ist das eigentlich?

Kurz nach 19 Uhr bin ich runter, dann startet das Abendessen, das im Preis der Übernachtung inbegriffen ist. Ich hatte mir schon überlegt was ich antworte, wenn ich vor die Wahl gestellt werde aus den drei Pizza-Varianten auszuwählen. Ob ich sage, dass die Ananas-Variante (die hier ja als Salami-Variante angepriesen wird), für mich schon mal ausscheidet. Aber nein, Überraschung. Es gab heute ein sehr leckeres Abendgericht, Lachs, gewürfelt mit Bohnen und weiteren Zutaten in einer Curry-Sauce, recht pikant und dazu einen Kartoffelsalat, grüner Blattsalat, mehrere Dressings, Aufschnitt, Brot, O-Saft, A-Saft, Kaffee, frische Waffeln zum Selbermachen. Alles in Selbstbedienung. Der Lachs und die beiden frischen Salate waren sehr lecker.

Auch die morgige Etappe ist ebenfalls überschaubar, ca. 400 km. Was ich mir auf jeden Fall schon mal abschminke, richtig kalt wird es nicht mehr werden, da ist perspektivisch nichts in der Richtung in Sicht. Sehen wir es positiv, ab Sunne verlief alles traumhaft, bis zur Rückkehr von Svalbard.


Mi 08.02.2023 Mosjøen – Rørvik – – Flakk – Trondheim

„Goldene Umwege“

Am Frühstück gab es nichts zu bemängeln. Bei der Abfahrt hat es nicht geregnet, es waren +5 °C. Das Wetter gab sich durchaus gnädig, es fisselte manchmal, aber keine Sturzbäche wie die letzten Tage. Die Temperaturen bewegten sich durchaus auf den Gefrierpunkt runter, kurz waren auch mal -1 °C zu erspähen. Der Laksforsen sprudelte in voller Pracht, er war nicht zugefroren. Den direkt am Fall liegenden Touristbetrieb kann man übrigens für schlanke 12.000.000 NOK erwerben, der jetzige Inhaber geht wohl in Rente. Tja, ob das ein einträgliches Geschäft ist? Laut Info im Internet ist der Betrieb nur zwei Monate im Jahr geöffnet. Da den Jahresumsatz/Gewinn einzufahren, klingt wie ein schwieriges Unterfangen.

Zum leicht verspäteten Mittagessen habe ich mir heute mal ein Baguette mit reke (Garnele) genehmigt, das war durchaus sehr schmackhaft. Die Reisschüssel bekam gleichberechtigt auch den besseren, 98er, Sprit.

Nach Steinskjer ging es dann von der [E6] runter auf „Den Gyldene Omvei“. Die Straße bin ich noch nie gefahren. Sie schlängelt sich so durch die Gegend, erst mal nichts besonders spektakuläres, aber auf jeden Fall eine schöne Abwechslung. Die erste Überraschung ist die sehr imposante "Skarnsundbrua". Dann geht es etwas am Fjord entlang, Schnee ist nur noch wenig zu sehen, auf Meereshöhe. Dann biegt die Straße wieder von der Küstenlinie ab. Und sie steigt und steigt und steigt. Und obwohl es +4 °C hat liegt eine leichte Schneedecke auf der Straße, die sich durchaus angenehm fahren lässt. Laut Navi war ich an einem Punkt 275 m hoch, man hatte aber das Gefühl im Gebirge zu sein. Alleine deswegen hatte sich der „goldene Umweg“ schon gelohnt.

Abrupt ging es schnell wieder runter auf Meereshöhe, da war dann auch wieder Schluss mit dem Schnee, sowohl auf der Straße als auch in der Landschaft. So langsam musste ja auch mal der Fähranleger in Reichweite kommen. Ich biege an einer Einmündung noch mal auf eine andere Straße ein und vor mir schießen zwei PKW mit untypisch hoher Geschwindigkeit vorbei. Ich hefte mich sofort an deren Fersen, davon ausgehend, dass das Einheimische sind, die wissen, das gleich eine Fähre ablegt und es sich lohnt auf die Tube zu drücken. Auch wenn dabei die Tachonadel fast die 100 km/h streift. Hölle ist das flott. Und in der Tat, es kommen uns zig Fahrzeuge entgegen die mit großer Wahrscheinlichkeit die Fähre ausgespuckt hat. Aber der Fähranleger ist noch 7 km entfernt. Wird sich das ausgehen? Ich fliege den beiden voraus fahrenden Fahrzeugen immer noch hinter her. Der Fähranleger kommt in Sicht, die Fähre legt ab. Umsonst.

