Unterkunft
SunriseSunset
Svolvær – 06.02.2019 17:00
Schiff: MS Finnmarken
Fahrzeit: 21,5 Stunden
Ankunft Ihres Schiffs: Bergen – 07.02.2019 14:30
Kabine 1: USPL (Utvendig uspesifisert lugar som kan ha koøye[1] eller begrenset/ingen utsikt. Øvre, miderste og lavere dekk).
1 Ochsenauge, Bullauge.
Der Hurtigrutenkai (Holmakaia) befindet sich zentral in der Stadtmitte, am Westteil der Stadt (Astrupgate 9 – 63°6'52.17” N / 7°44'13.74” E).
Es stellt sich die Frage welche Rechtfertigung unser hochverehrter O. dafür hat, dass er seinen Neffen hat in der „Trondjhem Microbryggeri“ ins offene Messer, sprich ins schlechte Bier, hat rennen lassen? Gelten würde, a) er war noch nie da, b) als er das letzte Mal da war, gab es das Etablissement noch nicht oder c) das letzte Mal hat das Øl noch so gut geschmeckt, dass man davor noch nicht warnen musste. Ich bin auf seine Version gespannt.
Wieder im Hotel zurück gluckerte es immer noch, es hörte sich an, als ob ständig irgendwo Wasser läuft und das durch die Wand rauscht. Wie sich dann heraus stellte war es die Heizung, wenn man sie zu drehte hörte auch das Gluckern auf. Dann war es himmlisch still.
Fast Punkt 8 Uhr bin ich zur Hoteltür raus und habe mir in der Bäckerei „Godt Brød Trondheim“ etwas zum Frühstücken geholt, dazu hat man vom Hotel einen Bon mit einem Rabatt, weil es dort kein Frühstück hat. Die Bäckerei liegt fast um die Ecke. Zwei junge Bäcker standen in der offenen Backstube und bereiteten Backwaren zu. Neu war meiner Meinung nach ein kleiner weiterer Tresen, an dem Sandwiches frisch zubereitet wurden. Und Kaffee to-go war mir auch neu. Die leckeren Teile die ich hier bei der letzten Gelegenheit erstanden hatte waren entweder schon aus oder heute nicht im Angebot. Es gab nur Rosinenbrötchen, davon habe ich mir drei genommen und einen Kaffee to-go. Die Brötchen waren lecker, schön saftig. Auch hier wieder das Urteil, da merkte man, dass das keine Fabrikware war, sondern vom Bäcker deines Vertrauens.
Es war bei Abfahrt in der Stadt mit -9 °C ziemlich frisch, der Verkehr war mäßig, in der Kernstadt waren eh vergleichsweise wenig PKW unterwegs, dafür viele Busse. Eine der Hauptverkehrsstraßen war umgestaltet, es gab auf beiden Seiten Radwege und dann einen kompletten Haltebereich für gleich mehrere Busse, quasi mitten auf der Straße, so dass Autos auf jeden Fall anhalten müssen. Aber eine City-Maut, so wie z. B. in Oslo, gibt es meines Wissens nach (noch) nicht.
In Richtung Osten war es fast wolkenfrei, die Sonne kündigte sich orangerot an. Auf der schnell breiter werdenden Ausfallstraße kommt man gut voran. Nun suchte ich einen Platz um die schöne Wettersituation zu fotografieren und fuhr einfach bei der nächsten Gelegenheit ab. Da wo ich dachte führte die Straße aber nicht hin. Das war aber nicht schlimm, denn ich sah ein Hinweisschild für Granåsen.
Das war mir bekannt, dort sind zwei Sprungschanzen die man auf einer Webcam sehen kann. Also geht es dahin. Direkt von der Straße ab ist ein riesiger Parkplatz, dort standen nur eine gute handvoll Autos. Der Knaller war, dort feuerten zwei Schneekanonen volles Rohr, dabei lag da echter Schnee genug herum, irre. Allerdings muss man sagen, dass vor 2-3 Wochen auf der Webcam zu sehen war, dass der vorher üppig liegende Schnee dahin gemeuchelt war. Und LKWs karrten Schnee heran, somit scheinen die den Schnee also für schlechte Zeiten auf Vorrat zu produzieren.
Dann wieder zurück auf die [E6] und dem heutigen Tagesziel Kristiansund entgegen. Schon kurz hinter Trondheim fiel die Temperatur ständig weiter, zwischenzeitlich auf -18 °C. Auch die Zwanzigermarke wurde geknackt, für kurze Zeit hatte es -22 °C. Auch wenn es um Oppdal heute wohl den höchst gelegenen Punkt der Strecke hatte war zu dem Zeitpunkt die Temperatur schon wieder am steigen. Innerhalb kürzester Zeit auf 0 °C.