Was ist das vor mir eigentlich für ein Auto? Klar, ein BMW, aber das Model sieht sehr unnorwegisch aus, es ist ein i4 M50 (544 PS, kostet bei uns 71.100,00 €). Was ist das denn für ein Raketenteil? Egal, ich stehe nun am Fähranleger und warte. Es windet recht heftig, aber es ist so mild, dass das nicht weiter tragisch ist.

Die Fähre kommt langsam näher, sie öffnet schon etwas vorher ein Tor nach oben, sieht gut gefüllt aus. Und ja, sie spuckt eine stattliche Anzahl an Fahrzeugen aus. Die Fahrzeuge am Anleger dürfen auf die Fähre drauf, es wird längst nicht voll. Ich steige aus. Wie wird hier eigentlich bezahlt, ein Foto von meinem Nummernschild hat keiner gemacht. Ich kümmere mich nicht weiter darum, außer aufmerksam zu schauen, wo es Hinweise gäbe, dass man wo bezahlen muss. Ich vermute irgendwo auf dem Schiff war ein Scanner für den Autopass-Brikke.

Die Überfahrt war recht ruhig. Auch hier würde ich wieder sagen das war eine elektrisch betriebene Fähre, kein Brummen, kein Rattern, einen Schornstein haben ich auch nicht gesehen. Weiterfahrt in die Stadt. Das Navi ist einfach zu alt, mit den vielen Einbahnstraßen in Trondheim und den in den letzten Jahren mehr und mehr für den Individualverkehr gesperrten Straßen ist es keine Hilfe mehr. Aber der Orientierungssinn bringt mich trotzdem ohne Umweg zum Ziel. Flott im Hotel einchecken. Ich meine früher wäre die kostenlose Parkzeit schon früher losgegangen, jetzt ist bis 20 Uhr zu blechen, das macht den Kohl auch nicht mehr fett.

Heute gilt es ja noch etwas zu erledigen, wo bestimmt hier die beste Gelegenheit besteht. Also ab in das Einkaufszentrum am Torvet. Erst mal selbst den Blick schweifen lassen, aber bevor ich mich dusselig suche, frage ich doch lieber das kundige Personal. Ja, Øl von der „Svalbard Bryggeri“ haben sie. Zwei Sorten helles Bier, nein Danke. Ah, noch eine letzte Dose Weihnachtsbier, und in der Tat das "Gruve 3", aber es ist eine andere Sorte, nicht "Autopilot" sondern "Håvar", das IPA haben sie leider nicht vorrätig. Die Dose Weihnachtsbier, die aller letzte, ist gebongt und das "Gruve 3" lacht mich an. Natürlich wird hier nicht nur der Eigenbedarf gedeckt, glückliche Zungen zu Hause sollen auch verwöhnt werden. Das was auf dem Kassenzettel steht sprengt jede Vorstellungskraft, <KABUMM>.

Nachdem der Kaufrausch langsam verebbt und die kostbare Ware im Kofferraum verstaut ist, es besteht absolut keine Gefahr, dass die Fracht einfriert, kann man sich langsam auf den Weg machen eine Gaststätte für das Abendmahl zu finden. Im Prinzip ist die Wahl schon getroffen, das "Frati" soll es sein, das habe ich in sehr guter Erinnerung. Es hat auch noch ein Plätzchen für mich, gerade so, es ist sehr gut besucht. Eine Pizza mit Spinat soll es sein und ein OX IPA. Das Øl schmeckt sehr süffig. Die Pizza kommt, ich suche den Spinat, sehe aber nur rot, nämlich Tomate und Salami. Die Norweger haben definitiv ein Problem mit ihren Bezeichnungen der Pizzen. Man denke an die offerierte Salami-Pizza letztes Jahr in Mosjøen, die sich als astreine Ananas-Pizza heraus stellte. Aber kein Ding, das was vor mir stand schmeckte ausgesprochen gut, selbst der Rand war vollständig mit Genuss verzehrbar.

Sollte da etwa noch ein Nachtisch drin sein? Ja, wie wäre es mit einem Tiramisu? Es war locker, fluffig, schön kühl, alles passte, aber irgendwie, da war was. Nee, da war was nicht, es fehlte der Alkohol, oder war nur in homöopathischen Dosen vorhanden. Das gab aber nur einen kleinen Abzug in der B-Note. Das Frati ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Auch das Ambiente finde ich sehr gelungen.

Szenenwechsel. In der Trondheim Mikrobryggeri war ich ja vor ein paar Jahren schon mal und sowohl das Essen aber auch vor allen Dingen das Bier hatten mich gar nicht überzeugt. Nun das Essen hatte ich ja nun erfolgreich in andere Hände gelegt, aber dem Bier wollte ich noch Mal eine Chance geben, zumal mir die Location absolut gut gefallen hatte. Ich ordere ein BIG IPA. Ein Pluspunkt gibt es schon mal zu vermelden, es zischt, das was ich hier schon mal getrunken hatte schmeckte total abgestanden. Das war es dann aber auch schon. Dem Gebräu fehlt einfach der Wumms, es rinnt die Kehle runter, und verhallt ohne ein "Ahhhh". Einer weiteren Sorte gebe ich keine Chance. Sorry Trondheim Mikrobryggeri, aber ihr seht mich in diesem Leben nicht mehr wieder. Das Glas ist leer, Aufbruch.


Do 09.02.2023 Trondheim – Lillehammer – Dokka – Golsfjellet – Geilo

„Verfranst, doppelt verfranst, wieder eingefädelt.“

„Alter Schwede“, was eine Fahrt heute. Auf so recht unbekannten Wegen darf ich dem Navi wirklich nicht so die Führung anvertrauen. So habe ich mich gleich heftig ins Bockshorn jagen lassen und bin v-i-e-l zu früh von der [E6] runter gefahren, obwohl ich schon im Kopf hatte, das ich eigentlich bis nach Lillehammer auf der [E6] bleiben muss. Aber die Wegführung sah so sinnig aus. Im Sommer hätte gegen die Streckenführung auch nichts gesprochen, aber im Winter hat es hier eine Menge Strecken die generell komplett gesperrt sind. Und dann stieg die Straße nicht nur stetig und steil an, nein es setzte nach und nach auch noch ein veritables Schneestürmchen ein. Mächtig dicke Flocken schüttelte Frau Holle da hernieder. Aber kneifen gilt nicht, langsam und mit höchster Konzentration geht es Kilometer um Kilometer weiter. Es ging auch schon wieder abwärts.

Und so plötzlich der Schneefall begann endete er auch wieder, blauer Himmel war zu sehen. Aber das half nicht darüber hinweg, dass ich so was von auf dem Holzweg war. Denn an einer vom Navi vorgeschlagenen Stelle sollte es zur Valdresflye hoch gehen und von der wusste ich, dass sie im Winter gesperrt ist. Warum es am Abzweig aber so aussah, als ob die Straße befahrbar wäre, das ist mir ein Rätsel. Das Wägelchen drehen und erst mal zurück nach Otta, das liegt an der [E6], da kann ich neu aufsetzen.

Kurz nach Otta wollte mich das Navi schon wieder nach Westen lotsen, wenn ich es richtig sah, dann eigentlich wieder die gleiche Route. Nee, meine Liebe, das mache ich mal schön nicht. Ich fahre weiter auf der [E6], irgendwie ist da ein Rest Unsicherheit, ich verlasse die [E6] noch mal kurz und orientiere mich auf meiner schönen Landkarte, ganz analog, mit einem grandiosen Überblick, da kommt das ganze elektronische Geraffel nicht mit. Ja, klar, bis nach Lillehammer muss ich fahren und dann nach Westen. So wird es gemacht. Und wo fährt das Super-Hasenhirn hin? Doch tatsächlich auf der [E6] in Richtung Norden. Und genau da ist die Straße so ausgebaut, dass man nicht einfach mal so drehen kann. Herr, lass Hirn auf den Fahrer regnen.