An einem Fotohalt stellte ich fest, dass das Auto nicht einfach nur total verdreckt war, das war offensichtlich, nein es war auch großflächig – mutmaßlich von Tauben – verk___t. Was für eine Sauerei. Dass die Karre auf so einer Fahrt total verdreckt nach Hause kommt ist nix Neues, aber diese Placken, geht ja gar nicht. In Kristiansund hatte ich zuerst getankt und bin dann erst auf die Idee gekommen, vllt. doch in eine Waschstraße zu fahren, die Temperaturen sind ja mit um den Gefrierpunkt kein Hinderungsgrund, außerdem steht das Auto später recht warm an Bord des Schiffes.
An einer Tankstelle mit Waschanlage fuhr ich ab, ging in den Shop und fragte, ob ich eine „bilvask“ (Autowäsche) haben kann – jetzt mal unbenommen der Tatsche, ob man wirklich so fragt, ein Norweger würde das evtl. anders formulieren, denn genau genommen will ich ja keine Auto-Wäsche sondern die Karre soll sie bekommen. Es kam die Gegenfrage, ob ich auch die Spezialbehandlung XY haben wollte. Was das sein könnte hatte ich allerdings nicht verstanden und bat um Aufklärung. Dann fragte mich die Fachkraft, ob ich „German“ wäre, ich sage, ja. Und dann traue ich meinen Ohren nicht, in breitestem Sächsisch erklärt er mir dann, dass mit diesem Asphaltentferner nicht nur der Asphalt sondern auch das Salz entfernt wird. Es wird noch besser, nun schaltet sich auch noch die zweite Servicekraft hinter dem Tresen ein und stimmt seinem Kollegen ebenfalls auf Sächsisch zu. Ich dachte ich bin im falschen Film.
Jetzt habe ich also auch mal eine norwegische Auto-Waschanlage von innen gesehen. 😎 Das Ergebnis war ordentlich.
In der Nähe des Hurtigruten-Terminals habe ich geparkt und bin in „die Stadt“ gelaufen. Es ist alles sehr übersichtlich. Im Hafen liegt ein altes Hurtigruten-Schiff, die „Nordstjernen“. Gegen 16 Uhr war ich wieder am Auto zurück, es begann zu schneien, immer heftiger. Gegen 16:30 Uhr sollte das Schiff ja ankommen und in der Tat, da bog es auch schon um „die Ecke“ und steuerte die Mole an. Nun schnell die Karre an Bord, an der Rezeption die Kabinenkarte besorgen (das Mädel dort fragte etwas irritiert, ob ich nicht schon mal an Bord war, ja, das war ich 😎) und an Deck. Denn die Lichtverhältnisse waren noch gut und auch das Auslaufen konnte noch mit guter Beleuchtung gefilmt werden.
Nun sitze ich in einem Bereich auf Deck 7 in dem Pianobar-Musik gespielt wird, also nicht live sondern aus der Konserve, aber das macht nix, es ist herrlich, warum hatte ich das vorgestern nicht schon entdeckt. Und hier kann man genauso wenig draußen sehen wie ein Stock höher. 😎 Jetzt spielt sogar das e.s.t., ja großartig.
Meine Kabine liegt auf Deck 2, ziemlich weit am Bug, das bedeutet, selbst bei mäßigem Seegang wie jetzt rauscht und bollert die See so stark, dass es relativ laut und unruhig ist. Mal sehen wie das schlafenstechnisch so wird.
Es ist 22:44 Uhr und auf Deck 7 ist schon alles ausgestorben, auch die Musik wurde ausgestellt, <hmpf> Bin mir nicht sicher, ob ich noch ein Øl ergattern könnte, das geht aber nur auf Deck 8, also hurtig mal eine Ebene nach oben… Ja, der Bartender ist noch auf Sendung. Es spielt noch Musik, „I'm a soul man“, das kann sich hören lassen. Es sitzt nur noch eine handvoll Passagiere da. Wenn man es richtig deutet, dann schüttet es draußen. Die Wettervorhersage für morgen, Bergen, na, dreimal darf man raten, es soll regnen. In Haugesund auch, selbst für Haukeli ist am Samstag Regen bei +1 °C vorhergesagt. Das ist krass, denn das liegt ziemlich hoch, knapp 1.000 Meter, wenn ich mich nicht täusche.
Seit Kristiansund fahren wir die ganze Zeit so nahe an der Küste entlang, dass man immer irgendwo Lichter an Land sieht, die See ist weiterhin ruhig.
Es spielt Musik von vor den üblen 80ern, guter Bartender 😎 Er pfeift, leicht schräg, dazu, cool. Das gibt extra Punkte in der Kür. So, jetzt sei der letzte Satz für heute notiert. Ende Gelände.