Jetzt nur nicht schneller fahren als erlaubt um Zeit wieder aufzuholen. Das Wetter ist richtig gut, die Sonne kommt immer mal wieder durch, blauer Himmel ist zu sehen. Das sollte aber noch ganz anders werden, aber so was von anders. Lillehammer kommt in Sicht, und ja, das Navi schickt mich nach Westen, aber halt, weiter südlich als ich das eigentlich in Erinnerung hatte. Ich fahre die [250] wie geplant. Ein schmales Sträßchen, eine Kurve jagt die andere es geht mit 7% Steigung ohne Ende nach oben. Es fängt an zu schneien. Es ist durchaus einiges los auf der Straße. Irgendwann ist die große Steigung zu Ende. Es bieten sich teilweise schöne Blicke in die umliegenden Berge. Aber hier ist an Anhalten nicht zu denken.

Und so wie es nach oben ging geht es auch wieder runter. Das Navi spricht immer noch von 100 km bis zum Ziel, wo es jetzt ausnahmsweise mal Recht hat. Langsam dämmert es auch, der Schneefall lässt nach, setzt mal aus, so, denkt man, lässt es sicher flott zum Ziel fahren. Und schon wieder steigt die Straße sehr unscheinbar aber stetig nach oben, es schneit eigentlich gar nicht mehr, aber es wirbelt Schnee auf der Straße umher und zwar heftig, super heftig. Wie aus dem Nichts steckt man in einem Schneewirbel drin und sieht nichts mehr, keine Straße, keine Leitplanken, ingen ting, nada.

Plötzlich steht ein Wagen auf der Gegenseite mit Warnblinkern. Der Grund war nicht so richtig zu ersehen, bis mir auffiel, das auf der Gegenseite mächtige Schneeverwehungen waren, wenn man da unbedacht rein fährt, das kann böse ausgehen. Der Schneefall hat mal wieder gestoppt, nur die Windböen sind heftig. Und schon steht auf elektronischen Anzeigen, dass diese und jene Straße gesperrt ist. Über die Hardangervidda will ich nicht, tangiert mich also nicht, was die Sperrung der [Rv7] zu sagen hat, weiß ich noch nicht so richtig zu deuten, schließlich fahre ich auf der bis nach Geilo. Ich fahre unbeirrt weiter. Die Straße steigt wieder steil an. Nun meldet sich auch noch meine Restspritanzeige. Klar, durch die vielen Umwege ist mein Plan heute nicht mehr zu tanken natürlich hinfällig. Und ich würde ja auch glatt jedem den Tipp geben den Tank nicht zu leer fahren. Jetzt mache ich es selbst. Und es stürmt, es schneit wieder wie wild, Blick auf die Reststrecke, ja, das reicht völlig, nur noch 10 km bis zum Ziel.

Die erste Tankstelle ist mir. Sie hat keinen 98er Saft, egal, das geht auch so. Ja, die Reifenkästen hängen mal wieder voll mit Schnee, jetzt kommt also der frisch erworbene Schneebesen, nein besser gesagt der Eiskratzer zum Einsatz. Damit wird zack-zack der festgebackene Schnee aus den Reifenkästen gestochen und schon ist da wieder Platz.

Weiterfahrt zum Hotel. An einer Abzweigung sehe ich nur eine gefühlt 4 Meter hohe Schneewand, da kann ich schon mal nicht zum Hotel fahren. Also auf der schmalen Straße drehen und einen anderen Weg finden. Ja, das klappt ja und die kleinen Wege im Dorf sind so gut geräumt, dass ich da auch fahren kann. Ankunft am Hotel, aussteigen, es fetzt der Wind um die Ohren. Erst mal das Gepäck rein, dann das Wägelchen parkieren. Ich frage mich jetzt schon, ob ich aus der Lücke übermorgen wieder raus komme. Das ist aber ein Problem für später. Jetzt erst mal was essen. Leckerster Lachs, mit Kartoffeln, Broccoli und einem großen Streifen Karotte.


Fr 10.02.2023 Geilo

„Platte Füsse“

Das Frühstück hatte ich zeitlich mal ganz entspannt begonnen, heute keine Termine. Auf das Wetter hatte ich noch gar nicht so genau geachtet, außer, dass der Sturm sich komplett gelegt hatte, es war hell draußen, das reichte zu wissen. Temperaturmässig kann es so heftig (kalt) laut Vorhersage nicht gewesen sein, aber ich präparierte mich doch besser ordentlich, der Wind ist ja auch ein Faktor. Der junge Rezeptionist gab mir ein paar Tipps bzgl. der Lifte an den Pisten und dem Weg um den See.

So vor der Hoteltür stehend sah das ja alles vorzüglich aus. Richtung Norden das war ein Bilderbuchblick, frische und noch fast „unverwedelte“ Pisten vor strahlend blauem Himmel. Ich entschied mich aber auf die andere Talseite zu gehen um dort zu versuchen den Berg per Sessellift zu erklimmen, um dann die Sonne im Rücken zu haben. Alleine der Weg dort hin war eine Wonne. Knirschender Schnee vom Feinsten, die Sonne kommt langsam über den Berg rüber, Schnee ohne Ende, das ist schwer zu toppen.

Die Talstation der Skilifte kommt in Sichtweite. Lage peilen wo man eine Fahrkarte kaufen kann. Und hier tritt das Landei mit 180 Sachen in die Realität ein. „Fahrkarte“, in welchem Jahrtausend gab es das nochmal? Den Skipass bestellt der „Toni-Sepp“ natürlich online oder per App. Frage am Infopoint, ob ich eine einzelne Fahrkarte für eine Berg- und Talfahrt kaufen kann? Äh, nein, im Winter geht das nicht, im Sommer schon. Im Winter geht es nicht, weil sie im Notfall kein Personal hätten die Leute zu retten, falls was auf der Talfahrt wäre. Ich wollte den beiden Mädels nun nicht widersprechen, die werden die Regeln nicht gemacht haben. Ich trolle mich, durchaus enttäuscht aber auch etwas ungehalten. Also wenn der Lift sicher ist nach oben zu fahren und es wohl hoffentlich Personal gibt die Leute zu bergen, dann sollte das wohl auch für eine Talfahrt sicher sein. <gnarf>.

Egal, dann investiere ich die gesparte Fahrkarte eben anderweitig. Also dann suchen wir mal den Einstieg in die Loipe um den See, nicht unweit der Talstation soll das möglich sein. Die Stelle ist schnell gefunden. Ja, das Laufen (in der Mitte natürlich) der beiden gespurten Loipen ist schon etwas anstrengend, mal mehr mal weniger sinkt man ein, jetzt nicht knöcheltief, aber das kostet auf die Entfernung schon Kraft. Schleichend ziehen Wolken auf. Die Streckenführung mäandert mehr oder weniger flach in leichten Kurven durch das Gelände. Der gesamte Rundkurs ist ca. 10 km lang, da ist also schon ein wenig Ausdauer gefragt. Es zieht sich mehr zu und ganz fein, sehr fein, fallen da ein paar Schneeflöckchen.

Wenn man sich wenigstens mal irgendwo hinsetzen könnte, aber da ist nichts. Doch da, ein mehr oder weniger komplett eingeschneiter Tisch dessen beiden Bänke komplett im Schnee versunken sind. Zwei Leute stehen dort und rasten. Ich frage auf Englisch, ob ich mich dazu setzen darf, die Antwort deucht mir, dass das Landsleute sind. So ist es auch. Kurzer Schnack. Und schon geht es weiter. Bald muss die Brücke kommen. Fast wäre ich vorbei gelaufen, denn die Loipenspur führt gar nicht darüber. Das wäre auch gar nicht möglich gewesen, denn das ist eher ein Brückelchen, auf der so viel Schnee liegt, das er das Geländer überragt. Man muss sich wundern, dass das Konstrukt unter der Last nicht zusammenbricht.

Weiter geht es. Eigentlich müsste es nach der Brücke auch wieder zurück nach Geilo gehen, am anderen Seeufer entlang. Aber eine kleine Strecke des Weges ist komplett verschneit, zurück wollte ich jetzt nicht mehr, also dann zur Straße hoch. Nee, da ist kein Fußgängerweg, dann eben an der Landstraße entlang. Ist nicht so schlimm, der Verkehr hält sich in Grenzen und gerast wird auch nicht. Ja, der Weg zurück zieht sich doch, aber er lässt sich wesentlich leichter laufen. Wieder im Zentrum angekommen.

Einschub: Es ist 20 Uhr und die Wettervorhersage sagt für die ganze Nacht Plusgrade für Geilo voraus. Verrückt. Und die Windböen sollen immer noch heftig sein, also bis 24 m/s. Einschub Ende.

So ein wenig Hunger hätte ich schon. In einem Café war ich kurz drin, aber auf Süßkram hatte ich keine große Lust. Ohne jetzt noch weiter zu suchen landete ich in einem Peppes Pizza, jetzt sicher nicht die erste Adresse für norwegische Spezialitäten. Es hatte sich mittlerweile fest zugeschneit. Zurück ins Hotel, mal etwas abhängen. Aber jetzt so den restlichen Tag im Zimmer vor sich rum lungern, das geht ja auch nicht. Noch mal Klamotten anziehen und raus ins heftige Schneegestöber, die Flocken werden immer dicker, eigentlich ein Zeichen dafür, dass es wärmer wird.

Das gesparte Liftgeld musste ja auch unter die Leute gebracht werden. In wintertaugliche Klamotten etwa, da sollten die Norweger ja Ahnung von haben. Was man vermutlich bei uns erst in der nächsten Saison ausprobieren können wird.

Da schneit eine SMS herein, das ist ja was ganz super Außergewöhnliches bei mir. Oioioi, die Fähre wird morgen verschoben von 12:15 Uhr auf 17:30 Uhr, wegen schlechter Wetterverhältnisse. Tja, das ist ja auf der anderen Seite ganz nett, weil ich kann noch in Ruhe frühstücken und bequem der Einladung des Forumsmitglieds H. folgen, aber ich komme dann auch gut 5 Stunden später an. Das wird dann ja schon ziemlich spät für das Hotel in Aarhus, fast Mitternacht. Zwei Stunden dauert die Fahrt von Hirtshals noch bis nach Aarhus. Aber es kommt wie es kommt.

Jetzt zu angenehmeren Dingen, Abendessen. Ups, ob ich einen Tisch bestellt hätte werde ich gefragt, nein habe ich nicht, man richtet mir ein Plätzchen ein, ich soll mich so lange an der Bar gedulden. Es stürmt ein ganzer Pulk neuer Gäste an die Rezeption, alle bepackt mit Skiausrüstung, ja, klar, es ist Wochenende und morgen steppt hier wohl der Bär. Nach wenigen Minuten werde ich platziert.

Heute darf es das Elk-Stew sein. Das ist mindestens so lecker wie der Lachs gestern Abend. Mit einem Gläschen Rotwein sitze ich anschließend in der Lobby, es läuft sehr coole Mucke. Schneefall und Sturm haben sich etwas beruhigt, aber für lange hält der Zustand sicher eh nicht.

Der Internet-Anschluss hier im Hotel ist wirklich übel, arbeiten die noch mit einem Akustikkoppler? Das ist völlig untypisch für Norge. Selbst in Longyearbyen war das alles pfeilschnell.

Ein Blick nach draußen, das sieht gar nicht gut aus. Ich glaube es hat vorhin bereits geregnet. Auf den Autos liegt kein Schnee mehr, das komplette Blech ist zu sehen. Und die Straße schimmert wie wenn es eine Eisschicht wäre. Bei yr.no steht immer noch „Kraftig snøfokk: Gult nivå“. Es ist also immer noch Schneegestöber gemeldet. Wie das mit den Plusgraden harmonieren soll ist mir allerdings ein Rätsel.

Selbst auf 1.100 m, dem Vasstulan Høyfjellsseter, sollen es Plusgrade werden heute Nacht.


Sa 11.02.2023 Geilo – Larvik – – Hirtshals – Aarhus

„Eigentlich gar nicht so schlecht“

Es stürmt nicht mehr, es schneit nicht mehr, schon mal sehr gut. Ein Blick auf die Straße hinter dem Hotel lässt vermuten, dass es evtl. teilweise glatt ist, die Oberfläche spiegelt leicht. Die Autos die gegenüber parken sind alle komplett schneefrei. Auf jeden Fall habe ich nun genug Zeit gemütlich zu Frühstücken.

Beim Einladen des Gepäcks muss man vor dem Hoteleingang jeden Schritt sehr gut und bedächtig wählen, es ist spiegelglatt. Aber der Platz ist mehr oder wenig plan und es steht zu vermuten, dass ich meine Spur auf die Straße finde. Die ist gut griffig und nicht vereist. Also nach und nach das ganze Geraffel ins Auto verladen, alles an sein passendes Plätzchen. Powerknöpfle drücken, g-a-n-z sachte vorwärts, die Räder drehen durch, ein paar Zentimeter zurück, neuer Anlauf, klappt. Trotzdem erst mal sehr behutsam die Straßenlage testen, es geht leicht kurvig bergab zur [Rv7]. Läuft wie geschmiert, also im übertragenen Sinn, sprich guter Griff und stabil.

Ein paar wenige verirrte Fahrzeuge sind schon unterwegs. Es ist gerade mal 9 Uhr, die Lifte öffnen erst um 09:30 Uhr. Am Ortsausgang steht eine elektronische Anzeige, das Dagalifjell ist offen, so hatte ich es auch heute früh auf yr.no gesehen. Später kommt noch ein Schild das darauf hinweist, dass es auf der kommenden Strecke drei Steigungen geben wird.

Der erste Anstieg ist moderat mit 7%, die Straße ist schön verschneit, es fährt sich wie auf Schienen. Hinter mir sammeln sich ein paar Fahrzeuge, wie sich das hier gehört immer in gutem Abstand, niemand drängelt. Ein Fahrzeug fährt ab in ein Skigebiet, eine weitere Kolonne von 6-7 Fahrzeugen folgt mir weiter. Im Rückspiegel sehe ich nur, dass das Fahrzeug ein sehr komisches Nummernschild hat, ich kann es keinem Land zuordnen. Es bietet sich die Gelegenheit rechts ran zu fahren, die Kolonne passiert. N-e-i-n, das sind alles Testfahrzeuge, mit deutschen Kennzeichen, in ungewöhnlicher Notation: „F - 12345“, hab' ich im Leben noch nicht gesehen. Und alle Fahrzeuge hatten hinten gut lesbar ein Schild, dass es Testfahrzeuge sind. Das ist mir bei den Testfahrzeugen in Sverige noch nie begegnet. Auf jeden Fall kann ich jetzt völlig entspannt und mit meinem Tempo weiter fahren.

Ich bin mir jetzt unsicher, ob der höchste Punkt der Strecke heute der zweite oder erst der dritte Berg war, ich glaube es war der dritte. Dort ist man auf 1.100 m, so hoch war ich glaube ich noch auf keiner Straße in Norge. Schon deutlich vorher konnte man ein paar Kite-Drachen sehen, ich stoppte also und schaute mir an, wie man mit einem Kite-Drachen „surft“. Eine Person hatte das ziemlich gut drauf, der war die ganze Zeit „im flow“ und zog seine Bahnen nach links und nach rechts, denn die Fläche auf der das ganze stattfand war vergleichsweise klein.

Auch wenn es hier oben grade mal 0 °C hatte, mit dem Lüftchen das wehte wurden die Finger trotz Handschuhen doch recht schnell kalt. Einsteigen und weiter geht es. Der spannende Teil der Strecke war heute doch recht schnell vorbei, eine Stunde wird es wohl gewesen sein.

Dann plötzlich sehe ich ein unscheinbares Schild das sagte, dass in X Kilometern die Straße gesperrt wäre. Ähh, wie jetzt, die Straße auf der ich bin? Kann ja wohl nicht sein, da wäre doch vorher sicherlich ein großes Umleitungsschild gewesen. Leicht irritiert fahre ich weiter und sehe doch tatsächlich nach ein paar hundert Metern die Straße komplett verbarrikadiert. Was zum Henker soll das jetzt sein? Ich wende, Motor aus. Großer Norge-Atlas auf die Knie, tja wo bin ich hier eigentlich, irgendwo im Nichts auf der [40]. Ich sehe eine Straße leicht westlich von der [40] die parallel verläuft. Ungewöhnlich schnell schlägt das Navi auch diese Strecke vor. War also kein großer Zeitverlust und auch nicht wirklich ein Umweg.

Trotzdem muss man sagen, die Fahrt zieht sich schon dahin, die Straße windet sich in einer einzigen langen Kurve, auf und ab, durch die Gegend. Selten kann und darf man mal 80 km/h fahren, in den Ortschaften und seien sie auch noch so klein, sind viele Langsamfahrstellen mit nur 40 km/h die man lieber auch einhält, sonst hat man sich nämlich den Unterboden abgeschrubbt.

Wäre die Fähre heute wie geplant gefahren wäre das Ganze auf jeden Fall eine ziemliche Hetzerei geworden, an Zwischenstopps wäre nicht zu denken gewesen. Den Weg zum geplanten Treffen mit Forumsmitglied H. habe ich gut gefunden, zwar deutlich später als ich dachte aber es war genügend Zeit angenehm zu Plauschen, vielen Dank an dieser Stelle für die freundliche Einladung, sehr nett.

Pünktliche Abfahrt nach Larvik zur Fähre, man nimmt ein Stück der Autobahn und gleitet im Vollrausch mit 110 km/h dahin. Das hätte ich mir allerdings sparen können, denn die Fähre war noch gar nicht angekommen und die drei CheckIn-Terminals in langen Schlangen belegt. Langsam geht es vorwärts, dann kommt die Fähre und spült endlos Fahrzeuge von Bord, es nimmt kein Ende. Wenn das so weiter geht fahren wir nie pünktlich los. Endlich fahren die ersten Fahrzeuge auf die Fähre, bis sich die Reihen mal lichten dauert es eine gefühlte Ewigkeit.

Ich stehe am vorgesehenen Platz, Motor aus, auf Deck gehen, alle Fahrzeuge sind an Bord, die Leinen werden gerade los gemacht und schon geht es los, auf die Uhrzeit habe ich gar nicht geachtet. Die allerletzten Sonnenstrahlen erhellen den Horizont. Nun suche ich meinen Platz in der Business-Class. Der moderat höhere Preis ist gut angelegt, dort ist es absolut ruhig, wenn überhaupt wird nur geflüstert. Im restlichen Schiff herrscht eine Lautstärke wie im Fußballstadion. Ich genehmige mir einen Kaffee und hole mir dann ein Baguette mit reke, das gibt es am Buffet das man zahlen muss. In der Business-Class gibt es nur kleine Snacks. Getränke wie Kaffee und Softdrinks sind gratis.

Dann nutze ich die Zeit und schreibe, das hier. Laut Bordmonitor dürfte die Hälfte der Strecke geschafft sein. Das Schiff schaukelt ab und zu ganz sanft.

Noch mal kurz aus der Business-Class raus. Was wuseln da viele kleine Kinder rum, Babys krabbeln umher, dementsprechend ist das dazugehörige erwachsene Publikum auch recht jung.

An einem der beiden Monitore an der Wand sehe ich ein Eisbär-Schild in einer Sendung (Alle mot 1) von Nrk 1 auftauchen, das wird doch nicht etwa. Doch, das ist Longyearbyen. Nächste Einstellung ist der Flur in „Mary-Ann’s Polarrigg“. Um was es da nun genau geht lässt sich für mich nicht sagen.

Im norwegischen Wetterbericht konnte man für morgen, Sonntag, nur einen Ort unterhalb des Polarkreises entdecken an dem Temperaturen unter null Grad gemeldet wurden. Sonst nur noch an ein paar Orten ganz im äußersten Nordosten.

Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass ich das Abendessen (plus Vino) von gestern nicht bezahlen musste. Als ich heute früh im Hotel auscheckte hatte ich noch eine Übernachtung zu zahlen, das hatte ich ja so per Mail nach gebucht und eben die beiden Abendessen, aber der Rezeptionist stellt mir nur ein Abendessen in Rechnung. Also Leute, ich bin echt eine ehrliche Haut, aber wenn ihr eure Abrechnung nicht im Griff habt, dann ist das eure Schuld.

Die Überfahrt nähert sich dem Ende zu, so richtig abschätzen kann man es nicht auf dem Monitor wie lange es noch dauert, eine prognostizierte Ankunftszeit gibt es nicht. 21:15 Uhr müssten wir laut Plan ankommen, wenn wir 17:30 Uhr losgekommen wären. Jetzt ist es 21:07 Uhr, nee also das dürfte nicht klappen. Egal, genug getippt für heute.


So 12.02.2023 Aarhus – Hahnstätten

„Ziemlich gut gelaufen.“

Das Frühstück kurz und knapp. Rechtzeitig zum Ende der freien Parkzeit Abfahrt in Aarhus. Ich hatte keine Gelegenheit gefunden wie man dort das (virtuelle) Parkschwein hätte füttern können. Ich sah keinen Automaten, noch nicht mal ein Hinweisschild mit welcher App man hätte die Gebühr entrichten sollen. Den Karrysild habe ich bekommen, der Tag ist gerettet. Die Heimfahrt mit Tempomat tiefenentspannt und ohne Stockungen.

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